Schmeicheleien mit Flattr-Tortenstückchen
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Content ist King – und Könige lassen sich bekanntlich gerne fürstlich bezahlen. Was aber, wenn wenn man den Konsumenten die Möglichkeit offen lässt, selbst zu bestimmen, ob und wie viel sie bezahlen

Content ist King – und Könige lassen sich bekanntlich gerne fürstlich bezahlen. Was aber, wenn wenn man den Konsumenten die Möglichkeit offen lässt, selbst zu bestimmen, ob und wie viel sie bezahlen möchten? Oft sind die Einstiegshürden zu hoch, um auf edle Spenden zu hoffen. Nicht nur Serendipity möchte das nun mit Flattr-Schweden-Häppchen ändern.

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Flattr-Plug-in, 8 KB

Geschehen soll das mit dem Serendipity-Plug-in serendipity_event_flattr. Einmal installiert, integriert es den Flattr-Button in den Beiträgen und bietet dem Autor viele Möglichkeiten, jedes nur erdenkliche Szenario abzudecken.

So lässt das Plug-in dem Seitenbetreiber die Wahl, ob einzelne Artikel auf Flattr.com veröffentlicht werden sollen. Außerdem können Meta-Daten wie Sprache, Kategorie oder Beschreibung separat gepflegt werden. Inklusive Fallback, falls man mal keine Lust verspürt, sich etwas einfallen zu lassen. Das Flattr-Badge wird in JavaScript-fähigen RSS-Readern angezeigt und kann frei im Smarty-Template platziert werden, falls das gewünscht ist. Wenn nicht, hat man noch immer die Wahl, es im Entry-Footer oder Entry-Body anzeigen zu lassen. Darüber hinaus kann man das Freetag-Plug-in nutzen, um die vergebenen Tags gleichzeitig als Flattr-Tags zu verwenden.

Die Installation ist denkbar einfach: herunterladen, ins Plug-in-Verzeichnis entpacken und anschließend über das Plug-in-Management aktivieren – schon kann man darauf hoffen, zahlungswillige Leser zu finden. Sofern der Content stimmt, versteht sich.

Beyond Serendipity

S9y ist jedoch bei weitem nicht das einzige System, dass Flattr unterstützt. Plug-ins gibt es für WordPress, Blogger.com / Blogspot.com und sogar für zahlreiche BB-Systeme wie phpBB 2 und 3 oder vBulletin. Stolze 13 Seiten umfasst sie Software-Ecke auf flattr.com – das legt natürlich den Verdacht nahe, dass ein solches System dringend gebraucht wird.

In Zeiten, in denen ein ums andere Mal der Tod des Print-Sektors propagiert wird, versuchen immer mehr Verlage, sich die entgangenen Krumen im Online-Bereich zurück zu verdienen. Während die einen auf Dossiers und Bezahlartikeln setzen, hoffen andere eben auf Flattr. So zum Beispiel die taz, bei denen die Badges seit einiger Zeit unter den Artikeln auf klickwillige Leser warten. Überhaupt hat es den Anschein, dass das schwedische Verteilerprinzip wesentlich schneller um sich greift als das fröhliche aber absolut kein Ertrag versprechendes Teilen mit der Facebook-Community. Man scheint die Hoffnung also nicht aufgegeben zu haben, dass es faire Leser gibt, die bereit sind, einen monatlichen Etat an Anbieter lesenswerten Contents zu verteilen.

…there’s no good way to show love for it?

Denn wer Content kreiert, der tut das im allgemeinen eher selten aus altruistischen Gründen; zumindest nicht willentlich. Ein Blogpost der anderen Usern weiterhilft, wird bestenfalls mit wohlmeinenden Kommentaren belohnt – neuerdings auch mit einem Facebook’schem Gefällt mir. Einige Blogger setzen daher auf Paypal-Buttons oder Amazon-Wunschlisten. Die wiederum bedeuten Arbeit für den Anwender: beim jeweiligen Dienst anmelden, die Höhe der Spende bestimmen (respektive das entsprechende Geschenk suchen), Daten angeben, etc. Am Ende hat man so viel Zeit in das Dankeschön investiert, dass man ganz vergessen hat, wieso man es überhaupt aussprechen wollte. Das muss doch auch leichter gehen.

Das dachte sich auch Flattr AB, die sich 2007 aufmachten, den Paid Content zu revolutionieren. Aber da gut Ding bekanntlich Weile haben will, ging the world first social micro-payment system -Dienst auch erst dieses Jahr an den Start. Was sich dahinter verbirgt, sollen die Schweden am besten selbst erklären:

So soll also jeder ein Stück des Kuchens bekommen. Ein hehres Ziel; bleibt nur abzuwarten ob die Einstiegshürden hierbei niedrig genug sind, um bei den Nutzern anklang zu finden.

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