Wie Do-it-Yourself-Plattformen professionelle Webentwickler beeinflussen

DIY-Websites vs. Webentwickler
Kommentare

Dank zahlreicher Content-Management-Systeme und Blogging-Plattformen wie WordPress sowie anderer Do-it-yourself-Plattformen kann – theoretisch – heutzutage fast jeder eine Website erstellen. Viele Auftraggeber von Front-End-Entwicklern nehmen daher an, dass mit dem Erstellen einer Website nicht so viel Arbeit verbunden sei. In der Realität haben sie allerdings kaum eine Vorstellung davon, welche Schritte bedacht werden müssen, wenn das Design über ein einfaches Grund-Layout hinausgehen soll. 

Michael Berndt deckt die Mythen der DIY-Websites auf und erklärt, welchen Einfluss sie auf Webentwickler haben.

DIY-Websites und die falschen Annahmen der Klienten

Gegen den Einsatz von DIY-Websites ist nichts einzuwenden, immerhin bieten sie Front-End-Entwicklern ein gutes Grundgerüst, um damit eine ansprechende Website zu erstellen. Problematisch wird es erst dadurch, dass viele Auftraggeber annehmen, dass es kein Aufwand ist, kleine Änderungen an der Website vorzunehmen – immerhin könne ja heutzutage jeder Anfänger in 30 Minuten eine Website erstellen.

Tatsächlich führte das DIY-Website-Phänomen vor allem dazu, dass Auftraggeber eine verquere und häufig wenig unterstützende Meinung zum Beruf Entwickler angenommen haben, die sich negativ auf das Verhältnis zwischen Entwickler und Auftraggeber auswirkt. Umso wichtiger ist es daher, dass Front-End-Entwickler den Auftraggebern auf professionelle Art und Weise ihren Job erklären und dabei gleichzeitig die Wünsche des Klienten zum Aussehen der Website erfüllen.

Überhaupt ist die Aufklärung des Klienten oft der Schlüssel zu einer guten Beziehung zwischen Auftraggeber und Entwickler – nicht nur, was die Website-Gestaltung, sondern auch was die Industrie an sich angeht.

4 Tipps zum Austausch zwischen Entwickler und Klient

Wie aber erklärt man als Entwickler dem Auftraggeber, dass Website-Gestaltung mehr ist, als eine URL und ein Grund-Layout zu haben, das sich mit jedem DIY-Website-Editor in kurzer Zeit erstellen lässt? Michael Berndt nennt dafür vier Techniken, die man dabei einsetzen kann:

  1. Professionalität vermitteln Ein besonders wichtiger Punkt ist die Professionalität: als Entwickler muss man seinem Auftraggeber zeigen, dass man von der Gestaltung einer Website mehr Ahnung hat, als der Klient. Das ist keine leichte Aufgabe, immerhin will man seinen Geldgeber nicht verärgern. Darum kann man etwa anhand von Beispielen dem Auftraggeber den Prozess der Website-Gestaltung erklären.
  2. Kommunikation Für eine positive und erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Kommunikation zwischen Entwickler und Auftraggeber essentiell. Dazu gehört sowohl das Nachfragen, als auch das Zuhören und Rat geben – gerade, wenn es um ein Design oder die Implementierung eines Prozesses geht, den der Klient nicht kennt.
  3. Zeitmanagement Eine gängige falsche Vorstellung ist, dass Coding kaum Zeit in Anspruch nimmt. Darum muss dem Auftraggeber erklärt werden, wie viel Zeit welche Entwicklungsschritte in Anspruch nehmen. Ein detaillierter Zeitrahmen für das Erstellen der Website kann dabei helfen, spätere Probleme mit dem Zeitaufwand zu verhindern. Um Entwickler dabei zu unterstützen gibt es eine ganze Reihe an Zeitmanagement-Tools, mit denen sich der Projektverlauf im Auge behalten lässt.
  4. Website-Gestaltung ist ein Prozess Viele Auftraggeber nehmen an, dass die finale Gestaltung einer Website nicht mehr als einen Tag in Anspruch nimmt. Dabei bedarf es in der Realität oft viel Zeit, bis nicht nur das Layout der Seite, sondern auch deren Usability möglichst optimiert ist. Darum müssen die Auftraggeber darüber aufgeklärt werden, dass die Website-Entwicklung ein Prozess ist, der sich über einige Zeit hinziehen kann.

Mit dem Aufkommen von DIY-Websites kam gleichzeitig die bei Auftraggebern verbreitete Annahme, dass Webentwicklung „einfach“ sei, auf. Tatsächlich bieten DIY-Plattformen ein gutes Grundgerüst, das von Front-End-Entwicklern bearbeitet und verändert wird, bis es den Wünschen des Auftraggebers entspricht. Das damit entstandene Problem, dass Webentwicklung an Wert verlor, lässt sich am einfachsten lösen, indem der Auftraggeber darüber aufgeklärt wird, wie viel Arbeit im Webdesign steckt – denn eine professionell gestaltete Website ist alles andere, als ein Kinderspiel.

Aufmacherbild: DIY (do it yourself) text from small nuts and spanners on wooden desk background von Shutterstock / Urheberrecht: CobraCZ

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -