Worauf Webdesigner bei minimalistischen Designs für Web und Mobile achten sollten

Minimalismus – mehr als nur Design für „faule“ Webdesigner
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Ein gern genutzter Satz lautet: Weniger ist mehr. Das gilt oft nicht nur in vielen anderen Bereichen des Lebens, sondern auch im Design – und zwar egal, ob es sich dabei um Web- oder Mobile Design handelt. Der Trend geht also zum Minimalismus, doch dabei ist es längst nicht damit getan, einfach ein hübsches Hintergrundbild zu wählen und mit möglichst wenigen Elementen die entsprechende Website zu erstellen.

Stattdessen gibt es einiges zu beachten, damit das minimalistische Design unabhängig davon funktioniert, ob es für ein winziges Mobile-Display oder den überdimensionierten Retina-Screen bestimmt ist. Gabrielle Gosha hat darum einige nützliche Tipps und Tricks zusammengestellt, die Webdesignern dabei helfen sollen, das meiste aus ihrem minimalistischen Design herauszuholen.

Tipps und Tricks bei minimalistischen Designs

Oft sind es gerade die einfachsten Designs, die für den größten Erfolg sorgen können. Schaut man sich aktuelle Design-Trends an, findet sich Minimalismus schon lange ganz vorne auf der Liste und immer mehr Websites adoptieren ihr Design zu möglichst wenigen, dafür möglichst vielsagenden Elementen, die gleichzeitig auch noch Blickfang sein sollen.

Kein Wunder allerdings, dass es auch genug Seiten gibt, bei denen mit ihrem Versuch, ein minimalistisches Design zu implementieren, über das Ziel hinausgeschossen wurde. Es mag zwar keine festgesetzten Regeln für die Implementierung geben – sieht man mal von der offensichtlichen Überlegung, die Anzahl der Elemente zu reduzieren, ab – doch es gibt natürlich zahlreiche Best Practices sowie Do’s und Don’ts, die sich je nachdem ob sie auf Web oder Mobile ausgelegt sind, leicht unterscheiden. Gosha nennt zum Beispiel die folgenden Tipps und Tricks:

1.

Wireframes


Schon bevor man überhaupt mit dem eigentlichen Design anfängt, lässt sich der spätere minimalistische Effekt planen – und zwar mit Wireframes. So ist es deutlich einfacher, mit einem Blueprint anzufangen, anstatt später krampfhaft zu versuchen, die bestehende Anzahl der Elemente zu reduzieren. Trotzdem sollte man auch das Erstellen von Wireframes nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade bei minimalistischen Designs sollte besonderen Wert auf die Details gelegt und die Bedeutung jedes Elements genau analysiert werden. Auch das Layout spielt dabei natürlich eine große Rolle und bietet viel mehr Möglichkeiten, einzigartige Styles umzusetzen.

2.

Schlichtheit


Ein wichtiger Aspekt von minimalistischen Designs ist, dass jedes Element eine Bewandtnis hat. Weiß man nicht, welche Aufgabe ein bestimmtes Element eigentlich erfüllen soll, ist es automatisch ein Streichkandidat und sollte aus dem Design entfernt werden. Grundsätzlich ist es deutlich einfacher, mit vielen Elementen im Design anzufangen und dann nach und nach Elemente herauszunehmen – und zwar so lange, erklärt Gosha, bis man das Gefühl hat, das Design würde die Seite brechen lassen. Mithilfe von regelmäßigen Funktionalitätstests lässt sich aber auch das vermeiden.

3.

Optionen einschränken


Die meisten Websites bestehen heutzutage aus zahlreichen Elementen, die den User oft mit der Auswahl der Optionen überfordert zurücklassen. Bei minimalistischen Designs ist es darum ratsam, die angebotenen Optionen, etwa in den Navigationsmenüs, deutlich einzuschränken. Einerseits wird so verhindert, dass der User sich vom Design der Seite erschlagen fühlt, andererseits kann durch ein minimalistisches Layout der Fokus des Users besser gelenkt und so letztendlich auch die Conversion gesteigert werden.

4.

Design-Elemente


Design-Elemente spielen, sofern sie richtig angewandt werden, eine entscheidende Rolle bei minimalistischen Designs für Web und Mobile. Vor allem der White Space ist es, auf den es beim Minimalismus im (Web-)Design ankommt, und auch ein flaches Design mit großen Typografie-Elementen kann für ein auffälliges Design sorgen. Zudem muss auch auf den Kontrast, die Balance und die Ausrichtung der Design-Elemente geachtet werden – und zwar schon am besten bei der Erstellung des Wireframes.

5.

Pattern und Farben

Nicht nur die Anzahl der einzelnen Elemente in einem minimalistischen Design sollte soweit wie möglich heruntergeschraubt werden, sondern auch die Anzahl der verschiedenen Farben. Natürlich heißt das nicht, dass man nur neutrale Farben nutzen kann oder sollte. Man sollte aber versuchen, sich auf maximal drei Farben zu beschränken und damit nur einzelne Bereiche des Designs zu akzentuieren. Auch der Einsatz von Patterns kann dabei helfen, etwa den Hintergrund zu betonen und so das Fehlen von allzu vielen Farben auszugleichen.

Do’s und Don’ts für minimalistische Designs für Web und Mobile

Es wird anhand der oben genannten Tipps bereits deutlich, dass es zahlreiche Tipps und Tricks bei der Implementierung von minimalistischen Designs für Web und Mobile zu beachten gibt. Die nachfolgende Tabelle fasst noch einmal die wichtigsten Do’s und Don’ts zusammen:

Do’s fürs Web Do’s für Mobile Don’ts für Web und Mobile
Wireframes Beim Layout auf modulare, hierarchische und Layouts mit mehreren Spalten setzen Online Wireframe-Tools für die Planung nutzen um Layout-Problemen vorzubeugen Nie ohne eine Liste des gesamten Contents an die Wireframe-Erstellung herangehen und sich nur auf ein Design versteifen
Einfachheit Unnötigen Content reduzieren und damit das Design mit einem Zweck versehen Durch die kleinere Displaygröße von Mobile Devices sollte genau auf die Abstände zwischen den Elementen geachtet werden, es gilt: weder zu kleine noch zu große Abstände setzen Niemals sollten so viele Elemente entfernt werden, dass das Design keinen Fokuspunkt mehr hat. Ein gutes minimalistisches Design braucht ein „Hallo, hier bin ich“-Element.
Optionen einschränken Navigationsoptionen sollten am besten auf drei bis vier Optionen beschränkt werden Navigationsoptionen sollten auch in Mobile Designs nicht in Hamburger-Icons versteckt werden, sondern stattdessen andere Optionen in Erwägung gezogen werden Es sollten niemals Elemente entfernt werden, die die Funktionalität für den User einschränken
Design-Elemente Mehrere Größen für ausladende Typografie-Elemente nutzen um andere Grafiken auf der Seite auszugleichen Für Mobile Devices sollte die Displaygröße bedacht werden und bei der Wahl der Typografie und ihrer Größe darauf Rücksicht genommen werden Niemals den Fokus und die Balance des Designs aus den Augen verlieren, sonst wirkt es schnell unvollständig
Patterns und Farben Bei der Implementierung von Patterns in Webdesign sollte auf die Nutzung von nahtlosen Mustern geachtet werden Bei der Konzeptualisierung sollte vor allem bei der Menge der Farben deutlich reduziert und nur wenige Farbpaletten genutzt werden Es sollten nicht zu viele Farben, Pattern und Texturen eingesetzt werden – auch dann nicht, wenn man denkt, es fehlt an Farbe.

Aufmacherbild: White room with sofa and empty background wall von Shutterstock / Urheberrecht: Robert Kneschke

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