Drupal 8: Massive Architektur-Änderungen spalten die Community
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Mit Version 8 wird das Content Management System Drupal einen gravierenden Einschnitt erleben. Im nächsten Spross wird man externe PHP-Bibliotheken verwenden, größtenteils Komponenten des Symfony Frameworks.

Mit Version 8 wird das Content Management System Drupal einen gravierenden Einschnitt erleben. Im nächsten Spross wird man externe PHP-Bibliotheken verwenden, größtenteils Komponenten des Symfony Frameworks. Auch das JavaScript des Frontends wird in Teilen auswärts entwickelt werden, wie neulich bekannt wurde. Während diese Entscheidung auf der einen Seite mit Freude kommuniziert wurde, warfen einige Core-Veteranen auf der anderen Seite das Handtuch, da sie im neuen System nicht mehr durchblickten. Man schaue sich dazu die Resignationen von „quicksketch“ und von Dave Reid an. Dies bereitet dem langjährigen Core Committer Cameron Eagans große Sorgen, wobei er sich bis dahin immer für den großen Umbau des Drupal-Kerns ausgesprochen hatte.

Er sieht, dass der bis Drupal 7 etablierte „Drupal Way“ von vielen Entwicklern in all den Jahren immer schnell aufgeschnappt werden konnte und so half, Kunden schnell Lösungen zu bieten. Doch in der achten Iteration und mit der Adoption der Symfony-Konventionen wird etlichen Entwicklern der Teppich unter den Füßen weggezogen. Durch die Verwendung externer Open Source Bibliotheken ist man zum ersten Mal gezwungen, die Insel zu verlassen, wie Advisory-Mitglied Larry Garfield es ausgedrückt hat. Doch mit dem Austausch des Drupal-Motors geht noch mehr einher, wie Eagans anmerkt.

So lesen etliche Entwickler, die sich an der bisherigen Entwicklung des Drupal-Kerns beteiligt haben, in dem Wechsel zu Symfony nichts als die Botschaft „Vielen Dank für Eure Beiträge. Wir werden sie entfernen und durch dieses Bündel von Klassen ersetzen, die ein anderer gemacht hat.“ Es gibt überdies zahlreiche Entwickler, die sich damals bewusst für Drupal und gegen Symfony-Lösungen entschieden haben, die man nun ausgrenzen wird. Am schlimmsten wird es die treffen, die ihre Karrieren an Drupal gehängt haben und die alles neu lernen müssen. Sie werden ihren Tempo-Vorteil verlieren und mit Anfängern gleichgestellt werden.

Somit sieht Eagans die Gefahr für Drupal gleich von zwei Seiten kommen: Zum einen wenden sich die User ab, die das neue Drupal nicht annehmen wollen; zum anderen schwinden die Core-Beteiligten, die mit der Entscheidung zu Symfony nicht einverstanden waren. Teilweise wird diese in den anschließenden Kommentaren rationalisiert. Doch bleibt Eagans hartnäckig und sieht auch keine Hoffnung im Zusammenwachsen der Drupal- und der Symfony Community. Dafür ist die Überschneidung derzeit noch zu klein. Und er selbst hätte sich vom Geschmack her eher für Laravel als Framework-Grundlage entschieden. Aber darum sollte es ihm nicht gehen. Er wollte nur wissen, wie man Drupal vor dem Zusammenbruch bewahrt.

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