Notifications auch bei geschlossenem Tab dank Web Push

Firefox 44 ermöglicht Web Push
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Benachrichtigungen sogar dann von einer Webseite erhalten, wenn der Tab geschlossen ist? Das ist ziemlich praktisch, vor allem wenn man auf einen Anruf, eine wichtige Nachricht oder ein Börsenupdate wartet. Und manchmal will man eben einfach nur wissen, was gerade so los ist. Genau da setzt Mozilla an und bringt mit dem Web-Push-W3C-Standard eine spannende Neuerung in Firefox 44.

Gleichzeitig mit dem finalen Release von Firefox 44 bringt Mozilla die Möglichkeit zum Empfang von Push-Benachrichtigungen in die Browser-Welt. Per se ist das nichts Neues und gleicht Web Notifications, doch dank Web-Push-Technologie können Webseitenbetreiber Nachrichten auch dann pushen, wenn der Nutzer die Seite geschlossen hat. Im Mozilla-Blog erklärt Dan Callahan die Vorteile und Funktionsweise von Web Push.

Web Push: Was kann die Technologie?

Bei Web Push handelt es sich um eine Erweiterung des bekannten Service-Worker-Standards: Solange der Browser geöffnet ist, können Benachrichtigungen von Webseiten empfangen werden – selbst wenn der eigentliche Tab nicht geöffnet ist. So kann man also beispielsweise den E-Mail-Tab schließen und trotzdem über eingehende Mails informiert werden. Da keine zusätzlichen Apps oder Text-Nachrichten für direkte Notifications nötig sind, ergibt sich ein großer Vorteil für Speichernutzung, Performance und Batterielaufzeit.

© Mozilla

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Notifications von Webseiten sind dabei nicht von nativen Benachrichtigungen zu unterscheiden – in Mozillas Service Worker Cookbook finden sich verschiedene Demos, die das veranschaulichen. Zudem findet sich im Mozilla Developer Network eine Dokumentation zu Web Push; auf GitHub liegt der aktuelle Editors Draft zur Einsicht bereit.

Und die Privatsphäre?

Web Push benötigt genauso wie die Standortfreigabe oder der Kamerazugriff eine (jederzeit wiederrufbare) Berechtigung, bevor eine Webseite Notifications ausspielen kann.

© Mozilla

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Durch eine ständige Verbindung zu einem Push Service, der als zentrale Schaltstelle für Nachrichten fungiert, werden Web-Push-Benachrichtigungen ermöglicht. Jeder Browser-Anbieter betreibt einen eigenen Push-Service zum Schutz der Privatsphäre. So erhält jede Webseite einen anderen, anonymen Web Push Identifier zur Verhinderung von seitenübergreifenden Zuordnungen. Zudem verschlüsselt der Browser die Nutzerdaten über ein Public-Key-Verfahren und meldet sich auch nur beim Push-Dienst an, wenn der User das Push-Verfahren erlaubt hat.

Zurzeit funktioniert Web Push nur in Firefox for Desktop; Chrome bietet nur partiellen Support, während Microsoft eine Implementierung in Edge in Betracht zieht. Ausführliche Informationen zum Web-Push-Verfahren bietet der oben bereits genannte Blogbeitrag.

 

Aufmacherbild: First-class service von Shutterstock / Urheberrecht: Thorsten Schmitt

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