HTTP 2.0 Draft revolutioniert die Internetkommunikation mit Google SPDY
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Zum Erstaunen der Webentwicklerwelt hat die Internet Engineering Task Force (IETF) heute den ersten Entwurf zum neuen HTTP-2.0-Standard vorgelegt. So schnell hatte wohl niemand mit der Spezifikation gerechnet,

Zum Erstaunen der Webentwicklerwelt hat die Internet Engineering Task Force (IETF) heute den ersten Entwurf zum neuen HTTP-2.0-Standard vorgelegt. So schnell hatte wohl niemand mit der Spezifikation gerechnet, die nichts weniger als die Zukunft der Internet-Kommunikation festschreiben soll – wie man auch den lebhaften Reaktionen auf Twitter entnehmen kann. Dem veröffentlichten Entwurf liegt das SPDY-Protokoll zugrunde, dessen Technologie unter anderem von Google-Mitarbeitern geliefert wurde.

Bis Juni 2013 will die Arbeitsgruppe „HTTP Bis“ der IETF den HTTP-2.0-Entwurf einem eigenen Konsens annähern. Bisher handelt es sich dabei um eine nahezu unveränderte Kopie der SPDY-Spezifikation, wie SPDY-Mitentwickler Mark Nottingham in der Mailing List bekanntgab.

As discussed and chartered, this initial draft is a straight copy of SPDY; the only thing that should be different is the addition of our editors, and a notice at the top. This gives us a good base for diffs going forward.

Mark Nottingham

Was erwartet uns mit HTTP 2.0?

„SPDY verspricht, die Anzahl der Verbindungen zu reduzieren, sämtliche Daten zu komprimieren und Server Push zu erlauben“, erläuterte Fabian Lange (codecentric) in Ausgabe 4.2012 des PHP Print-Magazins. Auch auf der IPC 2012 im sprach er ausgiebig über das neue Hypertext Transfer Protocol. Darin erklärte er, dass SPDY in erster Linie fünf Probleme von HTTP 1.1 lösen will:

  • Im Http-Protokoll gibt es traditioneller Weise nur einen Request (Get) auf einmal – bei vielen Bildern bedeutet das: viele Gets hintereinander
  • Requests sind nur vom Client aus möglich, nicht vom Server
  • Header-Daten werden nicht komprimiert
  • Viel Header-Daten sind redundant
  • Datenkompression ist bei http nur optional

Gestern noch wurde SPDY als potenzieller Nachfolger von HTTP 1.1 gehandelt. Über Nacht wurde daraus nun Gewissheit. Lange schätzte die Chancen für SPDY schon im Oktober optimistisch ein (und sollte Recht behalten):

[I]m Gegensatz zu ähnlichen Initiativen wie „Speed and Mobility“ von Microsoft ist SPDY schon in einer Vielzahl von Browsern implementiert. Aktuell unterstützt wird SPDY in Chrome seit 11, Ice Cream Sandwich, Amazon Silk (Kindle Fire), Firefox ab 13, Opera seit 12.1. Auf der Client-Seite sprechen SPDY u.a. Apache mod_spdy, erlang-spdy, node-spdy, netty 3.3.1, Jetty 7.6.2 und Tomcat ab der kommenden Version 8.0.0-dev. [und nginx in der aktuellen Version]

Die Änderungen, die die IETF konkret vornehmen will, sind derzeit noch Hauptteil der Diskussionen. Dabei handelt es sich um einen offenen Prozess, an dem sich jeder im Issue Tracker der HTTPbis beteiligen kann.

SPDY-Autor Mark Nottingham stellt heraus, dass die vorliegende Spezifikation noch nicht zur Implementierung vorgeschlagen ist. In den nächsten Wochen sollen noch etliche Änderungen einfließen, die zu einem weiteren Entwurf führen werden, der voraussichtlich Anfang 2013 für Test-Implementierungen freigegeben wird.

This draft is (obviously, I’d hope) NOT for implementation. When we get to a point where we’ve addressed some issues and evolved the protocol sufficiently, we’ll mark a draft for test implementation; I’m hoping this will happen very early next year, and we’ll iterate as necessary after that. Mark Nottingham

Den Prozess verfolgen wir weiter und halten Euch auf dem Laufenden!

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