Mozilla Geschäftsbericht 2014

Mozilla: flexibler werden – aber ohne Google
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Mozilla konnte durch die Suchpartnerschaft zwischen Firefox und Google den Umsatz um fünf Prozent steigern. Seit diesem Jahr sind Mozillas Geschäftsbeziehungen jedoch deutlich breiter aufgestellt – Googles Finanzspritze entfällt, die Partnerschaft beendet. Können Yahoo, Yandex und Baidu diesen Wegfall abfangen?

Die Mozilla Foundation konnte laut des gerade veröffentlichten Geschäftsberichts den Umsatz von 2013 zu 2014 um fünf Prozent steigern. Die Gesamteinnahmen des letzten Jahres wurden auf rund 329,5 Millionen US-Dollar beziffert. Nachdem Mozilla vor etwa einem Jahr für den Firefox-Browser die Suchmaschinen-Partnerschaft mit Google aufgekündigt hatte, bekräftigte die Foundation nun, dass sie seitdem nicht mehr von Google als Haupteinnahmequelle abhängig sei. An die Stelle von Google trat Yahoo, das nun in den USA als Suchmaschine für den Firefox voreingestellt ist.

Der Anteil der Spenden und Zinsgewinne für Mozilla betrug 2014 lediglich rund sechs Millionen Dollar. Der Nettogewinn von rund 270 Millionen Dollar ist damit vorwiegend durch den Such-Deal erwirtschaftet worden. Die Haupteinnahmequelle für 2015 müsste damit wohl durch Yahoo kompensiert werden. Chief Business Officer Denelle Dixon-Thayer bekräftigte in einem Tweet, dass Mozilla keine wirtschaftlichen Beziehungen mehr zu Google unterhalte. Mozilla versuche stattdessen seine Geschäftsbeziehungen breiter aufzustellen.

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Yahoo, Yandex und Baidu mischen mit

Neben Yahoo unterhält Mozilla auch Beziehungen zu den Suchanbietern Yandex und Baidu sowie zu Amazon, eBay und Microsoft (Bing). Während in Europa noch immer Google als Suchmaschine voreingestellt ist, kommt die russische Suchmaschine Yandex in Russland und der Türkei zum Einsatz, Baidu in China. Sollte die Umstellung auch bald in Europa vollzogen werden, könnte das nicht nur Google einige Nutzer kosten, sondern auch Mozillas Einnahmen weiter sichern.

Auch für Yahoo hat sich die Partnerschaft offenbar ausgezahlt. Nachdem in den USA Yahoo im Dezember 2014 als Standardsuchmaschine im Firefox eingerichtet wurde, konnte Yahoo den Marktanteil von 7,4 Prozent (November 2014) auf 10,4 Prozent (Januar 2015) steigern – und das, obwohl in den USA nur rund 14 Prozent der Internetnutzer Firefox nutzen. Der Anteil von Firefox-Usern in Europa liegt bei schätzungsweise 23 Prozent, in Deutschland sogar bei 41 Prozent ohne Mobile. Auch wenn Google als Standardsuchmaschine weiterhin den Markt dominieren wird, ist eine Umstellung beim Firefox-Browser womöglich nicht unerheblich.

Was die mobile Nutzung angelegt, hat Mozilla noch einigen Nachholbedarf. War der mobile Browser lange Zeit nur für Android erhältlich, findet er mittlerweile auch für iOS Anwendung. Im Vergleich zu den Marktführern Apple und Google ist der Marktanteil von Mozilla für Mobile jedoch verschwindend gering. Doch auch hier könnte der mobile Browser durch seine breite Add-Ons-Palette vielleicht noch punkten; vor allem bei den Usern, die sich ihren Browser individuell zusammenstellen und ihr Browsing-Verhalten mehr in die eigene Hand nehmen möchten.

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