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Mozilla verrät erste Details über die neue, auf Rust basierende Rendering Engine

Project Quantum – Mozillas verbesserte Browser-Engine für Firefox
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Mit Project Quantum hat Mozilla eine neue Rendering Engine für den Firefox angekündigt. Dank Parallelisierung und optimierter Hardware-Ausreizung soll Project Quantum merkliche Performance-Verbesserungen bringen und die alte Engine Gecko nach und nach ablösen.

Der Verfügbarkeit von Firefox 48 Anfang August 2016 markierte nicht nur einfach die Auslieferung einer neuen Version des Mozilla-Browsers, sondern auch den Rollout-Beginn des neuen Multi-Prozess-Firefox. Die unter dem Namen Project Electrolysis firmierende Version 48 soll weniger anfällig für plötzliches Einfrieren sein und deutlich schneller reagieren. Sukzessive wird sie seitdem an die Firefox-Nutzer ausgerollt.

Die Performance- und Sicherheitsfeatures von Project Electrolysis sind jedoch nicht die einzigen Neuerungen, die Mozilla laut eigener Aussage auf der Pfanne hat. Denn nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Und mit Project Quantum hat David Bryant, Head of Platform Engineering bei Mozilla, den nächsten großen Schritt bereits angekündigt.

Project Quantum – ein bisschen Servo, ein bisschen Rust

Dahinter steckt Mozillas neue Rendering-Engine, die auf Mozillas eigens entwickelter Programmiersprache Rust basiert und die bis Ende 2017 die Performance auf Desktop- und Mobilgeräten „erheblich“ verbessern soll. Ebenfalls Teil von Project Quantum sind Komponenten des Servo-Projekts, einer Parallel-Browsing-Engine, die die Community unabhängig weiterentwickelt, die aber von Mozilla bereits seit 2013 unterstützt wird. Auf lange Sicht sollen immer mehr Elemente des Servo-Projekts Teil der neuen Rendering Engine werden.

Parallelisierung & Hardware-Ausreizung

Im Zentrum der Bemühungen des Mozilla-Firefox-Entwicklerteams stehen der ausgedehnte Einsatz von Parallelisierung sowie die maximale Ausreizung der Hardware – insbesondere die Nutzung von Mehrkernprozessoren und Offloading an die GPU. Ziel ist eine merkliche Verbesserung der „Web Experience“, inklusive schneller ladenden Seiten, flüssigerem Scrolling, sofort reagierenden Animationen und kontinuierlich hohen Frame Rates im Rendering.

In Rust we trust – oder ein Quantum Rust?

Rust soll in großen Teilen für diese Verbesserungen verantwortlich zeichnen – zahlreiche Komponenten von Project Quantum sind in Mozillas Programmiersprache geschrieben, die seit Ende September 2016 in Version 1.12 und seit 20. Oktober 2016 in Version 1.12.1 (inkl. Rust Language Server) verfügbar ist.

Bereits zehn Jahre ist es her, seit in den heiligen Hallen von Mozilla der Wunsch nach einer Alternative zu C und C++ geboren wurde. Hauptzielgruppe des Projektes waren von Anfang an jene Entwickler, die von C und C++ enttäuscht waren. Mit der Integration von Rust ins Project Quantum scheint die einst als ambitioniertes Forschungsexperiment gestartete Programmiersprache endgültig ihrer ursprünglichen Bestimmung zu folgen. Entsprechend hoch sind die Hoffnungen und Erwartungen, die das Mozilla-Team in Rust setzt:

If you’re not familiar with Rust, it’s a systems programming language that runs blazing fast, while simplifying development of parallel programs by guaranteeing thread and memory safety.

Darüber hinaus, so David Bryant, schaue man sich auch viele ältere Ideen noch einmal an – auch um viele grundsätzliche Aspekte der Funktionsweise einer Browser-Engine noch einmal zu überdenken. Man wolle einige fundamental Bausteine, darunter die Anwendung von CSS-Styles, die Ausführung von DOM-Operationen oder das Rendering von Grafiken neu entwickeln.

Lesen Sie auch „Wie Rust durch Eliminierung kritischer Funktionen Sicherheit schafft

Support für viele Plattformen – außer iOS

Ab nächstem Jahr sollen die ersten aus Quantum basierenden Verbesserungen nach und nach ausgerollt werden. Eine erste Version der Engine soll für die Firefox-Versionen unter Android, Windows, Mac und Linux zur Verfügung stehen. Die Ansage bezüglich iOS klingt hingegen noch ein wenig skeptisch:

Someday we hope to offer this new engine for iOS, too.

Ob Project Quantum wirklich der „Quantensprung für das Web“ (O-Ton David Bryant) werden wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Die Ablösung von Gecko durch Quantum ist aber auf jeden Fall begrüßenswert und war längst überfällig. Wer sich als Entwickler an Project Quantum beteiligen möchte, findet auf der entsprechenden Mozilla-Wiki-Seite alle Infos.

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