Mit sechs Tipps zur guten User Experience bei Mega-Dropdown-Menüs
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User Experience ist eines der wichtigsten und komplexesten Themen bei der Gestaltung von Websites. Gefällt dem User nicht, was er sieht, bleibt er nicht. Das ist bitter, gerade wenn doch viel Zeit, Geld und Energie in eine Website geflossen sind. Nun gibt es allerdings auch nicht den einen Faktor, der eine gute User Experience ausmachen würde; woran es im Einzelnen scheitern kann, ist ganz unterschiedlich.

Eine mögliche Problemquelle ist dabei das Navigationsmenü. Jan Pohlmann erklärt im Blog produktbezogen, welchen Einfluss Mega-Dropdown-Menüs auf die Nutzerfreundlichkeit haben und wie man typische Fehler bei der Erstellung dieser Menüs vermeidet.

Mangelhafte Umsetzung

Mega-Dropdown-Menüs gehören mittlerweile zum Standard beim Webdesign. Richtig gestaltet dienen sie als Navigationsgeräte für den Nutzer und bieten viele Vorteile gegenüber allen anderen Menüstrukturen. In keinem anderen Menü kann schneller ein Überblick über das Angebot einer Website gewonnen werden als im Mega-Dropdown-Menü. Auch zur Gruppierung von Optionen stehen hier ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung – diese sind aber nur dann sinnvoll, wenn sie mit Bedacht eingesetzt werden.

Ein Mega-Dropdown-Menü, gefühlt so groß wie ein entfalteter Papier-Stadtplan Londons, das nicht einmal auf den Bildschirm passt, ist wohl das beste Beispiel dafür, wie es nicht geht. Nicht nur sieht der Nutzer hier nur Teile der Menüoptionen, auch die eigentliche Website ist fast vollständig verdeckt. Und das, obwohl der Nutzer gar kein Menü öffnen wollte, sondern nur zufällig mit der Maus über die Navigation geraten ist! Dass die User Experience durch solche Menüs nicht unbedingt positiv beeinflusst wird, ergibt sich wohl von selbst.

6 Tipps zur Verbesserung

Grundlegend wichtig ist für Pohlmann daher, dass sich Mega-Dropdown-Menüs nicht versehentlich in den Vordergrund drängen. Sein Vorschlag ist eine Reaktionsverzögerung von 0,5 Sekunden. Wird die Maus in dieser Zeit wieder aus dem Menübereich wegbewegt, öffnet sich nichts.

Die Menügröße ist ein weiterer Punkt auf seiner Liste. Wenn das Menü die gesamte Website verdeckt oder optisch nicht von dieser zu unterscheiden ist, verwirrt das nur. Es muss stattdessen jederzeit klar sein, wo das Menü anfängt und wo es aufhört – und die eigentliche Website muss auch mit geöffnetem Menü sichtbar bleiben.

Alternativen schaffen

Auch dann wird aber nicht jeder Nutzer mit einem Mega-Dropdown-Menü glücklich. Für User, die nicht Willens oder nicht dazu in der Lage sind, diese Menüs zu bedienen, sollten alternative Menüstrukturen vorhanden sein. Dazu sollte die oberste Ebene der Navigation jederzeit zu einem statischen Menü führen – nicht zu gut gemeinten thematischen Informationsseiten, die aber keinen Zugang zu tieferen Menüstrukturen ermöglichen.

Daneben gehören in ein Mega-Dropdown-Menü entweder alle Links der aufgeführten Kategorien oder keine. Wenn ein Teil des Kategorie-Inhalts unmittelbar im Mega-Dropdown-Menü angezeigt wird, nimmt der Nutzer die Auflistung als vollständig wahr – was sich hinter einem „weiter“-Link verbirgt, geht verloren.

Guter Aufbau

Dabei muss das gar nicht sein. Ein gut strukturiertes Mega-Dropdown-Menü ist sehr hilfreich für den Nutzer – dann, wenn sich wirklich jemand Gedanken über den Aufbau gemacht hat. Die Unterteilung in zwei Ebenen hat sich bewährt, die Ebenen müssen für den Nutzer klar von einander zu unterscheiden sein. Das heißt: Nicht zu viele Links auf einer Ebene, keine Bilder, die nur ablenken, eine Fokussierung auf relevante Inhalte. Dann ist das Menü für Desktop-User schon einmal gut nutzbar.

Die Situation von Mobilgerät-Nutzern sieht noch einmal anders aus. Kleinere Bildschirme machen es schwierig, mit großen Menüs zu arbeiten; Mouseover-Effekte schließen sich von selbst aus. Die Bedürfnisse der Nutzer mobiler Endgeräte dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden.

Mega-Dropdown-Menüs sind grundsätzlich eine praktische Sache. Wer die Tipps von Pohlmann beachtet, ist schon einmal auf einem guten Weg zu einem Menü, das den Nutzern entgegenkommt statt sie zu behindern. Ob sich Mega-Dropdown-Menüs allerdings langfristig durchsetzen oder doch an der häufig undurchdachten Umsetzung scheitern, wird sich noch zeigen müssen.

Aufmacherbild: compass on the map via Shutterstock.com / Urheberrecht: sergign

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