Schließen mit x: Wie ein Buchstabe zum Usability-Icon wurde
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Wer die Indiana Jones Filme kennt, weiß: Noch nie hat ein X irgendwo, irgendwann einen bedeutenden Punkt markiert. Für Computernutzer jedoch ist das [x] eines der wichtigsten Features und jeder Nutzer

Wer die Indiana Jones Filme kennt, weiß: Noch nie hat ein X irgendwo, irgendwann einen bedeutenden Punkt markiert. Für Computernutzer jedoch ist das [x] eines der wichtigsten Features und jeder Nutzer weiß instinktiv, dass das [x] zum Beispiel ein Programm, Pop-Up-Fenster oder Browser-Tab schließt. Dadurch sorgt das [x] vor allem für eine große Usability, da es den Desktop oder das Browser-Fenster von unnötigen Meldungen und Anwendungen befreien kann.

Ein UI ohne [x]? Nicht, wenn es um Usability im Web geht!

Es ist beeindruckend, dass ein simpler Buchstabe es zum (Computer) Design geschafft hat. Heutzutage ist es zudem Standard in jeder Webanwendung, zum Beispiel bei Bilder-Slideshows und Chatfenstern, und jeder Applikation. Allerdings war das [x] nicht von Anfang an Teil des User Interfaces (UI). Doch wann und woher kam es dann? Dieser Frage ging Lauren Archer nach.

Das [x] sorgt erst seit Windows 95 für einheitliche Usability

Das [x] in der rechten oberen Ecke von Windows Anwendungen ist jedem Nutzer vertraut. Doch nicht alle Windows-Versionen haben das Icon genutzt. Die frühesten Windows Versionen Windows 1.0, Windows 2.0 und Windows 3.0 verfügten noch nicht über das [x]. Erst mit Einführung von Windows 95 fand es den Weg in das UI.

Doch auch in dieser Windows Version hätte es beinahe kein [x] zum Schließen gegeben. In einer Demo-Version unter dem Codenamen Chicago gab es den Schließen-Button weiterhin links, während rechts nur die neu-designten minimize- und maximize-Icons implementiert wurden. Erst in letzter Minute wurde der Schließen-Button an seiner heutigen Position platziert und sorgte durch die weitverbreitete Nutzung von Windows 95 dafür, dass es zum Standard wurde.

Auch andere Betriebssysteme nutzten das [x] nicht von Anfang an

Die Frage, wann das [x] seinen Weg in ein GUI fand, kann auch nicht eindeutig beantwortet werden, wenn man MAC OS oder frühe Linux-Betriebssysteme betrachtet. Auch diese nutzten das [x] erst nach dem Release von Windows 95 als Icon zum Schließen von Programmen und Fenstern. Nicht einmal in den frühesten Versionen des ersten GUI von Xerox gab es ein [x]. Dass es sich zum Icon für „Schließen“ entwickelt hat, verdankt es am wahrscheinlichsten der Implementierung in Windows 95 – nicht zuletzt, weil mit Windows 95 die weltweite Massennutzung von Windows begann.

Doch zurück zu seiner Signifikanz im Web. Ohne die Nutzung vom [x] ist der Desktop oder das Browser-Fenster schnell mit Pop-Up- und Chat-Fenstern überfüllt. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass jeder Nutzer weiß, wie die zusätzlichen Fenster geschlossen werden, egal, welches Betriebssystem er verwendet. Für UI-Designer heißt das, dass sie bei der Programmierung von neuen Anwendungen und Applikationen nicht darauf verzichten sollten, dass [x] in der gewohnten Position oben rechts einzubinden. Gleichzeitig gibt es noch weitere Tipps, ein UI zu gestalten. Nicht verwechseln sollte man dabei allerdings UI und UX (User Experience). 

Aufmacherbild: Pirate Treasure Map von Shutterstock / Urheberrecht: Csaba Jakab

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