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Wie man Nutzeranforderungen identifiziert und gute Usability herstellt
Laut ISO 9241-11 ist Usability definiert als „Ausmaß, in dem ein interaktives System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten

Wie man Nutzeranforderungen identifiziert und gute Usability herstellt

Laut ISO 9241-11 ist Usability definiert als „Ausmaß, in dem ein interaktives System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um festgelegte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.“ Aha. Aber was bedeutet das nun in der Praxis?

Michael Jendryschik hat sich auf webkrauts.de dem Thema gewidmet und einen zweiteiligen Artikel zum Thema Usability Engineering verfasst. Im Grunde müsse man in allen Phasen der Entwicklung den Benutzer fokussieren; das nennt sich dann „benutzerzentrierter Gestaltungsprozess“ und besteht aus vier wesentlichen Punkten:

  • Nutzerkontext verstehen und beschreiben
  • Nutzungsanforderungen spezifizieren
  • Gestaltungslösungen entwickeln
  • Produkt evaluieren

Unterm Strich sollte dann ein Produkt herauskommen, das die Nutzungsanforderungen erfüllt.

Auch das klingt immer noch recht kryptisch. Also geht Jendryschik in die Tiefe und bohrt die Punkte u.a. am Beispiel einer Termin-Anwendung wie Doodle auf.

Problem erkannt, Problem gebannt

Am Anfang sollte immer die benutzerzentrierte Analyse stehen, also die Frage, welches Problem eine Website oder Web-Anwendung lösen soll und welche Anforderungen der Nutzer an sie stellt. Wenn man das einmal erkannt hat, sollten sich fehlende oder überflüssige Funktionen vermeiden lassen, die einerseits Nutzer verjagen könnten und außerdem Geld kosten.

Den Nutzerkontext verstehen und beschreiben bedeutet zu fragen: Wer sind meine Benutzer, was wollen sie, welche Mittel haben sie dazu zur Verfügung und in welchem Kontext nutzen sie mein Produkt? Doch diese Fragen werden meist rein spekulativ beantwortet und sind dann aus Sicht eines Usability Engineers im Grunde wertlos. Um den wahren Benutzerkontext zu ermitteln, müsse man Interviews mit „echten“ Benutzern führen. Mit den daraus ermittelten Informationen kann es dann daran gehen, die Nutzungsanforderungen zu spezifizieren. Dazu werden zunächst das Ziel des Benutzers und die Voraussetzungen, die dafür erfüllt sein müssen, definiert. Daraus ergeben sich die Anforderungen, die wiederum an den Nutzer gestellt sind.

Informationen im UI verarbeiten

Im nächsten Schritt sollten die Informationen in ein Interaktionsdesign einfließen: Eingabe des Nutzers, Ausgabe des Systems.

Wie Jendryschik selbst anmerkt, klingt der von ihm beschriebene Vorgang zunächst aufwendig und natürlich stelle sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Dennoch sei es sinnvoll und auch realistisch durchführbar, solange man pragmatisch vorgeht. Wie das aussieht, könnt ihr hier nachlesen. Der Artikel hilft dank vieler konkreter Beispiele und Fragestellungen, die Anforderungen an Usability besser nachzuvollziehen. Die Tipps nehmen die Angst vor einer erwartet kosten- und zeitaufwendigen benutzerzentrischen Analyse, denn zielführende Informationen kann man schon in wenigen Schritten und mit überschaubarem Aufwand erhalten.

Aufmacherbild: Young businessman holding a paper with a labyrinth on it in front of his head von Shutterstock / Urheberrecht: ra2studio

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