Leben im Smart Home – so nah und doch so fern
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Wäre es nicht schön, wenn pünktlich zum Aufstehen schon der Kaffee dampft? Wenn ihr die Fenster mit Blick auf den Wetterbericht von der Arbeit aus öffnen oder schließen könnten? Ja, das wäre schön…

Wäre es nicht schön, wenn pünktlich zum Aufstehen schon der Kaffee dampft? Wenn ihr die Fenster mit Blick auf den Wetterbericht von der Arbeit aus öffnen oder schließen könnten? Ja, das wäre schön… und das können wir heute schon haben, aber nur Einschränkungen!

Gut, den getimten Rollladen kennen wir schon. Auch die Kaffeemaschine mit Zeitschaltuhr ist nichts Neues mehr. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um Devices, die miteinander kommunizieren können. Es gibt bereits diverse Anbieter von Hardware und Apps, die uns helfen sollen, unsere Devices aufeinander abzustimmen und sie über das Smartphone zu kontrollieren. Viele Startups haben die Geschäftsidee erkannt und werfen Lösungen für Heimautomatisierung und –sicherung auf den Markt. Und auch große Player sind am Ball: Google etwa kaufte erst im Januar das Unternehmen Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar – ein deutlicher Hinweis auf die Bestrebung des Unternehmens ins Geschäft um vernetzte Haushaltsgeräte einzusteigen. Aber immer langsam mit den jungen Pferden: All diese Modelle sind bei weitem noch nicht ausgereift und derzeit eher was für Hobbytüftler

Geoffrey A. Fowler ist so einer und arbeitet gerade daran, sein Haus so richtig „smart“ zu machen. Sein Bericht zeugt von schweiß, Blut und Tränen, zeigt aber dennoch, was die Zukunft bringen könnte. Sein Smartphone warnt ihn etwa wann immer seine Haustür geöffnet wird, sein Verandalicht geht automatisch an sobald er sich seinem Haus nähert. Aber der Weg dorthin war gezeichnet von Zeit, Geld und gelegentlichen Niederlagen.

Schritt 1: Ein Hub einrichten Wer sein Haus smart machen will, so erklärt Fowler, muss zuerst ein Hub installieren. Fowler setzte insgesamt drei Controller ein, die zwischen 99 und 299 US-Dollar kosteten. Was man natürlich nicht vergessen darf: Die Dinge, die ihr smart machen wollt, müssen irgendwie ans Internet.

Stolperstein 1: Die vorhandenen Hubs bringen gewisse Grundfähigkeiten mit, wie etwa das Licht mit dem Smartphone ein- und auszuschalten. Wolltet ihr eure Devices aber unter Einbezug verschiedener Bediengungen agieren lassen, müsst ihr das entsprechend selbst programmieren.

Schritt 2: Sensorik Wie kann das Ganze also aussehen: Klar, man könnte die Kaffeemaschine mit dem Wecker des Smartphones synchronisieren, so dass sie automatisch zur Alarmzeit angeht. Aber das wäre ja nicht allzu weit von der Zeitschaltuhr entfernt. Was Fowler also gemacht hat, ist, er hat ganze drei Bewegungsmelder vor seinem Schlafzimmer positioniert, die seinen Controllern mitteilen sollten, dass diese das Licht anmachen und das Radio anschalten sollen.

Stolperstein 2: Nur die teuerste Variante schaffte das, weil sie die höchste Reichweite hat. Gleichzeitig erhielt er eine Warnung vom Hersteller Nest, der ihm mitteilte, dass die von ihm verwendeten Hubs nicht mit den Thermostaten des Herstellers kompatibel seien – ein Umstand, den man also ebenfalls beachten sollte: Viele der bereits verfügbaren smarten Devices sind bisher nicht für Home Controller freigegeben. Die Gründe sind die auf der Hand liegenden Zweifel was die Sicherheit und den technischen Standard betrifft.

Schritt 3: Software Fowler nutzte SmartThings, womit er recht zufrieden ist. Mit dem „Rise and Shine“-Template konnte er die Hubs so einstellen, dass sie zwischen 6.45 und 8 Uhr morgens auf eine Sensormeldung „lauschten“ und entsprechend die zugeschalteten Devices in Gang setzten.

Stolperstein 3: Aus nicht erklärlichen Gründen versagen die Programme von Zeit zu Zeit – ob’s an schlechter Programmierung oder dem System insgesamt liegt, vermag Fowler nicht zu sagen.

Insgesamt zeigt Fowlers Experiment, dass das Internet der Dinge und das schlaue Haus, in dem wir keinen Fingerstreich mehr machen müssen, doch noch Zukunftsmusik sind. Begründet sieht er das vor allem in der Tatsache, dass wir gewisse Lebensrhythmen und –logiken haben, die bisweilen noch nicht in Vollendung in künstliche Intelligenz umgesetzte werden können. Einfaches Beispiel: Man möchte informiert werden, wenn sich in der eigenen Abwesenheit am Haus etwas regt – aber damit ist nicht gemeint, dass ein Schwarm Vögel vom Baum aufsteigt oder eine Katze ums Haus schleicht. Es sind diese kleinen aber feinen Unterschiede, die bisweilen noch nicht in Vollendung durch smarte Geräte abgedeckt werden können.

Trotzdem geben Fowlers Bemühungen beeindruckende Hinweise darauf, was in Zukunft möglich sein wird – aber es wird wohl noch eine Weile daern, bis wir diese Lösungen Out of the Box nutzen können.

Aufmacherbild: Smart home technology concept symbol illustration. von Shutterstock / Urheberrecht:Macrovector

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