Responsive Design – Allheilmittel für Online-Shops?
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Responsives Webdesign wird immer gebräuchlicher, nicht nur auf reinen Unterhaltungswebsites, sondern insbesondere auch im Bereich Einzelhandel. Für Einzelhandelsunternehmen wirkt Responsive Webdesign

Responsives Webdesign wird immer gebräuchlicher, nicht nur auf reinen Unterhaltungswebsites, sondern insbesondere auch im Bereich Einzelhandel. Für Einzelhandelsunternehmen wirkt Responsive Webdesign oft wie ein heiliger Gral, weil nicht für jedes Device eine eigene Website designt werden muss, sondern sich die Einzelhandelserfahrung im Web nahtlos von Desktops auf mobile Devices übertragen lässt. Doch Responsive Webdesign ist nicht immer die beste Option für Multichannel-Marketing. Ari Weil beschreibt, warum Entwickler von Responsive Design insbesondere die User Experience einkalkulieren müssen, um zu einer erfolgreichen E-Commerce-Seite beizutragen.

Responsive Webdesign ist kein Allheilmittel

Sich das Web für Marketingzwecke zu Nutze zu machen, ist längst auch im Einzelhandel angekommen. Responsive Design soll dazu beitragen, mehr Conversion zu generieren – doch es zeigt sich, dass Responsive Design oft genau das Gegenteil erreicht.

Zwar laden Websites, für die ein Responsive Design verwendet wird, schneller auf Desktops und Tablets, aber bei einer schlechten Netzwerkverbindung auf dem Smartphone beträgt die Ladedauer bis zu 20 Sekunden.

Zu lange, um nennenswerte Conversion zu erhalten, sagen von Internet-Händlern durchgeführte Studien. Tatsächlich reduziere die Verzögerung die Wahrscheinlichkeit, Conversion zu erhalten, um sieben Prozent. Ähnliche Angaben finden sich zum Beispiel auch bei der genaueren Betrachtung des Mobile Commerce und der Frage nach der Performance.

Auch vom SEO-Standpunkt aus betrachtet, ist Responsive Design nicht immer das Gelbe vom Ei, denn Google wertet Websites, die eine schwache Performance und lange Ladezeiten zeigen in den Suchrängen deutlich ab.

5 Tipps, um Fallstricke zu vermeiden

Es stellt sich für Unternehmen und Entwickler also die Frage, wie man Fallstricke durch Responsive Webdesign vermeiden kann, denn Responsive Design ist nicht immer nur ein technisches Problem. Ari Weil nennt daher fünf Beispiele, mit denen man die Seitengeschwindigkeit und –performance der bereits existierenden mobilen Websites verbessern kann.

  1. Grid-Design Das Grid-Design sollte verbessert und so angepasst werden, dass es auch auf kleineren Displays optimal dargestellt wird. Websites, deren Content-Grids nicht genau für die Darstellung auf mobilen Geräten geplant werden, sind meist nicht nutzerfreundlich, im schlimmsten Fall komplett funktionsgestört. Beispielsweise werden Aktions-Buttons nicht oder an anderer Stelle als beabsichtigt dargestellt, was sich meist negativ auf die Conversion auswirkt.
  2. Seiteninhalt in Fragmenten ausliefern Ebenso kann die Seitengeschwindigkeit verbessert werden, wenn der Seiteninhalt in Fragmenten übertragen wird. Dadurch werden nur die wichtigsten Elemente der Website geladen und die User Experience kann aufgrund verschiedener Faktoren wie Gerät, Betriebssystem und Netzwerkgeschwindigkeit angepasst werden.
  3. Aufeinanderfolge von Elementen Dadurch, dass nur die wichtigsten Elemente geladen werden, wenn ein Besucher erstmals auf die Website kommt, können Rich-Media-Informationen später aufgrund der Zeit, die der Besucher auf der Website verbringt und den Aktionen, die er ausführt, präsentiert werden. So werden einzelnen Elementen der Website Prioritäten zugeordnet, wodurch die Seitengeschwindigkeit gesteigert werden kann.
  4. Dynamic Serving Dynamic Serving ist ein Hauptbestandteil des Responsive Design, denn damit wird die gleiche URL-Struktur auf allen Geräten genutzt. Auch verändert es die Darstellung für den User anhand der Geräteart, die der Besucher nutzt. Damit kann die User Experience besser auf die einzelnen Besucher abgestimmt werden. Zudem werden durch Dynamic Serving auch Bilder in der Größe angepasst und aufeinanderfolgend dargestellt. Gerade Smartphone-User haben so eine bessere User Experience auf der Website, weil Bilder nicht oder nur langsam laden, während Desktop-Nutzer von der High-Resolution-Erfahrung profitieren.
  5. Mobil-First-Mentalität Wie bei vielen Projekten, werden auch Online-Shops meist vorrangig für Desktop-Browser designt und erst in zweiter Linie für das Betrachten von mobilen Geräten aus. Einzelhändler müssen diese Mentalität ablegen und den Mobile-First-Ansatz beherzigen, denn sonst bringen auch die durchdachtesten Änderungen an der Website nur wenig Erfolg.

Responsive Design ist kein Allheilmittel für Online-Shopping-Sites, denn das Designen einer solchen Site birgt neben den technischen Herausforderungen auch zahlreiche weitere Aufgaben, die bedacht werden müssen. Als Alternative gibt es auch Tools, mit denen ein Shop direkt in eine App umgewandelt werden kann. Mit ein wenig Planung und einigen Veränderungen am Design kann mobilen Nutzern aber auch auf bereits existierenden Websites eine deutlich bessere User Experience geboten werden – und somit auch die Wahrscheinlichkeit einer Conversion gesteigert werden.

Aufmacherbild: E-commerce. Shopping cart with cardboard boxes on laptop. 3d von Shutterstock / Urheberrecht: studioVin

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