Kein Hype und kein Trend

Responsive Webdesign mit SharePoint
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In der digitalen Welt von heute ist es üblich, mit verschiedensten Endgeräten Inhalte im Internet zu konsumieren – im Büro mit dem Laptop, in der U-Bahn mit dem Smartphone und zu Hause mit dem Tablet. Responsive Webdesign stellt sich dieser Herausforderung.

Responsive Webdesign ist ein gestalterischer und technischer Ansatz zur Erstellung von Websites oder auch Intranet-Portalen, der ermöglicht, dass diese auf die Eigenschaften des jeweils benutzten Devices reagieren können. Dem Betrachter wird, je nachdem mit welchem Endgerät er die Website betrachtet, der Inhalt in unterschiedlicher und vor allem in einer für dieses Gerät optimierten Form dargestellt. Responsive Webdesign ist von sich aus eigentlich unabhängig von Device- und Displaygrößen – lediglich das Ergebnis passt sich den Gegebenheiten und Anforderungen des Endgeräts an. Die Anforderungen beziehen sich hauptsächlich auf das gesamte Layout, den Textfluss, die Textgröße und die Darstellung von Bildern. Auch unterschiedliche Eingabeformen wie die Maus- oder Fingerbedienung berücksichtigt Responsive Webdesign. Die technische Basis bilden Webstandards wie HTML5, CSS3 und JavaScript.

Responsive Webdesign ist im Internet längst Standard. Die Nutzer von Smartphones und Tablets sind es gewohnt, dass Webseiteninhalte auf ihren Endgeräten in geeigneter Weise dargestellt werden.

Responsive Design im Unternehmensumfeld

Was bekannt und bewährt ist, wird nun immer häufiger auch vom Intranet beziehungsweise von Unternehmensanwendungen erwartet, damit auch diese mobil genutzt werden können. In SharePoint 2013 lassen sich ein Unternehmensintranet, Collaboration-Plattformen oder ein Webauftritt „responsive“ abbilden. Im Vergleich zu vielen Webseiten weisen Intranets jedoch oftmals eine höhere Komplexität hinsichtlich ihrer Inhalte und Funktionen auf. Daher sollte einem solchen Projekt unbedingt eine intensive Analysephase vorangestellt werden. Ist der Bedarf analysiert und sind die Zielgruppen und Detailanforderungen bekannt, ergibt sich ein stimmiges Konzept. In diesem ist auch die Bereitstellung von Inhalten auf unterschiedlichsten Endgeräten berücksichtigt. Diese Dimension ist in der Konzeptionsphase enorm wichtig, denn sie muss genau auf die individuelle Anforderung des Unternehmens abgestimmt werden. In der Konzeption sind von Anfang an auch mehr zeitliche und finanzielle Ressourcen einzuplanen als ohne diesen individuellen Mobile-Ansatz.

Es geht immer nur um Content …

Damit im Intranet auch wirklich die Inhalte zur Verfügung stehen, die der Anwender dort sucht, müssen seine Bedürfnisse genau erfragt werden. Im Rahmen einer Bedarfsanalyse über alle Zielgruppen hinweg lässt sich herausfinden, welche Inhalte und Funktionen für die tägliche Arbeit notwendig sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Anwender und nicht die Technik. Welche Inhalte wollen die Nutzer sehen? Was erleichtert ihre tägliche Arbeit? Welche Anforderungen haben sie an das Intranet? Welche Tätigkeit soll mobil ausgeführt werden? Von diesen Fragestellungen ausgehend wird deutlich, dass es bei einem Intranet nach wie vor darauf ankommt, für die Zielgruppe relevanten Content in strukturierter Form verfügbar zu machen. Die gesuchten Informationen zum richtigen Zeitpunkt, angepasst auf das persönliche Endgerät – dieses „Big Picture“ ist bei der Konzeption stets präsent.

… aber auch um Usability …

Wenn im Softwarekontext von Usability gesprochen wird, ist zwangsläufig auch die Rede von Interfacedesign. Denn die Benutzeroberfläche ist genau das, was sich zwischen dem Benutzer und dem Computer befindet. Das Interface übersetzt sozusagen zwischen dem Menschen und der Maschine. Wenn also Usability das Thema ist, dann ist damit eigentlich die Benutzerfreundlichkeit des Interface zwischen Mensch und Maschine gemeint. Dies ist sowohl bei einer reinen Desktopdarstellung elementar als auch beim Responsive-Webdesign-Ansatz. Es geht um eine klare, durchdachte Benutzerführung, um einfache, verständliche Navigationsstrukturen, um die Auffindbarkeit (Findability) von Informationen und Funktionen. Es geht darum, den Benutzer bei seinen Aufgaben durch das System zu unterstützen und nicht darum, den Benutzer durch das System zu bevormunden.

… und am meisten um User Experience!

Mit Usability alleine ist es aber noch nicht getan. Auf die User Experience kommt es an, und davon ist Usability nur ein Teil, wenn auch zweifelsohne ein wichtiger. Bei der User Experience geht es um die Gesamtheit der Erfahrungen, die ein Nutzer rund um eine Anwendung macht. Das Design des Intranets muss dies zielführend unterstützen. Das Layout, der Einsatz der Farben, die gewählte Typografie und mehr erleichtern dem Anwender die Orientierung und tragen zur positiven Erfahrung im Umgang mit dem Intranet bei. Wer sich im Intranet wohlfühlt, arbeitet gerne mit den Inhalten und wird das Portal immer wieder als Informationsquelle nutzen – eben auch mobil auf dem Weg nach Hause in der U-Bahn.

Die Erwartungshaltung des Nutzers sollte in Bezug auf die Nutzungsweise voll erfüllt werden. Seine positiven Erfahrungen sind maßgeblich für die Akzeptanz und somit für das gesamte Projekt. Schließlich ist der Desktopuser im Unternehmen auch der Mobile-User im Unternehmen und umgekehrt. Der Nutzer findet in seinem Portal alle notwendigen Informationen – unabhängig vom Endgerät, mit dem er zugreift. Das bedeutet, es muss genau bedacht werden, wie sich die Informationsdichte auf den verschiedenen Geräten darstellen lässt.

Was noch?

Bei einem Portalprojekt gibt es zahlreiche Herausforderungen und soll es mit Responsive Webdesign umgesetzt werden, kommen noch einige hinzu. Ziel ist es ja, dass jeder Inhalt und jede Funktion auf jedem Device konsumier- und benutzbar präsentiert wird.

Das beginnt schon mit der Entscheidung für das Projektmanagementmodell. Die Erfahrung zeigt, dass ein iteratives oder agiles Modell für ein Responsive-Webdesign-Projekt einem klassischen Wasserfallmodell vorzuziehen ist. Erfahrungsgemäß sind sehr viel mehr Tests und Änderungen erforderlich, sowohl technischer als auch konzeptioneller Art. Gerade bei Mobile-Devices mit Touchscreens muss man das „Produkt“ fühlen. Was sich auf dem Papier gut las und im Konzept gut anhörte, kann sich dann möglicherweise schlecht anfühlen und ist damit schlecht nutzbar. In diesem Fall muss dann regulativ eingegriffen und nachjustiert werden. Durch den Einsatz von Prototyping und Click-Dummys können aber schon in der Konzeptphase Probleme erkannt und geeignete Lösungsansätze entwickelt werden.

Auch technische Herausforderungen sind in einem solchen Projekt zu lösen, denn es müssen viel mehr Endgeräte, Browser und Betriebssysteme unterstützt werden. Dies zieht zwangsläufig einen höheren Aufwand in der Umsetzung und in der Qualitätssicherung nach sich.

Kein Hype, sondern eine Notwendigkeit

Responsive Webdesign ist kein Hype und auch kein Trend, der irgendwann in absehbarer Zeit wieder verschwindet. Man kann davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren aufgrund der wachsenden Vielfalt der Endgeräte immer wichtiger sein wird, dass Inhalte devicespezifisch dargestellt werden. Schon heute können Mitarbeiter in vielen Unternehmen ihre privaten Geräte auch für Firmenanwendungen nutzen (Bring your own Device). Hieraus folgt, dass eine endgerätespezifische Darstellung des relevanten Contents es überhaupt erst möglich macht, dass alle Nutzer mit einem Intranet maßgeschneidert arbeiten können und vor allem auch wollen.

Aufmacherbild: Mobility and modern telecommunication concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Oleksiy Mark

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