Neuer Peer-to-Peer-Browser Maelstrom als Beta erschienen
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Als User hat man bei der Auswahl seines Lieblingsbrowsers mittlerweile die Qual der Wahl. Zwar kauft so schnell kein neuer Browser-Hersteller den vier größten Browsern Chrome, Firefox, Safari und Internet Explorer den Schneid ab; das heißt jedoch noch lange nicht, das man nicht versucht, sich am Browser-Markt zu etablieren.

So gab es dieses Jahr bereits den Release des neuen Vivendi-Browsers, und erst kürzlich erschien eine erste Beta-Version des von BitTorrent entwickelten Projekt Maelstrom – einem Peer-to-Peer-Browser, der die Verbreitung von Content neu gestalten will. Marc Schenker hat die Hintergründe des Projekts zusammengefasst.

Die Idee hinter Maelstrom

BitTorrent dürfte vor allem durch das gleichnamige Protokoll bekannt sein. Mit dem Projekt Maelstrom wollen dessen Entwickler eine neue Möglichkeit zur Verbreitung von Content im Web bieten – und zwar eine, die nicht von einem Webserver abhängig ist. Die Idee hinter dem Peer-to-Peer-Browser ist es, die gleichen, bereits verteilten Protokolle des Torrent-Clients zu nutzen, um so Content aus den Browsern anderer User zu nehmen, anstatt ihn von einem Standard-Webserver abzurufen.

Mit einer solchen Konfiguration kann – so zumindest die Theorie – die Kontinuität einer Website sichergestellt werden, auch wenn zum Beispiel ihr Server kompromittiert wurde. Maelstrom kann zudem auch auf HTTP-Sites zugreifen, während BitTorrents P2P-Protokoll ausgeführt wird. Dafür machte man sich die Open-Source-Version von Google Chrome zu Nutze.

Maelstrom Beta bringt Verbesserungen der User Experience

Die kürzlich erschienene Beta-Version des neuen Browsers sorgt zudem für einige wichtige Verbesserungen bei der User Experience. Dazu gehört zum Beispiel eine bessere Stabilität sowie ein Auto-Update-Support; zudem wurden User-DHT-Visualisierungen während des Ladens von Torrents sowie ein neues Set Entwicklertools hinzugefügt.

Doch während die Beta, die auf der Projektseite zum Testen zur Verfügung steht, bereits einige Experimentiermöglichkeiten mit sich bringt, gibt es natürlich auch einige Einschränkungen. So funktioniert Maelstrom derzeit nur unter Windows; zudem gibt es immer wieder Probleme bei der Installation, die oft nicht auf Anhieb gelingt. Da der neue Browser noch in einer recht frühen Entwicklungsphase steckt, gibt es auch noch keinen Support von Google Analytics.

Entwickler profitieren derzeit vor allem von den umfangreichen Experimentiermöglichkeiten, die sie bei Maelstrom haben; zudem sollen die neuen Entwicklertools das Erstellen von neuen Features fördern. Ob sich der neue Peer-to-Peer-Browser allerdings am Browsermarkt etablieren kann, muss sich erst zeigen. Dazu sagt Schenker:

When you now add BitTorrent’s Maelstrom into the mix, there seem to be more browsers than ever competing for developer’s attention, which could be a good thing. You’d think that more browsers in the marketplace would only motivate its makers to create better browsers for developers and users alike, but we’ll have to see.

Aufmacherbild: Fantastic big maelstrom. Funnel water von Shutterstock / Urheberrecht: pzAxe

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