IPC 2013

Podium: Für wen im Web wird die Cloud wichtig? Welche Konzepte gibt es?
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In der Abschluss-Keynote der International PHP / WebTech Conference 2013 kommen mit Rainer Stropek (software architects), Glen Campbell (rackspace) und Frank Müller (Canonical) drei wahre Cloud Experten auf die Bühne. Sie diskutieren unter Moderation durch Sebastian Meyen (Chief Content Officer, Software & Support Media), wann Cloud Technologien für Software-Unternehmen sinnvoll werden und was der Wandel für das Personal in IT-Betrieben bedeutet. 

Bei einer Publikumsbefragung zeigt sich, dass die Scheu vor der Cloud noch groß ist. Nur wenige Zuschauer nutzen Cloud-Server, noch nicht einmal für Testzwecke wurden sie eingesetzt, wie sich in der geringen Zahl der gehobenen Hände zeigt. Woher kommt das Misstrauen? Zunächst aber macht man auf dem Podium eine Bestandsaufnahme der Möglichkeiten, die mit unterschiedlichen Cloud-Lösungen zur Verfügung stehen. 

Openstack ist eine quelloffene Software-Lösung, die von der Weltraumorganisation Nasa und von Cloudhoster Rackspace gemeinschaftlich vorangetrieben wurde. Sie vereinheitlicht die Verwaltung vieler virtueller Server in einer bestehenden Infrastruktur. Jüngste Bemühungen gehen auch dahin, die Software auch für private Server einsetzbar zu machen, damit sie sich auf die gleiche Art verwalten lassen wie Cloud-Systeme. 

Sebastian Meyen, Rainer Stropek, Frank Müller und Glen Campbell reden über Chancen und Folgen der Cloud

Und hier kommen wir schon zu dem Punkt, was dies für Software-Architekten zu bedeuten hat. Sie müssen sich schon im Vorfeld auf die neuen Skalierungs-Möglichkeiten mit verteilten Systemen Gedanken machen. Der Trend mit neuen Server-Systemen geht eher hin zur horizontalen Skalierung, bei der in Lastspitzen weitere Server hinzugefügt werden. Der Austausch von Hardware gegen neuere und stärkere wird im Cloud-Prinzip unüblich. 

“Operations Guys”, die sich bis dato um die Hardware kümmern, werden sich in solchen Szenarien mehr und mehr mit der Aufgabe konfrontiert sehen, die Software in den neuen Architekturen aufzusetzen. Zusätzlich müssen sie in Sachen Netzwerk viele neue Kenntnisse erlangen, da hier große Fallstricke in Sachen Sicherheit auf die Server warten. Bei Rackspace sei man bereits auf dem Weg zu dem Server, der sich selbst um seine Infrastruktur kümmert. Ganze Berufszweige werden von solchen Tendenzen beeinflusst, sodass man sich dort auf die neuen Aufgaben einstellen muss. 

Heißt das, dass die Ressourcen in der Cloud unerschöpflich sind? Keineswegs! Und da sind sich die Experten einig. Spätestens die Kreditkarte limitiert die Ressourcen, sagt der US-Amerikaner Campbell. Es ist vielmehr ähnlich wie in einem Hotel: Man meldet sich rechtzeitig an und bucht einen bestimmten Raum innerhalb des gesamten Systems, und mit diesem Kontingent kann man dann planen. Der Vorteil liegt weniger in der Menge der Ressourcen als in ihrer schnellen Verfügbarkeit. Will man ein herkömmliches Serversystem für einen Load-Test aufrüsten, würde dies Monate dauern. Cloud-Server lassen sich innerhalb weniger Minuten bereitstellen. 

Nun gibt es dank Openstack die Möglichkeit, Cloud-Infrastrukturen auf der heimischen Hardware einzurichten. In solchen so genannten Private Clouds soll sich das beste beider Welten verbinden lassen: Zum einen hat man die einfache Skalierbarkeit und Schnittstellen zu On-Demand-Diensten im WWW, zum anderen kann man vertrauliche Daten im eigenen System sichern und muss sich nicht die Hardware mit potenziell böswilligen Kunden der Cloud-Dienste teilen. Die Schnittstellen zur Außenwelt erfordern von den Devops, dass sie über wichtigste Sicherheitsgrundlagen im Netzwerk gut informiert sind. 

Wie also überzeugt ein Entwickler seinen Manager davon, dass die Cloud der richtige Weg für ein Unternehmen ist? Etliche Anbieter wie Google, Rackspace, Microsoft oder Amazon bieten kostenlose Probeversionen an, die zeitlich limitiert einige oder sämtliche Dienste bereitstellen. Dort kann man kleine Deployments durchführen und diese dem Manager praktisch vorführen. Höhere Ausfallsicherheiten, kürzere Latenzen für ausländische User oder neue Test-Möglichkeiten für solidere Applikationen können Business-Values sein, die den CTO überzeugen. 

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