Shopping-Paradies

Teil 5: Das sind die neuen Funktionen von Magento 1.7
Kommentare

Steht man vor dem Upgrade auf Magento 1.7, kommt unmittelbar die Frage auf, was mit den installierten Extensions ist. Ob die in älteren Magento-Versionen eingesetzten Extensions fehlerfrei unter 1.7 laufen, lässt sich pauschal leider nicht sagen.

Allerdings stehen die Chancen gut. So konnten im Test auch ältere Extensions installiert und verwendet werden. Bei denen mussten aber teilweise die Extension Keys angepasst werden. Aus magento-community/SocialBookmarking wird beispielsweise http://connect20.magentocommerce.com/community/SocialBookmarking. Letztendlich muss man die betreffenden Erweiterungen aber nach der Installation ausführlich testen, was sich am besten auf einer Entwicklungsumgebung bewerkstelligen lässt.

Magento Go

Für kleine und mittelständische Unternehmen bietet Magento mit Magento Go (früher Magento Stratus) eine in der Cloud gehostete Variante des Shop-Systems. Damit möchte Magento auch auf dem SaaS-Sektor (Software as a Service) Fuß fassen. Nun ist Magento Go zwar nicht neu, wird aber permanent weiterentwickelt. Wie stark verbreitet Magento Go mittlerweile ist, darüber schweigt man sich aus. Ein Blick in den Showcase zeigt aber durchaus einige ansprechende Shops.

Aber nicht nur die Optik ist entscheidend, auch das hinter Magento Go stehende Konzept ist verlockend. Es klingt nämlich durchaus paradiesisch, Software nutzen zu können, ohne sich dabei um deren Installation und Verwaltung zu kümmern. Es gibt aber auch Negatives. Ein ganz entscheidender Nachteil von Magento Go ist die fehlende Ausrichtung auf den deutschen Markt. Was sich beim normalen Magento z. B. über Market Ready Germany umsetzen lässt, fehlt momentan leider für Magento Go. Gerade für kleinere Shops kann Magento Go aber durchaus eine günstige Alternative sein, denn die Preise halten sich tatsächlich im Rahmen. Wie bei Magento üblich, gibt es auch Magento Go in verschiedenen Paketen, die sich jeweils in Preis und Funktionsumfang unterscheiden. Die günstigste Variante kostet 15 US-Dollar pro Monat. Diese ist auf 100 Artikel beschränkt und der Shop kann ausschließlich in einer Sprache betrieben werden. Das umfangreichste Paket kostet 125 US-Dollar pro Monat. Hier kann man dann aber bis zu 10 000 Artikel verwalten und den Shop in bis zu drei Sprachen anbieten (Tabelle 1).

Paketname GET GOING GOING PLACES GO BEHOND GO ANYWHERE
Preis/Monat 15 US-Dollar 25 US-Dollar 65 US-Dollar 125 US-Dollar
Mögliche Artikel 100 500 1000 10000
Support E-Mail/Chat (Live help) E-Mail/Chat (Live help) E-Mail/Chat (Live help), Telefon E-Mail/Chat (Live help), Telefon
Administrator-Zugänge 1 1 3 3
Anzahl Sprachen 1 1 3 3
Speicherplatz 200 MB 500 MB 800 MB 5 GB
Bandbreite 4 GB 8 GB 16 GB 32 GB
Tabelle 1: Überblick über Magento-Go-Pakete

Einen ausführlichen Überblick über die einzelnen Pakete bieten auch noch einmal die Plans-Seite. Wer Magento Go nutzen will, sollte im Vorfeld eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Wenn man in seinem Shop tatsächlich nur wenige Produkte kauft, ist diese SaaS-Lösung natürlich ideal. So kann man zunächst testen, ob die Produkte überhaupt bei den Endkunden ankommen. Größere Investitionen für Installation, Konfiguration usw. entfallen dabei. Sobald der Shop aber größer wird, ist ein Umstieg auf den „eigenen“ Shop sicherlich überlegenswert. Magento bietet für Magento Go eine 30-Tage-Testversion an, die einen guten Eindruck dieses SaaS-Systems liefert.

Fazit

Mittlerweile ist man von Magento einiges gewohnt: Die Veränderungen am System kommen langsam, dafür aber stetig. An dieser Stelle könnte man sicherlich Kritik anmelden, schließlich fallen die Änderungen nicht so stark aus, wie manch ein Entwickler oder Anwender sich das vielleicht gewünscht hat. Für den Umstieg auf die neue Version ist das aber nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich lässt sich das Upgrade unproblematisch bewerkstelligen. Was momentan aber tatsächlich auffällt, ist das nur mühsam vorankommende Magento Go. Hier könnte man seitens Magento sicherlich mehr tun und beispielsweise eine größere Auswahl an Themes anbieten. Allein aufgrund der derzeit geringen Theme-Auswahl tun sich Shop-Betreiber möglicherweise schwer, sich mit Magento Go anzufreunden. Oftmals fehlt auch einfach die Phantasie, um zu erkennen, welches Potenzial in dieser SaaS-Lösung steckt. Wer bereits mit früheren Magento-Versionen gearbeitet hat, wird sich sofort in der 1.7er-Version zurechtfinden. Optisch hat sich im Backend nämlich tatsächlich wenig getan, was im vorliegenden Fall durchaus positiv zu bewerten ist. Dank der wohldosierten Neuerungen, die es auch und gerade für den B2B-Bereich gibt, lohnt der Umstieg auf den jüngsten Magento-Spross in jedem Fall. Wer das deutsche Sprachpaket installiert, wird feststellen, dass noch nicht alle Backend-Optionen tatsächlich übersetzt sind. Dieser Punkt ist aber sicherlich zu verkraften.

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Entwickler und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung, CMS und Magento veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter kontakt [ätt] medienwerke.de.
Alle Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5
Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -