Datenschutzkonforme Social-Buttons für (WordPress-)Websites

Social Sharing: auf Nummer sicher gehen mit WordPress
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Die Einbindung von Leisten mit Social-Media-Buttons ist ein beliebtes Mittel, um eine zusätzliche Reichweite aufzubauen. Dabei gilt es, einige Aspekte – vor allem den Datenschutz – nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Einbindung von Weiterempfehlen-Buttons diverser Social-Media-Netzwerke (Abb. 1) ist, wie bereits eingangs gesagt, beliebt, und auch bei vielen, vor allem größeren Websites häufig anzutreffen. Das hat auch seine triftigen Gründe.

Abb. 1: Beispiel einer Einbindung von Social-Buttons unterhalb des Artikels

Abb. 1: Beispiel einer Einbindung von Social-Buttons unterhalb des Artikels

Nicht jeder Webnutzer ist so erfahren, dass er mit diversen Erweiterungen und Bookmarklets seinen Browser so aufrüsten kann, dass er in der Lage ist, die gelesenen Artikel auch selbstständig weiterzuempfehlen. Auch wenn man in der Lage ist, seinen Browser so einzurichten, dass man es tun kann, so denkt man sehr häufig nicht daran. Genau so ergeht es auch vielen Leuten, die den Browser zwar fürs Weiterempfehlen eingerichtet haben, aber einfach in dem entsprechenden Moment nicht daran denken, den Artikel, den Sie gut fanden, auch im sozialen Netzwerk zu teilen.

Also, halten wir fest: Indem Sie eine solche Leiste auf Ihrer Website unterbringen, kommen Sie den Leuten entgegen, die technisch nicht so versiert sind, und erinnern die anderen, die in dem Moment einfach nicht daran gedacht haben, Ihren Artikel weiterzuempfehlen. Indem die Leser wiederum Ihren Artikel in den jeweiligen sozialen Netzwerken teilen, erreichen Sie zusätzliche Leser, die Sie alleine durch Ihre Website sehr wahrscheinlich nie oder nur sehr schwer erreicht hätten.

Die Einbindung von Social-Media-Buttons und die Problematik dahinter

Die Einbindung von den Social-Buttons der einzelnen Netzwerke ist für einen halbwegs erfahrenen Betreiber einer Website kein Problem. Mir ist bis jetzt kein größeres Netzwerk bekannt, das nicht Anleitungen anbietet, wie man deren Buttons auf der eigenen Website einbinden kann. Hier findet man zum Beispiel die Anleitung von Facebook.

Aber diese Vorgehensweise ist nicht immer ganz unproblematisch, speziell wenn wir hierbei an das Thema Datenschutz denken. Vielfach kommunizieren die Buttons dann – ohne dass man dies als Besucher oder sogar als Betreiber der Website beeinflussen kann – mit Ihrem Netzwerk und nicht immer ist dabei ersichtlich, was kommuniziert wird und vor allem welche Erkenntnisse dabei gewonnen werden.

Besuche ich zum Beispiel Websites, die alle Social-Media-Buttons integriert haben, dann hinterlasse ich Spuren – und es kann von mir ein Profil erstellt werden. Mindestens folgende Daten sind es, die gesammelt werden könnten: Welche Websites wie oft aufgerufen wurden, und zu welcher Uhrzeit dies geschah. Davor ist man selbst dann nicht geschützt, wenn man selber in keinem der sozialen Netzwerke registriert ist.

Hier kommen dann sehr viele Betreiber von Websites in ein Dilemma. Auf der einen Seite lockt die zusätzliche Reichweite, auf der anderen Seite braut sich die Datenschutzproblematik zusammen. Aber dank Shariff kann man beides unter einen Hut bringen. Hier ein interessantes Zitat: „Die verbreiteten Share-Buttons stellen ein erhebliches Datenschutz-Problem dar, weil sie unbemerkt Kontakt zu den Servern der sozialen Netzwerke herstellen. […] Shariff tritt hier als Zwischeninstanz auf: An Stelle des Browsers fragt der Server des Webseiten-Betreibers die Zahl der Likes ab – und dies auch nur einmal pro Minute, um den Traffic in Grenzen zu halten. Der Besucher bleibt hierbei anonym.“

Wie man aus dem Zitat gut herauslesen kann, gibt es keine direkte Verbindung zwischen dem Besucher und dem Netzwerk. Es gibt mit Shariff eine Zwischeninstanz, und nicht der Browser des Besuchers, sondern der Server, auf der die Website liegt, holt sich die Daten ab. Und auch nicht direkt, sodass eine ganz genaue zeitliche Einordnung ebenfalls nicht gegeben ist.

Die Anpassung von Shariff Wrapper

Das gute an Shariff ist, dass es neben dem Code zum selbst einbauen auch WordPress-Plug-ins gibt, die die Shariff-Funktionalität einbinden. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung dürfte das Plug-in Shariff Wrapper sein, das ich im Rahmen dieses Artikels auch vorstellen möchte.

Nach der Aktivierung des Plug-ins kann man unter EINSTELLUNGEN | SHARIFF die Ausgabe des Plug-ins steuern und anpassen (Abb. 2).

Abb. 2: Die Basiseinstellungen von Shariff Wrapper

Abb. 2: Die Basiseinstellungen von Shariff Wrapper

Sehen wir uns die einzelnen Optionen etwas genauer an:

  • BASIS: Hier kann man einstellen, von welchen Diensten die Buttons angezeigt werden sollen. Die Angabe twitter | facebook | googleplus | info ergibt, dass die Buttons von Twitter, Facebook und Google+ angezeigt werden, sowie der Infobutton, der den Besucher über die Social-Media-Leiste informiert. Ferner kann man hier, wenn man sich für die automatische Einbindung entscheidet, festlegen, in welchen Inhalten und an welcher Position die Leiste eingebunden wird.
  • DESIGN: Hier kann man die Sprache und das Design der Buttons anpassen: groß, klein, dunkel, hell etc. (Abb. 3).
  • ERWEITERT: Hier kann man die individuellen Angaben zu Flattr, PayPal, Bitcoin und Pinterest eintragen.
  • MAIL FORM Hier kann man die Angaben für das E-Mail-Formular anpassen. Es handelt sich hierbei um das Formular, mit dem man den Inhalt teilen kann. Ich persönlich lasse diese Funktion deaktiviert. Zum einen bieten die allermeisten Browser diese Funktion selbst, und zum anderen kann diese Funktion missbraucht werden. Daher würde ich empfehlen, diese Funktion nicht zu aktivieren bzw. einzubinden.
  • STATISTIK: Hier kann man die Zähleranzeige der Buttons global aktivieren bzw. für einzelne Dienste deaktivieren.
  • HILFE: Hier findet man die Dokumentation des Shortcodes bzw. der einzelnen Parameter.
  • STATUS: Hier wird der Status der einzelnen Komponenten, zum Beispiel der GD Library, angezeigt.
Abb. 3: Die Designanpassungen

Abb. 3: Die Designanpassungen

Die manuelle Einbindung

Möchte man die Social-Media-Buttons nicht automatisch einbinden lassen, dann hat man zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist der Shortcode: Mithilfe von [shariff] kann man die Buttons irgendwo im Inhalt ausgeben; man bindet es im Editor so ein, wie man auch den Text oder Bilder einbinden würde. Wenn man nur [shariff] einsetzt werden die getätigten Einstellungen berücksichtigt.

Möchten Sie von Fall zu Fall abweichen, dann haben Sie die Möglichkeit, auf eine Reihe von Parametern zurückzugreifen. Diese finden Sie im Hilfebereich. [shariff backend=“off“] zum Beispiel würde die Anzeige des Zählers unterbinden.

Man kann die Social-Media-Leiste auch manuell in bestimmten Templatedateien einbinden. Folgenden Code können Sie dann zum Beispiel manuell in die Einzelansicht für die Beiträge, single.php, einfügen:

<?=do_shortcode('[shariff]'); ?>

Möchte man von den Einstellungen abweichen, dann würde die Einbindung so ausschauen:

<?=do_shortcode('[shariff backend="off"]'); ?>

Übrigens: In Abbildung 1 sehen Sie ein Beispiel einer Social-Media-Leiste aus freier Wildbahn, die mit Shariff Wrapper ausgegeben wird.

Welche Dienste soll ich einbinden?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Das hängt davon ab. Das ist natürlich nicht befriedigend, und daher folgt hier die ausführliche Antwort: In den allermeisten Fällen macht man mit der Einbindung von Buttons für Facebook und Twitter nichts falsch. Das sind sehr populäre Netzwerke mit einem breiten Themenspektrum und beide Dienste sind auch in den Massenmedien präsent und durch diese bekannt.

Google+ ist zwar in den letzten Monaten etwas ins Hintertreffen geraten, aber immer noch beliebt bei vielen Nutzern, die sich mit Technikthemen beschäftigen. Schreiben Sie viel über Businessthemen, dann ist die Einbindung von einem Xing- und LinkedIn-Button schon fast Pflicht.

Sind Ihre Inhalte bildarm und textlastig, dann ergibt es wenig Sinn, Buttons für Pinterest und Instagram einzubinden. Fokussieren sich Ihre Inhalte stark auf Bilder – Rezepte, Tipps und Anleitungen zur Mode, Nähen, Gartenarbeit, Outdoor etc. – dann wäre es verschenktes Potenzial, wenn Sie die letzten beiden genannten Dienste nicht einbinden würden.

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