Adobe Animate CC und der Abschied von Flash

Goodbye Flash! Adobe öffnet sich für HTML5
Kommentare

Lieber spät als nie! Adobe stellt mit Animate CC ein neues Tool für Web-Entwickler vor, das Animationen für HTML5 und WebGL unterstützt, und hält dennoch in einigen Bereichen am alten Flash-Standard fest. Die alte Fehde mit Apple bleibt, neue Kooperationen mit Facebook, Google und Windows sollen hingegen das Sicherheitsproblem lösen.

Seit der Geburt bei der Softwarefirma FutureWave im Jahr 1995, den Jugendzeiten bei Macromedia (1996 bis 2005) bis hin zum Erwachsenwerden bei Adobe (ab 2005) hat Flash eine ereignisreiche Geschichte hinter sich. Für lange Zeit war die Technologie der Defacto-Standard für Animationen, Online-Spiele und Videos im Web. Doch das Web hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert – Veränderungen, die den langsamen Niedergang von Flash eingeläutet haben.

Nun verkündete Adobe in einem Blogpost, dass es an der Zeit sei für offene Standards wie HTML5. Im kommenden Jahr soll deshalb ein neues Tool veröffentlicht werden. Steve Jobs hätte darauf wohl nur mit einem wohlwissenden Lächeln reagiert. Denn schon 2010, lange bevor die Sicherheitslücken von Flash überhand nehmen sollten, hatte Apple auch aus Sicherheitsbedenken und Akku-Problemen bei mobilen Geräten die Partnerschaft mit Adobe aufgekündigt. Flash sei nicht mehr länger notwendig, sagte Jobs. Daraufhin wurde es nicht mehr automatisch auf den ausgelieferten Macs unterstützt, iPhone und iPad mussten ganz ohne Adobes Standard auskommen. Stattdessen hatte Apple bereits seine Fühler in Richtung HTML5, CSS und JavaScript ausgefahren.

Adobe schwenkt auf HTML5 und WebGL um

Adobe reagierte seiner Zeit auf Apples Vorstoß mit Entrüstung und behauptete, dass das Unternehmen damit einen Schritt zurück gehe und das nächste Kapitel des Webs verpassen werde. Im Dezember 2015 folgt nun die Einsicht, dass die Zukunft in offenen Standards wie HTML5 liegt. Wenig bescheiden gibt sich Adobe unverändert als Pionier im Vorantreiben von „industry standards“ und stellt mit Adobe Animate CC ein neues Tool für Web-Entwickler vor.

Stellen Sie Ihre Fragen zu diesen oder anderen Themen unseren entwickler.de-Lesern oder beantworten Sie Fragen der anderen Leser.

Mit Animate CC sollen sich zukünftig unter anderem Animationen in HTML5 und Web GL, aber auch 4K-Videos oder SVGs erstellen lassen. Trotz der Kritik wegen Exploit-Kist werden aber auch weiterhin Flash-Exporte damit möglich sein. Ganz endgültig wird das Format also noch nicht ad acta gelegt. Laut des BlogPosts sei der alte Standard in Anwendungsgebieten wie Online-Spielen und Premium-Videos noch unverzichtbar. Neue Formate seien dahingehend noch nicht ausreichend leistungsfähig, heißt es.

Kooperationen und der Neubeginn 2016

Das Problem der Sicherheitslücken soll unter anderem durch Partnerschaften mit Google und Windows behoben werden. Sicherheitsrelevante Informationen sollen so schnellstmöglich an Adobe geleitet werden können. Und durch eine Kooperation mit Facebook will man außerdem die Zuverlässigkeit für Online-Games verbessern. Apple bleibt nach wie vor ein rotes Tuch.

Einen ersten Einblick in Animate CC vermittelt Interactive-Designer Michael Chaize über ein kurzes Sneak-Peak auf YouTube. Übrigens war Google ebenfalls ein Unternehmen, das sich recht frühzeitig von Flash verabschiedet hatte. Im Frühjahr 2016 will Adobe mit einem HTML5-Videoplayer für Desktop-Browser nachlegen und Animate CC soll offiziell an den Start gehen.


Aufmacherbild: LISBON, PORTUGAL – FEBRUARY 5, 2014: Photo of Adobe homepage on a monitor screen through a magnifying glass via Shutterstock, Urheberrecht: Gil C

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -