Wann und wie genau? – Worauf es bei UI-Design-Mockups ankommt
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Auf dem Weg zum fertigen Produkt durchläuft ein Projekt unterschiedliche Stufen. Das Design des User Interfaces spielt für Webdesigner natürlich eine besonders wichtige Rolle – immerhin soll der Nutzer später möglichst problemlos mit diesem interagieren können und so eine möglichst gute User Experience erfahren. Das Erstellen von UI-Design-Mockups ist darum besonders wichtig.

Doch zu welchem Zeitpunkt im Verlauf der Projektbearbeitung und in welchem Umfang sollten Design-Mockups erstellt werden? Jerry Cao hat die verschiedenen Level der Genauigkeit von UI-Design-Mockups vorgestellt.

Wireframes oder Konzept-Mockups?

Idealerweise durchläuft das Design eines Projekts verschiedene Phasen, deren Genauigkeit und Ähnlichkeit mit dem Endprodukt mit der Dauer der Produktionsphase zunimmt. In diesem sogenannten „Genauigkeits-Kontinuum“ beginnt der Design-Prozess mit Low-Fi-Skizzen und endet mit einem Hi-Fi-Prototyp; dazwischen liegen für gewöhnlich Wireframes und Design-Mockups.

Manche Unternehmen ersetzen die Wireframe-Phase mit Konzept-Mockups, die vor allem nützlich sind, um verschiedene Ideen zunächst mit Stift und Papier aufzuzeichnen und sie später als digitales Mid- oder Hi-Fi –Mockup zu überarbeiten. Sollen trotzdem zusätzliche Wireframes erstellt werden, können die Konzept-Mockups zudem als grobe Richtlinien dienen.

Der beste Zeitpunkt für digitale Mockups

Die Frage, zu welchem Zeitpunkt im Design-Prozess digitale Mockups erstellt werden sollten, lässt sich meist nicht pauschal beantworten. Jerry Cao nennt dafür zwei verschiedene Denkmodelle: einerseits diejenigen, die die Mockup-Phase als Übergangsphase betrachten (Mid-Fi-Mockups), andererseits die, bei denen sie das Endprodukt möglichst exakt abbilden sollen (Hi-Fi-Mockups).

Beide Denkmodelle haben allerdings Vor- und Nachteile. Während Mid-Fi-Mockups zwar mehr Flexibilität und Tests möglicher Designs während der Implementierungsphase erlauben und dafür sorgen können, dass weniger überflüssige Design-Komponenten erstellt werden, benötigen sie gleichzeitig mehr Zeit für die Verfeinerung des Designs. Genauso wurden zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht alle Design-Entscheidungen abgeschlossen, was schnell dazu führen kann, dass Auftraggeber und Stakeholder des Projekts von den bisherigen Ergebnissen nicht beeindruckt sind.

Im Gegensatz dazu werden bei Hi-Fi-Mockups alle Design-Entscheidungen, etwa über Schriftarten, Farben, Rändern und Anordnung der Elemente, bereits zu Beginn der Mockup-Phase geplant. So dauert ihre Produktion zwar länger, allerdings entsprechen sie meist bereits ziemlich genau dem späteren Endprodukt und sind dadurch besser dafür geeignet, Auftraggeber von einem Design zu überzeugen. Zudem dienen sie Frontend-Entwicklern als visuelle Präsentation des Designs, was in der Implementierungsphase nützlich sein kann.

Entwicklungprozess der Mockup-Genauigkeit

Es gibt kein Patentrezept, wann und in welchem Umfang Mockups erstellt werden sollten; diese Entscheidung hängt immer auch vom Projekt ab. In vielen Fällen empfiehlt sich allerdings die gleichzeitige Erstellung von Mid-Fi-Mockups und Hi-Fi-Prototypen.

Dabei werden zunächst erste Skizzen auf Papier entworfen und anschließend als digitaler Wireframe erstellt, dem visuelle Details hinzugefügt werden. Mithilfe digitaler Design-Tools lassen sich diese Wireframes leicht in einen funktionellen Prototyp umwandeln, der getestet und an den nötigen Stellen bearbeitet werden kann.

So sollte eine gute Balance zwischen benötigter Zeit, Ressourcen und Genauigkeit erreicht werden. Allerdings darf man, wie Jerry Cao erklärt, dabei auch „verantwortungsvoll faul“ sein, denn:

The optimal level of fidelity is the minimum amount of fidelity needed to get the job done. Nothing more, nothing less.

Aufmacherbild: Vintage Antique pocket watch. von Shutterstock / Urheberrecht: Andrey Armyagov

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