UX-Fokus ist Pflicht – oder?! Die 5 typischsten Irrglauben rund um die User Experience
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Den Begriff „User Experience“ gibt es schon seit den 90er-Jahren, trotzdem verzichten viele Unternehmen auf die Einbindung der UX in die Core-Design-Gestaltung. Doch egal, ob es daran liegt, dass sie nicht wissen, wie man gute User Experience misst oder dass der Jobtitle „UX-Designer“ (noch) keine Tradition hat – User Experience ist mittlerweile ein Schlüsselfaktor für erfolgreiche Conversion.

Für Entwickler heißt das also im Klartext, dass die Implementierung guter User Experience ihre Verpflichtung und kein optionales Anhängsel ist. Problem an der Sache: UX ist von einer ganzen Reihe von falschen Eindrücken umgeben, die es erstmal zu überwinden galt. Usman Anwar hat fünf der verbreitetsten Irrglauben rund um UX aufgedeckt.

5 typische Irrglauben rund um UX

Dass die User Experience eine wichtige Rolle auf den Erfolg einer Website nimmt, ist kein Geheimnis – und eigentlich auch logisch. Immerhin dürfte wohl kaum ein Website-Besucher, der die Seite unbedienbar findet, dort länger als ein paar Minuten verweilen, geschweige denn, dort eine als Conversion gewertete Aktion ausführen. Das Problem dabei ist, dass viele Unternehmen sich nach wie vor nicht über den Einfluss der UX bewusst sind. Begünstigt wird das auch durch weitverbreiteten Irrglauben, was UX eigentlich ist – und was nicht. Dazu zählen zum Beispiel die folgenden fünf Irrglauben:

Irrglaube 1: UX und UI sind das gleiche

Das User Interface und die User Experience mögen zwar das gleiche Ziel haben, aber sie sind nicht das gleiche. Doch obwohl es signifikante Unterschiede zwischen UX und UI gibt, nutzen viele beide Begriffe immer noch synonym füreinander. Dabei ist das User Interface nur ein Schritt des gesamten Prozesses, der am Ende die User Experience bestimmt, nicht aber der Prozess selbst.

Typischerweise wird UX als das Interface-Design und das allgemeine, visuelle Design einer Website angesehen, dabei versteckt sich hinter dem Begriff noch einiges mehr, zum Beispiel die Recherche, Testing, Usability oder Produktdesign.

Irrglaube 2: Aufwändige Elemente bereichern UX

Gerade beim Webdesign gilt meist: weniger ist mehr. Nur weil Designer etwas spannend zu gestalten finden, heißt es nämlich noch lange nicht, dass auch die User ein höheres Engagement-Level zeigen. Meist fügen solch aufwändigen Elemente der Seite nur unnötig viel Komplexität zu, sodass Usern die Bedienung der Seite erschwert wird und so oft die Conversion darunter leidet. Dazu sagt Usman Anwar:

Design isn’t just about making things pretty, but also about how a piece of work can be streamlined in its performance and simple in its usage.

Es gilt also, das Design so einfach wie möglich zu halten und die Überfüllung der Website mit unnützen Design-Elementen zu vermeiden.

Irrglaube 3: Man braucht Designer, anstatt UX-Spezialisten

Arbeiten nur Webdesigner an der Gestaltung einer Website erhält man möglicherweise ein visuell umwerfendes Design, das niemand bedienen kann – weil es am Fokus auf den User mangelt. Genau dafür sind, laut Usman Anwar, UX-Spezialisten da:

The main difference between the two (UX and UI designer) is that a designer tends to think in terms of client-driven creativity, whereas a UX specialist would think in terms of user-driven decision making.

Um für eine gute User Experience zu sorgen, benötigt man also sowohl Designer, als auch UX-Spezialisten.

Irrglaube 4: UX benötigt kein Testing

Testing ist für den Erfolg einer Website unerlässlich. Gerade das Testen der User Experience sollte nicht dem Zufall überlassen werden – immerhin setzt sie sich aus dem Verhalten des Users zusammen. Wenn bereits die Testpersonen nicht mit dem Design der Website zurechtkommen, hat man noch die Möglichkeit, Verbesserungen vorzunehmen, ohne beim Erfolg der Conversion Einbußen hinnehmen zu müssen.

Irrglaube 5: Design-First, UX…später

Eine gute User Experience ist kein Zufallsprodukt. Wird sie erst am Ende dem fertigen Produkt hinzugefügt, dürften Verluste bei den Einnahmen und eine Reihe unzufriedener Kunden nicht unwahrscheinlich sein. Darum sollte die User Experience von Anfang an in die Entscheidungen für das Design miteinbezogen werden und nicht das Design als wichtigstes Element herausgefiltert werden.

UX ist mittlerweile eine Notwendigkeit und kein optionales Goodie. Um eine erfolgreiche Conversion zu generieren, benötigt man eine gut durchdachte UX-Strategie – und das von Anfang an. Das heißt also auch, sich von den typischen Irrglauben rund um die UX zu verabschieden und sie als das hinzunehmen, das sie tatsächlich ist: einer der wichtigsten Faktoren bei der Gestaltung einer Website.

Aufmacherbild: Correct or incorrect. Correct or incorrect written on small blackboards on wooden background von Shutterstock / Urheberrecht: Roobcio

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