Mobile-Welt = Offline-Welt? Was der Offline-First-Ansatz für App-Entwickler heißt
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Dank Smartphones, Tablets und dem mobilen Internet leben wir in einem Zeitalter der ständigen Vernetzung – zumindest solange man ein Empfangssignal hat. Zwar sollen mobile Devices dafür sorgen, auch unterwegs erreichbar zu sein und schnell an Informationen aus dem Netz zu gelangen, doch bei schwacher oder nicht vorhandenen Internetverbindungen sind viele Apps meist nutzlos.

Darum wird immer mehr eine Offline-Funktionalität erwartet und der Offline-First-Ansatz zu einer neuen Herausforderung für App-Entwickler. Jon Bailey zeigt anhand verschiedener Beispiele, wie sich solch ein Offline-First-Ansatz bereits praktisch umsetzen lässt und so gleichzeitig die User Experience für Mobile-User verbessert.

Offline-Funktionalität wird zur Kernfrage

Vergleicht man die „alte“ Web-Welt mit der neuen Mobile-Welt fallen einem kleine, aber feine Unterschiede auf. So wurden nur wenige Web-Applikationen für die Nutzung im Offline-Modus erstellt, weil meist eine überwiegend stabile Internetverbindung angenommen wurde. Oder, wie es Jon Bailey ausdrückt:

In a web world, offline was an exception case; in a mobile world, it’s the rule.

Der Fokus verschiebt sich allerdings immer mehr zu Mobile-Apps; dementsprechend müssen Web-Entwickler sich darauf einstellen, dass die Offline-Funktionalität nicht länger ein Ausnahmefall, sondern eine Kernfrage ist. Wie aber lässt sich eine solche Offline-Funktionalität praktisch umsetzen?

Beispiele für Offline-Funktionalität in der Praxis

Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass der Wunsch nach einer Offline-Funktionalität bei den Nutzern aufkommt und sich dementsprechend darauf vorbereiten, um ihren User eine gute User Experience zu bieten. Vorreiter dabei ist zum Beispiel Google, dessen Team im Juli ankündigte, dass alle Chrome-Web-Apps auch offline funktionieren müssen. Doch auch andere Unternehmen leisten dabei bereits gute Arbeit.

So ermöglicht es die E-Commerce-Seite Diapers.com ihren Kunden, auch ohne eine stabile Internetverbindung Produkte in ihren Warenkorb zu legen, und diese, sobald das Signal wieder hergestellt ist, zu kaufen.

Nokia hat eine ganze Reihe kostenloser Karten-Apps entwickelt, bei denen die Karten für den Offline-Gebrauch vollständig heruntergeladen und auch ohne Internetzugriff durchsucht werden können.

Soziale Netzwerke wie Snowciety erlauben es ihren Usern, Fotos, Status-Updates und die Schneebedingungen zu teilen, während sie mit dem Internet verbunden sind; ermöglichen es aber gleichzeitig, den Zugriff auf Routen zu erhalten, wenn die Verbindung unterbrochen ist.

Neue Herausforderung Offline-Funktionalität

Es zeigt sich also, dass durch das steigende Bedürfnis nach Offline-Funktionalität App-Entwicklern vor neue Herausforderungen gestellt werden – immerhin könnte dadurch eine ganz neue Ebene in der Architektur entstehen. Zwar wird daran gearbeitet, den Verbindungsverlust bei mobilen Internetverbindungen zu mindern, allerdings dürfe dies, so erklärt Jon Bailey, keine Mobile-Strategie sein.

Stattdessen müssen sich die App-Entwickler dieser neuen Herausforderung stellen, um den Anforderungen der User gerecht zu werden, denn:

designing for offline functionality will keep users productive and engaged, even when the bars are at zero.

Aufmacherbild: Offline button on computer keyboard von Shutterstock / Urheberrecht: Tammy54

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