Vendor Prefixing schadet mehr als es nützt
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In einer offenen E-Mail an das W3C hat sich Florian Rivoal von Opera beklagt, dass die derzeitige Präfix-Politik mehr wehtut als sie nützt.

I believe the current prefixing policy is hurting more than

In einer offenen E-Mail an das W3C hat sich Florian Rivoal von Opera beklagt, dass die derzeitige Präfix-Politik mehr wehtut als sie nützt.

I believe the current prefixing policy is hurting more than it helps, and
that the problems are fundamental to the policy itself, rather than
something that can be blamed on various parties for not following it
correctly.

Zwar ist die Vendor-Prefix-Regelung für Browser-Hersteller zwar leicht einzuhalten, doch für Web-Autoren sieht das schon ganz anders aus: Obgleich im produktiven Betrieb vom Einsatz von Vendor Prefixes abgeraten wird, kann kein Web-Entwickler darauf verzichten, will er am Markt mit aufpolierten Webpräsenzen gegen die Konkurrenz bestehen. Überdies sorgt der weit verbreitete Umgang mit den Normen für zahlreiches Feedback an die Arbeitsgruppen hinter CSS3, HTML5 und Co.

Insbesondere die Art, wie genau die Präfixe einzubinden sind, ist ein Streitpunkt zwischen Entwicklern und der Working Group (WG). Die WG schlägt vor, dass Entwickler nicht sowohl mit als auch ohne Präfixe arbeiten sollten, da dann im Falle von Weiterentwicklungen die Kompatibilität zu vorherigen Entwürfen verloren ginge. Dies ist jedoch gar nicht möglich, da Präfixe aktuell für Kompatibilität sorgen, während präfixlose Seiten beim Gros der Besucher für Verdruss sorgen. Kurz gesagt gibt es für Website-Autoren derzeit keinen richtigen Weg, mit den Vendor-Präfixen umzugehen.

Rivoals Vorschlag zur Lösung wäre, dass Browser-Hersteller jedes Feature, das sie vorstellen, vom ersten Tag an unterstützen sollten, und zwar mit sowie ohne Präfix. Website-Autoren auf der anderen Seite sollten zunächst ohne Präfixe arbeiten und diese nur hinzufügen, sofern ohne sie Fehler auftreten. Und falls bei einem bestimmten Feature ein einzelnes Browser-Präfix besonders häufig nötig wird, soll ein Vendor dieses Workaround (denn nichts weiter ist ein Vendor-Präfix) in Ruhe lassen und sich um besseren Support des Features ohne Präfix kümmern.

Damit sollte die Präfix-Problematik peu à peu abebben, bis man letztendlich sein Ziel größtmöglicher Kompatibilität ohne Workarounds erreicht. Tiefer ins Detail geht Rivoal im angesprochenen Proposal beim W3C.

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