Ladezeiten-K.O? – Wie die Seitengröße die Performance belastet
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Die User Experience wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wozu zum Beispiel auch die Seitenladezeit gehört. Diese wird etwa auch beim Indexieren einer Website von Google miteinbezogen und trägt so zum Suchmaschinenranking einer Website bei.

Langsame Seitenladezeiten sind oft die Folge der Seitengröße – und diese nimmt immer mehr zu. Tammy Everts erklärt, woran das liegt und welche Folgen diese Entwicklung haben könnte.

Bilder und Third-Party-Scripts drücken die Performance

Seit einigen Jahren scheint es, als ginge der Trend bei der Seitengröße in nur eine Richtung: aufwärts. Noch im Mai diesen Jahres lag die durchschnittliche Größe einer Top-1000-Seite bei 1491 KB; in November dagegen bereits bei 1795 KB. Damit stieg die durchschnittliche Website-Größe in einem halben Jahr um 20 Prozent. Noch eindrucksvoller ist der Vergleich mit der Größe einer Website in 2010: in vier Jahren stieg sie um 186 Prozent.

Wie auch das folgende Bild zeigt, setzt sich die Website-Größe aus verschiedenen Content-Typen zusammen. Dabei nehmen Bilder und Grafiken mit ziemlich genau 1000 KB den größten Teil der Payload ein, wobei viele der Bilder nicht komprimiert, falsch formatiert und in der falschen Größe genutzt werden und so die Performance herunterziehen.

Screenshot Vergleich Website-Größe nach Content-Type

Screenshot: Vergleich Website-Größe nach Content-Typen

Auch der Bereich „Andere“ wächst deutlich. Dazu könnten, so nimmt Tammy Everts zumindest an, vor allem Third-Party-Scripts gehören. Sie sorgen nicht nur für eine höhere Seitengröße und Latenz bei der Ladezeit, sondern bieten auch zahlreiche andere Anfälligkeiten, die sich negativ auf die Seitenperformance auswirken können.

Ebenso ist auffällig, dass der Einsatz von Flash immer mehr abnimmt, während Custom Fonts weiter auf dem Vormarsch sind. Zwar drücken sie nicht von Haus aus auf die Performance, allerdings lassen sich verlängerte Ladezeiten bei einem umfangreichen Einsatz von Custom Fonts nicht ausschließen.

Ein Aspekt der bei dieser deutlichen Zunahme der Website-Größe nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist auch, dass diese nicht nur die Desktop-Performance beeinträchtigt. Gerade für die Darstellung auf mobilen Devices sind fast zwei MB eine Menge Daten, die geladen werden wollen – und das möglicherweise bei einer schlechten mobilen Internetverbindung.

Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile mehr User vom mobilen Device aus surfen als vom Desktop, ist dies eine Entwicklung, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Mobile-optimierte Websites können zwar für eine besser User Experience sorgen – ein Allheilmittel sind sie allerdings nicht.

Aufmacherbild: Boxing glove surprise von Shutterstock / Urheberrecht: Alex Mit

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