Google und HTTPS – Nachteile des neuen Ranking-Faktors
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Letzte Woche haben wir berichtet, dass Google in Zukunft HTTPS verstärkt als Signal für den Ranking-Algorithmus nutzen will.

Auf seinem Online Security Blog verkündete das Unternehmen, dass die Nutzung von Https ab sofort als Ranking-Faktor zum Einsatz kommt. In den vergangenen Monaten habe man untersucht, inwiefern die Nutzung sicherer, TLS-verschlüsselter Verbindungen in den Such-Ranking-Algorithmus einfließen kann. Die ersten Resultate sind positiv aufgefallen und die auf der Google I/O gestartete Kampagne „HTTPS everywhere“ (siehe Video unten) soll nun in die Tat umgesetzt werden.

Bislang sei die Nutzung von HTTPS jedoch nur ein schwaches Signal, das weniger als 1 Prozent der globalen Anfragen betreffe, heißt es auf dem Blog. Andere Signale wie qualitativ hochwertiger Content seien weitaus wichtiger.

HTTPS als Problem

Craig Lowell hat sich auf dem Catchpoint Blog jetzt mal seine eigenen Gedanken zur Nutzung von HTTPS als Ranking-Faktor gemacht und sieht diverse Probleme. Zum einen habe Google nicht genau spezifiziert, in welchem Umfang der Faktor HTTPS-Nutzung Auswirkungen auf das Ranking einer Seite habe. Andererseits fühlten sich Unternehmen dazu gezwungen den Ranking-Faktor HTTPS zu beachten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Darüber hinaus dürfe man nicht außer Acht lassen, dass die Implementierung von HTTPS kostspielig sein kann und aus diesem Grund gerade für Startups keine veritable Option sein könnte.

HTTPS als Performance-Killer

Widersprüchlich sei ferner, dass Google in der Vergangenheit immer großen Wert auf die Performance von Seiten gelegt habe, nun aber Unternehmen empfiehlt ein langsameres Verbindungsprotokoll zu benutzen – egal ob es für sie Sinn macht oder nicht.

Fallstricke bei der Umstellung

Auf einen weiteren interessanten Aspekt hat uns Leser Martin Stäbe in seinem Kommentar zum oben erwähnten Beitrag aufmerksam gemacht. Er hat sich als Content Manager bei der Online Solutions Group schon mit dem Thema auseinander gesetzt. Seiner Meinung nach ist es unablässlich, alle alten HTTP-Links auf die neuen HTTPS-Links weiterzuleiten. Dabei geht es nicht nur um HTML-Dateien, auch Bilder, Skript-Dateien und viele mehr sind betroffen, weil ansonsten die Google-Performance leidet.

In einem Blogbeitrag zeigt er fernert fünf Fallstricke auf, die man bei einer Umstellung auf HTTPS aus SEO-Sicht unbedingt beachten sollte:

  1. abgelaufene/ungültige Sicherheitszertifikate vermeiden
  2. 301er Weiterleitungen von den HTTP- auf die HTTPS-Seiten einrichten, da es sonst zu Duplicate Content kommt
  3. ins Leere laufende Links vermeiden, indem die Links entsprechend angepasst werden
  4. HTTPS-Variante der Seite in den Google Webmaster Tools anmelden
  5. Kapazitäten an erhöhte Serverlast anpassen

Aufmacherbild: https Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Pavel Ignatov

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