User Experience optimieren – mit den Tricks der Zeitschriftenmacher
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Die Printmagazine machen es vor: Wer sich um ein leserorientiertes Design bemüht, kann sich am Markt behaupten. Wer die Bedürfnisse seiner Leser ignoriert, hat es schwer. Was dahinter steckt und warum diese Prinzipien auch für ein gutes User-Experience-Design hilfreich sind, erklärt Mike Straus, kanadischer freelance Copywriter und Content-Marketing-Spezialist. Zu einer guten User Experience gehört nämlich weitaus mehr als nur eine tolle Nutzeroberfläche.

Tell me a story…

Gutes Storytelling ist wichtig. Eine themenzentrierte Zeitschriftenausgabe erzeugt ein ganz anderes Erlebnis beim Leser als eine Zeitschrift ohne roten Faden. Wenn die Artikel miteinander in Verbindung stehen, wird nämlich eine Geschichte daraus, und gute Geschichten lösen emotionale Reaktionen aus. Ein Leser, der dadurch in den Bann einer Zeitschrift gezogen wird, bekommt mehr als nur pure Information und entwickelt den Wunsch nach „mehr“ – er kommt wieder.

Gleiches funktioniert auch in der virtuellen Welt. Die Macher des MMO Penguin Land fingen bereits Monate vor einem großen Ingame-Event an die Vorgeschichte aufzubauen; sie erzeugten eine emotional aufgeladene Atmosphäre unter den Spielern. Daraus entstand eine Bindung an das Spiel, die sonst nur schwer zu erreichen ist. Die Zahlen gaben ihnen recht: Nie waren mehr Spieler eingeloggt als zu diesem Event. Denn das, was die Spieler hier geboten bekamen, waren nicht nur neue virtuelle Welten, es war ein großartiges Erlebnis.

Persönliche Bindungen

Doch es kommt nicht nur auf eine gute Geschichte an, auch wenn das einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Zeitschriften ist und unbedingt mehr Beachtung im User-Experience-Design finden sollte.

Ein weiterer Trick zur Leserbindung sind die aus Zeitschriften bekannten Selbsttests. Dass diese Tests selten wissenschaftliche akkurat sind, ist dabei allseits bekannt – wichtig ist allerdings nur, dass sich der Leser im Ergebnis wiederfinden kann und Spaß daran hat. Dadurch wird er etwas für sich persönlich mitnehmen und eine weitere Verbindung zum Medium aufbauen. Auch dieser Aspekt wird in Onlineangeboten oft vernachlässigt, was überdenkenswert ist. Wer dem Nutzer etwas bietet wovon er profitiert, gewinnt Stammnutzer.

Fazit

Wichtig bei alldem ist natürlich auch, dass zuvor eine klare Zielgruppe definiert wird und am Ende Instrumente zur Kontrolle des Erfolgs der Maßnahmen zur Verfügung stehen. Auf letzteres bezogen hat der UX-Designer gegenüber dem Print-Designer allerdings einen unschlagbaren Vorteil: Google Analytics verrät schnell, ob der neue Ansatz funktioniert. Insofern hat die UX-Szene eigentlich nichts zu verlieren, wenn sie sich in Sachen Userzufriedenheit und -bindung ein wenig den Printstandards annähert.

Aufmacherbild: Magazine Roll isolated on white via Shutterstock / Urheberrecht: caimacanul

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