Flat File CMS – Welche Vorteile bringt der neue Trend?
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Viele Websites werden mithilfe eines traditionellen Content-Management-Systems wie Drupal oder WordPress erstellt, bei denen die Seiten-Templates mit einer Datenbank verbunden sind. Schaut man allerdings auf die aktuellen CMS-Trends, fällt ein Trend besonders ins Auge, der bei Webdesignern immer beliebter wird: Flat File CMS.

Doch was sind diese FFCMS überhaupt und welche Vorteile bieten sie gegenüber traditionellen Content-Management-Systemen? Caleb Mellas ist diesen Fragen nachgegangen.

Vorteile von Flat File CMS

Eigentlich erklärt der Name Flat File CMS bereits, was es damit auf sich hat. Im Gegensatz zu traditionellen Content-Management-Systemen haben FFCMS keine Datenbank, sondern bestehen nur aus Dateien und Dateiordnern.

Damit wird bereits ein großer Vorteil von Flat File CMS deutlich: da es keine Datenbank gibt, muss nicht auf Datenbank-Aufrufe gewartet werden, um die Informationen dem Nutzer anzuzeigen, wodurch FFCMS meist eine bessere Performance an den Tag legen. Genauso ist die Verwendung eines Flat File CMS meist günstiger, weil sich die einzelnen Dateien auf kostengünstigen Servern wie Amazons S3-Servern speichern lassen.

Leichtere Backups der Seite sind ebenfalls ein großer Vorteil von FFCMS. Da es sich dabei nur um Dateien handelt, können diese mit Version Control gehandhabt werden. Jede Änderung der Seite kann als Commit in einem Version-Control-Tool hinterlegt und bei Bedarf eingespielt werden.

Zudem sorgen FFCMS für Zeitersparnis beim Setup, weil das Datenbank-Setup entfällt. Genauso ist die Seitenmigration denkbar einfach, da nur der Root-Ordner vom alten Server auf den neuen kopiert werden muss.

Nachteile von FFCMS

Neben zahlreichen Vorteilen haben Flat File CMS allerdings auch einige Nachteile. Da die Community rund um FFCMS noch eher klein ist, fehlt es stellenweise noch am Support zur Fehlerbehebung oder der Implementierung neuer Features. Auch fehlen im Vergleich zu traditionellen CMS einige Features, die man möglicherweise selbst erstellen muss.

Ein größeres Probleme ist, dass viele FFCMS Standard-Templating-Sprachen wie Twig oder Liquid nutzen. Während diese zwar immer mehr an Verbreitung zunehmen, werden sie bisher nur in wenigen traditionellen Content-Management-Systemen genutzt. Für viele Entwickler bedeutet das, dass sie zunächst eine „neue Sprache“ lernen müssen, bevor sie ein Flat File System einsetzen können.

Vier Flat-File-CMS-Tipps

Nach und nach kommen immer mehr Flat File CMS auf den Markt. Caleb Mellas nennt beispielsweise:

  • Statamic: das 99$-teure FFCMS vermischt statischen und dynamischen Content
  • Kirby: zeichnet sich durch seinen Markdown-Support und eine große Flexibilität aus und kostet ebenfalls 99$ für eine kommerzielle Single-Site-Lizenz
  • Pico: ähnlich wie viele Schreib-Apps nutzt Pico Markdown für den Content; zudem setzt es auf Twig als Templating-Sprache
  • Jekyll: der statische Seitengenerator nimmt Content in verschiedenen Formaten, bearbeitet sie mit Liquid und produziert so eine veröffentlichungsfertige Seite

Für Entwickler bieten Flat File CMS viele Vorteile und vereinfachen ihnen die Arbeit an vielen Stellen. So ist nicht nur das Erstellen einer Seite leichter, auch das spätere Verwalten ist einfach, worüber sich sicher auch die Auftraggeber, die mit dem System arbeiten müssen, freuen dürften.

Aufmacherbild: Abstract background image of colorful hanging file folders in drawer. von Shutterstock / Urheberrecht: Marie C Fields

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