Google will QUIC als neuen IETF-Standard vorschlagen
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Bereits in 2013 hat Google sein experimentelles Transport-Layer-Netzwerk-Protokoll QUIC eingeführt, das vor allem für eine Reduzierung von TCP-Web-Latenz sorgen soll.

Seither wurde die Traffic-Menge, die Googles verschiedene Services über QUIC ausgibt, stetig erhöht, sodass mittlerweile laut Googles eigenen Angaben rund die Hälfte aller Chrome-Requests über QUIC bedient werden. Nun will Google das neue Protokoll als IETF-Standard vorschlagen. Sergio De Simone fasst die Hintergründe zusammen.

QUIC bietet bessere Performance als der bisherige TCP-Standard

Erst kürzlich kündigte Google an, dass man beabsichtige, QUIC als IETF-Standard vorzuschlagen. Der Vorteil des neuen Netzwerk-Protokolls ist vor allem die deutliche Performance-Verbesserung im Vergleich mit dem bisherigen Standard TCP. So lässt sich zum einen eine geringere Latenz beim Erstellen einer Verbindung feststellen, zum anderen eine verbesserte Überlastungskontrolle und Wiederherstellung bei Verbindungsverlust.

Im Detail heißt das zum Beispiel eine Verbesserung der Mean-Page-Ladezeit von drei Prozent, was sich vor allem bei Latenz-anfälligen Diensten wie zum Beispiel Suchanfragen deutlich auswirkt. Insgesamt, so erklärt das Google-Entwicklerteam, können gut 75 Prozent der Verbindungen von QUICs zero-round-trip-Feature (siehe Screenshot) profitieren.

Abb. 1: Screenshot Zero RTT Connection Establishment

Abb. 1: Screenshot Zero RTT Connection Establishment

Screenshot: Zero RTT Connection Establishment

Bevor QUIC jedoch als neuer IETF-Standard vorgeschlagen werden soll, gibt es für die Entwickler des Protokolls noch einiges zu tun. So soll in den kommenden Monaten zum Beispiel der Handshake-Overhead verringert werden, um eine bessere serverseitige Skalierbarkeit zu gewährleisten und einige weitere Verbesserungen wie das Hinzufügen von Support für Mehrpfads-Verbindungen vorgenommen werden.

Aufmacherbild: Old Way, New Way written on a blackboard with arrows pointing in the direction of the past and the future. von Shutterstock / Urheberrecht: Thinglass

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