Stakeholder veröffentlichen "Letter of Intent"

TYPO3 Association und Neos-Team: Einigung über Lizenzen und Budget
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Die TYPO3 Association und das Neos-Team haben die Gespräche über ihre Trennung mit einer öffentlichen Absichtserklärung erfolgreich beendet. Nach der Abstimmung mit diversen Stakeholdern und Teammitgliedern haben sich beide Seiten auf Details des Trennungsprozesses geeinigt.

Im Zentrum des von den jeweiligen Team-Repräsentanten (Robert Lemke und Christian Müller für Neos und Olivier Dobberkau, Peter Pröll und Alain Veuve für die TYPO3 Association) unterschriebenen „Letter of Intent“ stehen unter anderem das Funding des Neos-Projekts sowie Änderungen an der Lizenz für das Flow Framework, auf dem Neo basiert. In der offiziellen Ankündigung zur Einigung bezeichnet Olivier Dobberkau die tendenziell recht bürokratisch ausgefallene Einigung als „friendly and fair“.

Einigung über Lizenzen

Das bisher obligatorische Contributor Licence Agreement (CLA) wird gestrichen und vom Neos-Team nicht weiter verwendet. Das CLA definiert die Bedingungen, unter denen geistiges Eigentum zur den verschiedenen TYPO3- bzw- Neos-Projekten unter einer Open Source Lizenz beigetragen wurde. Wie Peter Kraume erklärt, schützt das CLA sowohl die TYPO3 Association als auch die jeweiligen Contributors „vor späteren Ansprüchen oder etwaigen Schadensersatzforderungen und sorgt für eine klare urheberrechtliche Situation in Bezug auf eingebrachte Leistungen. Für die Mitarbeit an TYPO3 Flow und TYPO3 Neos ist ein unterschriebenes CLA zwingend, für TYPO3 CMS 4.x/6.x wird es empfohlen.“
Laut der Absichtserklärung sind diese Bestimmungen – und die daraus resultierenden Rechten und Pflichten von TYPO3 Association und Neos-Team – nun aufgehoben bzw. hinfällig. Sollte die Neos-Community eine neue Instanz bzw. Organisation gründen, die etwaige Copyrights hielte, erklärt sich die TYPO3 Association bereit, verbleibende Urheber- und Markenrechte und an diese Instanz zu transferieren. Damit ist nun offenbar auch der Weg frei, um die Lizenzen von Neos und Flow zu MIT zu ändern und dadurch die Nutzung von Flow in geschützter Software zu ermöglichen – für manche ein Schritt, der nach Kommerzialisierung schreit und neue Spannungen hervorrufen könnte. Das allerdings glaubt Robert Lemke, Projektgründer und Architekt des TYPO3-Flow-Frameworks und von TYPO3 Neos, nicht. Im Gespräch mit entwickler.de äußerte er Zuversicht, schließlich seien „die wichtigsten Frameworks auch unter der MIT lizensiert und uns geht es im Wesentlich darum, dass Neos und Flow frei genutzt werden können, sich aber niemand das fertige Produkt nimmt – also Neos – und dieses verkauft.“

Budget-Entscheidung

In puncto Budget folgt man dem Abstimmungsergebnis der TYPO-3-Mitgliederbefragung aus dem Juli und entzieht dem Neos-Team das Funding für Code Sprints und QA. Das Budget für Documentation und Documentation Tools soll allerdings unberührt bleiben.

Darüber hinaus soll TYPO3 Fluid ein offizielles TYPO3-Produkt bleiben – mit der Einschränkung das ein Connector für Flow vorhanden sein muss.

Roadmap

Etwaige anfallende administrative Tasks im Trennungsprozess, etwa Serverumzüge oder das Verschieben von Websites, Wiki-Seiten oder Dokumentationen, wurden ebenfalls zugeordnet und im „Letter of Intent“ festgehalten.

Robert Lemke ist auf jeden Fall froh, dass beide Seiten nun auch den organisatorischen Teil hinter sich gebracht haben, denn gedanklich habe das Team die Trennung inzwischen abgehakt und sich auf die neuen Aufgaben gestürzt. Bei dem Neos Sprint in Frankfurt, der diese Woche mit über 15 Teilnehmern läuft, gehe es deshalb neben der Entwicklung vor allem um grundsätzliche Themen: „Anfang der Woche haben wir beschlossen, eine neue Team- und Führungsstruktur nach Vorbild von agilen Methoden umzusetzen, es wird fleißig an Leitfäden für den Einstieg in das Neos Projekt gearbeitet und wir kümmern uns intensiv um die Erstellung der neuen Kernmarke für Neos und dessen Umsetzung in Form eines Logos, Schriften und einer neuen Website. Das wird zwar alles seine Zeit brauchen, aber wir bekommen ständig neue Unterstützung und wirklich gutes Feedback – das gibt uns ein gutes Gefühl, dass wir mit Neos auf dem richtigen Weg sind.“ Wir sind gespannt und bleiben weiter am Ball.

Weitere Infos zur T3A-Neos-Trennung gibt es in diesen Beiträgen:

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