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Mehr Zeit für Apps als fürs TV: Was heißt das für die TV-Branche?

Der Angriff der Apps auf das klassische TV
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Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an – ist das Zeitalter des klassischen TV-Programms vorbei? Nun, das ist wohl nicht der Fall, zumindest noch nicht. Dennoch ist es bemerkenswert, dass die tägliche Nutzungszeit von Apps in den USA erstmalig die des TV-Konsums übersteigt. Das hat Flurry nun in einer neuen Studie festgestellt. Dieser Trend könnte bald auch Europa einholen und stellt die Hersteller von TV-Geräten sowie die TV-Sender vor ganz neue Herausforderungen.

198 Minuten pro Tag verbringt der durchschnittliche US-Konsument mit Apps, während auf den Fernseher 168 Minuten entfallen. Natürlich lässt sich nur schwer abschätzen, wie viel dieser Zeit gleichsam mit beiden Medien verbracht wird. Da Apps im Vorjahr allerdings nur auf 139 Minuten Nutzungszeit pro Tag kamen und die durchschnittliche TV-Nutzungsdauer seit Jahren stabil ist, liegt aber die Vermutung nahe, dass der Fernseher in wachsendem Maße parallel zu Apps auf anderen Devices genutzt wird. Der starke Anstieg der Nutzungszeit für Apps lässt aber doch den Schluss zu, dass ihre Relevanz im Vergleich zum TV-Konsum zunimmt.

Apple als Vorreiter?

Auch, dass die Apple TV Box nun einen eigenen, vollwertigen App Store bekommt, der offen für alle Entwickler ist, deutet in diese Richtung. Die neue TV Box wird Apps in den Vordergrund stellen. Apple ist bekannt dafür, die Entwicklung neuer Trends und Technologien voran zu treiben, insofern könnte dieser Schritt richtungweisend für die Zukunft der Smart TVs sein. Noch ist die App-Nutzung auf TV-Geräten allerdings nicht besonders verbreitet.

Das liegt wohl vornehmlich an der Situation, die sich den Kunden im Moment darstellt. Unbequeme Bedienung, schlecht auf die Devices angepasste Apps sowie eine eingeschränkte Auswahl an Anwendungen halten den App-Markt für Fernseher klein. Andererseits wird aber erwartet, dass in diesem Jahr der durch Apps generierte Umsatz mit 33 Milliarden US-Dollar erstmalig den der klassischen Werbe-Branche (31 Milliarden US-Dollar) übersteigen wird. Gerade TV-Sender könnten aus diesem Grund Interesse am App-Markt entwickeln. Darüber hinaus werden Streaming-Apps wie Netflix immer beliebter und damit zur direkten Konkurrenz für das klassische Fernsehen.

Die Zukunft der Apps auf dem Fernseher

Mit übersichtlicheren, größeren App-Angeboten könnte sich die Situation auf den TV-Geräten also massiv verändern und die App-Nutzung auch hier stärker in den Vordergrund treten. Wenn Apple nun eine solche Lösung vorlegt, sollten Entwickler und Hersteller sich darauf einstellen, dass die Nachfrage auch darüber hinaus in naher Zukunft wachsen könnte.

Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch, dass der große Vorteil des Fernsehgeräts in seiner eigentlichen Nutzung im parallelen Konsum liegt. Der Konsum von Filmen, Serien und Nachrichten wird also wohl dauerhaft der zentrale Nutzen des Fernsehers bleiben. Auch sind die Geräte weitaus weniger privat, sodass es Social-Media-Apps hier wohl schwer haben werden. Wenn ein starker App-Markt für Smart TVs entsteht, wird er sich deutlich von dem der Smartphones unterscheiden.

Integrierte Angebote als Chance

Interessant für den Nutzer könnten integrierte Angebote sein, die es ermöglichen, mit dem TV-Programm zu interagieren und beispielsweise während des laufenden Programms unmittelbar auf zusätzlichen Content per Split-Screen-Apps zuzugreifen. Auch Angebote wie Mediatheken einzelner TV-Sender oder noch besser, ganzer Sender-Netzwerke, könnten in Zukunft stärker nachgefragt werden. Langfristig könnten so echte Alternativen zum klassischen Kabel-TV entstehen. Noch haben TV-Sender die Möglichkeit, an der Marktverteilung mitzuwirken.

Je beliebter Apps werden, desto wichtiger wird es also für TV-Sender, diesen Bereich in ihr Angebot zu integrieren. Auch wenn die Nachfrage im Moment noch gering ist, zeigt die von Flurry vorgelegte Studie doch, in welche Richtung sich der Markt entwickelt. Dass Smart TV-Apps heute eine Randerscheinung sind, muss im kommenden Jahr schon nicht mehr so sein.

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Aufmacherbild: Smart phone with social media related icons von Shutterstock / Urheberrecht: Lenka Horavova

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