Das war der Web Development Day auf der BASTA! Spring 2016

Moderne Web Apps – aktuelle Anforderungen und wie man sie bewältigt
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Die Anforderungen an moderne Webanwendungen haben sich enorm geändert. Was es alles unter einen Hut zu bringen gilt und wie man es schafft, zeitgemäße und plattformunabhängige Webanwendungen zu schreiben, zeigte heute der Web Dev Day auf der BASTA! Spring 2016.

Web-Apps müssen heutzutage nicht nur mobil sein und auf jeder Plattform laufen, sondern auch noch reichhaltige Inhalte haben und allen Komfort mitbringen, den auch klassische Desktopanwendungen bieten. Bestenfalls sollen sich die Anwendungen darüber hinaus nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen, um Geschäftsprozesse optimal zu unterstützen. Mit genau diesen Anforderungen sehen sich Entwickler heute konfrontiert, vor allem, wenn sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, moderne Web-Apps zu erstellen. Um sie zu erfüllen, müssen eine Vielzahl von client- und serverseitigen Technologien kombiniert werden.

Neuerungen für Webanwendungen in ASP.NET Core 1.0

Was Entwickler von den nächsten Versionen von ASP.NET Core 1.0 erwarten können, stellten Holger Schwichtenberg (www.IT-Visions.de/5Minds IT-Solutions) und Manfred Steyer (softwarearchitekt.at/www.IT-Visions.de) in ihrer Session „Neuerungen für Webanwendungen und Services/APIs in ASP.NET Core 1.0“ vor, denn in dieser neuen Welt ist einiges anders.

Microsoft hat sein Webserverframework ASP.NET komplett überholt und in weiten Teilen neu implementiert. Herausgekommen ist ASP.NET Core 1.0, das nicht nur plattformunabhängig, sondern auch wesentlich leichtgewichtiger sein soll, als seine Vorgänger. Doch lohnt sich der Umstieg auf ASP.NET Core überhaupt? Nach Meinung von Schwichtenberg schon, und zwar wenn es um die Erstellung neuer Webanwendungen geht: „Dann ist der Umstieg auf jeden Fall eine zukunftssichere Alternative.“ Überzeugend seien zudem vor allem die Performance und verschiedene neue Funktionen, letztere müssen sich laut Schwichtenberg allerdings erst einmal bewähren,

ASP.NET Core 1.0 ist übrigens auch der Nachfolger von ASP.NET Web API und kommt somit künftig auch beim Erstellen von Services bzw. Web APIs auf der .NET-Plattform zum Einsatz. Aber auch funktional gibt es Neuigkeiten: Mithilfe von sogenannten Tag Helpern kann man nun auch eigene Steuerelemente in MVC schreiben. Die Wiedererkennung lässt sich außerdem mit View Components verbessern, und es gibt neue Tools wie npm, Bower und GULP in Visual Studio.

Für Web APIs unter ASP.NET MVC 1 gibt es laut Steyer zudem noch eine weitere spannende Neuerung: „Es wird kein eigenes Routing für Web APIs geben, stattdessen wird dasselbe Konzept genutzt, das auch für MVC-Anwendungen zum Einsatz kommt.“ Der Nachteil ist allerdings, dass keine URL-Parameter mehr berücksichtigt werden können. Dass heißt, dass man nicht mehr anhand von URL-Parametern entscheiden kann, welche Action-Methode zur Ausführung kommt. Das kann zu Problemen führen, wenn man bestehenden Code migrieren will. „Die gute Nachricht ist aber, es wird einen Kompatibilitätsmodus geben“, so Steyer.

What the Flux: Facebook mit neuen Konzepten und JavaScript-Bibliotheken

Auch Facebook hat verschiedene Konzepte und JavaScript-Bibliotheken vorgestellt, die auf die Entwicklung von clientseitigen (Web-)Anwendungen abzielen, darunter React, JSX, Relay und Co. Eine Menge Fragen blieben dabei jedoch noch offen, zum Beispiel was sich eigentlich hinter diesen Begriffen verbirgt, welche Probleme sie lösen und wofür man sie verwenden kann. In ihrer Session „React, JSX, Relay, GraphQL … What the Flux?“ brachten Thomas Mahringer (mindruptive Innovation Blog) und Christian Schwendtner (Programmierfabrik GmbH) Licht ins Dunkel und gingen vielen offenen Fragen auf den Grund.

Reactive JavaScript mit RxJS

Was steckt eigentlich hinter dem Phänomen RxJS? Geht es nach Maximilian Berghoff (Mayflower GmbH) stellt man sich dazu am besten vor, wie sich das Iterator Pattern und das Observer Pattern in einer Bar kennenlernen, sich ineinander verlieben und ein Kind zeugen, das sie – richtig geraten – RxJS nennen. Etwas weniger bildhaft gesprochen, handelt es sich hierbei um ein Paradigma, bei dem der Datenfluss im Fokus liegt.

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RxJS stellt Erweiterungen zur reaktiven Programmierung in JavaScript bereit: Angestrebt wird, ein stabiles, skalierbares und resilientes Anwendererlebnis zu schaffen. „Im Kern steht der effiziente Umgang mit asynchronen Ereignissen“, betont Berghoff. Und die sind zahlreich: vom Bootstraping der Applikation, der Steuerung von Animationen, dem Umgang mit Benutzereingaben bis hin zu XHRs.

In seiner Session erklärte Berghoff anhand beispielhafter Implementierungen, wie mit dem neuen Paradigma zeitgemäße asychrone Anwendungen eventgetrieben entwickelt werden, ohne überflüssigen Overhead zu produzieren.

Typsicheres JavaScript mit TypeScript

Apropos JavaScript: Einer der Hauptkritikpunkte an JavaScript, und damit der gesamten HTML5-Bewegung, ist laut Timo Korinth (Maximago GmbH) das Fehlen von Typen und Klassen in der Programmiersprache. In den letzten Jahren sind jedoch einige Sprachen und Erweiterungen von JavaScript erschienen, die Alternativen dazu bieten. „Gerade für .NET-Entwickler hat sich TypeScript als einfache und wirksame Erweiterung herauskristalisiert“, sagt Korinth. Google baut nun auf TypeScript auf, das als Grundlage für das kommende 2.0-Release von AngularJS dienen soll. In seiner Session demonstrierte er ein paar praktische Beispiele und machte die Grundlagen und Chancen dieser Sprache verständlich.

Mehr Infos zu den Themen und einigen mehr wird es auch im weiteren Verlauf der Woche auf der BASTA! Spring 2016 geben.

 

Aufmacherbild: Young woman practicing rock-climbing on a rock wall indoors von Shutterstock / Urheberrecht: Nejron Photo

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