Warum traut Ihr Euren Entwicklern nicht?
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Chris Hartjes stellt in seinem Blog die Vertrauensfrage: Warum sollt Ihr Euren Entwicklern trauen? Oder… Warum seid Ihr so misstrauisch, ob Eure Kollegen wirklich ihren Job richtig machen? Eine bekannte

Chris Hartjes stellt in seinem Blog die Vertrauensfrage: Warum sollt Ihr Euren Entwicklern trauen? Oder… Warum seid Ihr so misstrauisch, ob Eure Kollegen wirklich ihren Job richtig machen? Eine bekannte Behauptung ist, dass ein funktionierendes Team am besten an einem gemeinsamen Standort arbeiten sollte, gemeinsam mittagessen sollte und gemeinsam Überstunden schieben sollte.

Während der spontane Ideenaustausch und Brainstorming-Charakter dieses Modells große Innovationen beflügeln kann, ist dieses Präsenzsystem allerdings auch mit viel Zwang verbunden, was Hartjes mit puritanischer Arbeits-Ethik vergleicht. Ein wirklich bequemes Arbeitsumfeld, in dem ein Entwickler seine Arbeit in Ruhe erledigen kann, wird er sich nie in einem lauten Büro-Umfeld schaffen können. Und wenn sich der Vorgesetzte dann noch beschwert, dass sich der Developer ständig mit Ohrhörern gegen seine Umwelt abschottet, dann beweist der Chef einfach nur sein Misstrauen ihm gegenüber.

Wer eine Anwendung programmiert, sollte das mit 100 Prozent Herzblut tun. Diejenigen, die das nicht hinbekommen, Fehler machen und dann sagen „Ich mach das beim nächsten Mal besser“, will Hartjes beim nächsten Versuch nicht mehr sehen. Denn dieses Herzblut kann man in einem aufgezwungenen, chaotischen Team-Ambiente ohne Vertrauen einfach nicht aufbringen, behauptet er. „Selbst wenn der Kontroll-Freak von einem Chef dir ein schönes Büro gibt, mit einem tollen Stuhl, Knabberkram und einem Videospiel-Zimmer… er bleibt ein Kontroll-Freak. Es dient nur dazu, dass er steuern kann, wann du wie lange an dem Projekt arbeitest, weil er es dir von alleine nicht zutraut.“ Hartjes fragt seine Leser, wie ihre Erfahrung mit Heimarbeit ist, doch die Beiträge sind teilweise ernüchternd.

Zerstreut arbeitende Mitarbeiter nutzen Workflow-Tools und beweisen sich über nächtliche E-Mail-Fluten gegenseitig, wie sehr ihnen das Projekt am Herzen liegt. Doch damit setzen sie sich lediglich unter Druck. Gleichzeitig sieht jeder, wie langsam oder schnell man arbeitet, was auch nur ein Ziehen im Nacken zur Folge hat. Andererseits litt die verteilte Arbeit unter Kollegen, die tagsüber nachweislich sehr wenig geleistet haben und allenfalls abends weniger wichtige Aufgaben von ihren To-Dos gestrichen haben. Auf Anfrage sagten sie dann, dass sie bis zum Hals in Arbeit stäken, wobei jeder wusste, dass sie das selbst zu verantworten hatten.

Das Schwert ist also sehr zweischneidig. Was bedeutet Euch mehr? Ein kontrolliertes Arbeitsumfeld mit ständigem Ideenaustausch, oder Ruhe und Raum für Selbstständigkeit? Was sind Eure Erfahrungen mit dem Thema?

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