IPC & webinale Konferenztag mit vielen Highlights

Eine Liebeserklärung, SEO, Entwicklung & Design: 5 Take-aways des 2. Tags der IPC & webinale 2019
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Die International PHP Conference Spring und webinale 2019 finden diese Woche in Berlin statt. Wir berichten auch heute wieder über die Schwesterkonferenzen. Zu den Highlights des zweiten Hauptkonferenzstags am Dienstag gehörten u.a. TypeScript, SEO und das Zusammenspiel von Design und Entwicklung.

Die Web-Welt bleibt ein spannendes Terrain, wie auch der 2. Hauptkonferenztag der webinale und IPC zeigte. Von den Höhen von Tiefen der Zusammenarbeit von Design und Entwicklung bis hin zu fokussierten SEO-Themen reichte die Vielfalt des Programms. In den Keynotes kamen dann aber wieder alle Teilnehmer beider Konferenzteile zusammen. Wir haben fünf Take-aways des Konferenztags für euch zusammengestellt.

Take-away #1: SEO ist ein ökonomisches Thema

Webseiten für die Suchmaschine zu optimieren, beginnt meist mit einem ausführlichen Audit – etwa über eine Traffic-Analyse mit Tools wie Google Analytics oder PageSpeed Insights. Ziel des Audits ist es, den Ist-Zustand einer Website festzustellen, ihn mit einschlägigen Best Practices zu vergleichen und daraus Maßnahmen für eine Optimierung abzuleiten.

Wichtig dabei ist eine richtige Priorisierung, wie Jens Fauldrath (get:traction GmbH) in seinem Vortrag betonte. Denn nicht jedes erkannte Problem ist gleich ein Showstopper für den Erfolg einer Webseite. Hier kommt es immer individuell auf die Zielsetzung, die Größe, die technische Grundlage der Website sowie auf das vorhandene Wissen im Team an. Ist beispielsweise der richtige Navigationsaufbau bei Webauftritten unter 1000 Seiten essentiell, fällt er bei großen Seiten jenseits der Millionengrenze eher wenig ins Gewicht.

Das vielleicht wichtigste Take-away: Es ist völlig kontraproduktiv, sich Maßnahmen vorzunehmen, die mit den vorhandenen Ressourcen nicht zufriedenstellend zu realisieren sind. Oft erlebt man hier Überraschungen, etwa dass vermeintlich kleine Aufgaben aus internen Gründen kaum durchzuführen sind, während andere, vermeintlich aufwändigere Optimierungen vom Team schmerzfrei gemeistert werden können. Hier gilt es, sich genauestens mit der Personalsituation, den Unternehmensstrukturen und den technischen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Oder wie Jens Fauldrath es ausdrückte: „Wenn dir jemand am Telefon SEO-Maßnahmen vorschlägt, ohne je das Team getroffen zu haben – leg‘ sofort wieder auf.“

Ergo: SEO ist ein ökonomisches Thema: Wie kann ich mit begrenzten Ressourcen die maximale Wirkung erzielen.

Jens Fauldrath in seiner Webinale-Session: OnPage-SEO-Audit – Was sollte wann betrachtet werden

Take-away #2: Tipps und Tricks für den Weg durch den SEO-Dschungel

Möchte man sein Produkt online gut verkaufen und Erfolge erzielen, kommt man um SEO nicht herum. Denn ein gutes Ranking bei Google kann über den Erfolg des Produkts, beispielsweise eines Onlineshops entscheiden. Allem voran steht die Frage, wie fängt man an „SEO zu machen“. SEO-Experte und Buchautor von „Suchmaschinen für Dummies“, Julian Dziki (Seokratie GmbH) hat in seiner Session „Wie bekomme ich bessere Rankings? das Handwerkszeug für den Weg durch den SEO-Dschungel gegeben.

Am Anfang steht die Beschränkung und Definition der Zielgruppe. Mit dem Erstellen einer oder mehrerer Persona, also der Erzeugung eines fiktiven „echten“ Kunden – auch als Märchenkunde zu bezeichnen – kann dabei schon helfen. So wird die Zielgruppe greifbarer, da man weiß, welche Art von Inhalte gefragt sind, ob man die Persona Duzen oder Siezen sollte und auf welchen Plattformen sie unterwegs ist. Ebenso kann man so in Erfahrung bringen, welches Marketing der Persona gefallen würde und wie man sie am besten emotional berühren kann. Ist der Anfang gemacht, bedarf es einer guten Struktur und guten Prozessen, welche man idealerweise mittels eines Schaubildes darstellt. Dadurch können alle Beteiligten besser nachvollziehen, wer wann welche Aufgabe übernimmt und was im Krankheitsfall passiert. Beherzigt man die genannten Punkte, kann es gelingen, mit SEO dauerhaft Erfolg zu haben.

Take-away #3: So geht Content Marketing für Klopapier

Wie macht man Marketing für Allerweltsgegenstände wie Matratzen? Oder Büroklammern? Oder Klopapier? Indem man eine Geschichte inszeniert, die den Kunden emotional berührt.

Fionn Kientzler von Suxeedo brachte zahlreiche Beispiele aus der Praxis – darunter auch das mittlerweile berühmte Projekt scheisspapier der Hamburger gemeinnützigen Organisation Goldeimer. Dafür wurden tausende von Wahlkampfplakaten der NPD, AFD und anderen rechtsnationalen Parteien gesammelt, geschreddert und zu Toilettenpapier umfunktioniert – frei nach dem Motto „Hass ist für‘n Arsch.“ Content Marketing der feinsten Art, das es sogar in Primetime-Medien wie Bild und Tagesschau schaffte.

Was wie ein verrückt-genialer Einzelfall aussieht, gelingt auch in nüchternen Umgebungen. So traf etwa die Sparkasse mit einem Artikel über Donald Trump den Nerv der Zeit und erreichte hohe Konversionswerte mit dem Titel „Trump ist im Amt – das erwartet die Deutschen.“

Kientzlers Rat: Sucht euch ein Hook, ein Issue, ein Problem, das viele eurer potenziellen Kunden emotional bewegt. Beschreibt dieses Problem ausführlich. Dann erst bietet eine Lösung dafür an.

Take-away an dieser Stelle: Allzu oft reden Marketers immer noch über ihre Lösungen. Im Content Marketing sollten wir viel mehr über Probleme nachdenken.

Take-away #4: Designer und Entwickler müssen miteinander reden

Man nehme ein Softwareprojekt und reiche es durch viele Hände: Die Zusammenarbeit von Entwicklern und Designern ist gefragt, um ein schönes Endprodukt zu erzeugen. Doch die Kommunikation zwischen beiden Parteien lässt oft zu wünschen übrig, möchte doch jeder für sich in seinem Silo arbeiten. Designer, Entwickler und Texter Jonas Hellwig (kulturbanause) sieht genau hier Verbesserungspotenzial und kritisiert die Industrie, die dieses Problem noch begünstigt. Denn viele Tools sprechen Designer und Entwickler getrennt voneinander an, anstatt an einem Ort wichtige Inhalte für beide Seiten zur Verfügung zu stellen.

Jonas Hellwig gibt den Session-Teilnehmern mit, dass beide Seiten besser miteinander kommunizieren müssen, um die Übergabe des Produkts aus der Entwicklung in den Designprozess möglichst ohne großen Interpretationsspielraum, d. h. ohne große Lücken zu vollbringen. Letztlich kann es als Win-win-Situation für beide Seiten gesehen werden, wenn der Designer Coding- und der Entwickler UI-Verständnis mitbringt. Ein klarer Vorteil von Coding-Kenntnissen aus Sicht des Designers sei zudem, dass der Designer Tools mit dem erworbenen Wissen unterstützen kann. Stößt ein Tool bei der Erstellung einer Komponente an seine Grenzen, kann er hier mithilfe weniger Klicks und ein bisschen Fachwissen die entsprechende Komponente einfach selbst erstellen.

Wir nehmen mit: Die Kommunikation zwischen Designern und Entwicklern ist besonders wichtig, um ein gutes Endprodukt zu erhalten. Und, keine Scheu vor dem Coding, denn es kann auch Vorteile haben, sich aus Sicht des Designers Coding-Fähigkeiten anzueignen, um ggf. Tools zu unterstützen.

Take-away #5: Muss man TypeScript lieben?

Why I love TypeScript“ – klingt nach einer ehrlichen Liebeserklärung an die ursprünglich von Microsoft entwickelte Programmiersprache. Und in der Tat: Hans-Christian Otto (Suora) hat eine Menge Argumente gefunden, die für die Verwendung der strikteren Variante von JavaScript sprechen. Aber was heißt striktere Variante? TypeScript lässt einem auch viele Freiheiten, auch wenn natürlich die Typedeklaration erst einmal für mehr Arbeit sorgt.

Für große Businessprojekte ist TypeScript auf jeden Fall eine gute Wahl. Außerdem hat TypeScript einige faszinierende Sachen, die man z. B. bei PHP vermisst, wie es Hans-Christian Otto so schön in seinem spannenden Vortrag sagte. Programmiersprachen sind vielleicht Geschmackssache. Aber TypeScript zu lieben – dafür spricht auf jeden Fall einiges.

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