Web Components – vom Aussterben bedroht?
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Eigentlich sind Web Components eine gute Idee. Immerhin ermöglichen sie es Webentwicklern, selbst eigene wiederverwendbare Widgets oder Komponenten für Web-Dokumente und –Applikationen zu erstellen. Das Problem an der Sache: der aktuelle Stand der Spezifikation ist eher unübersichtlich und viele Webentwickler empfinden sie als zu kompliziert, um sie in ihren Projekten zu nutzen.

Stattdessen verlässt man sich auf Libraries  wie Polymer oder React, weil es schlichtweg noch keinen anderen Weg gibt, um Web Components in Projekten zu nutzen – und das, obwohl seit Jahren an der Fertigstellung der Spezifikation gearbeitet wird. Doch das ist nicht das einzige Problem, glaubt Chris Heilmann. Auch der nach wie vor mangelnde Browser-Support trägt dazu bei, dass viele Webentwickler, die zwar grundsätzlich Interesse an der Nutzung von Web Components haben, sie vielleicht ein- oder zweimal ausprobieren und dann erstmal wieder zu den Akten legen.

Libraries und Tools bedrohen Web Components

Dass Web Components eine durchaus reizvolle Idee für die Arbeit mit dem Web sind, lässt sich nicht von der Hand weisen. Ebenso wenig lässt sich allerdings schönreden, dass die Debatte, wie man besten eine Web-Applikation erstellt, die über eine hervorragende Performance verfügt, leicht zu maintainen ist und zudem auch problemlos erweiterbar ist, dank des unübersichtlichen Stands der Spezifikation ermüdend und wenig erfolgreich ist.

Kein Wunder also, dass dabei allerhand Tools und mögliche Ideen zur Umsetzung zur Sprache kommen – immerhin haben Tools bereits in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass der Browser genau das tut, was man von ihm verlangt. Oder, wie Heilmann sagt:

There is always a way to make browsers do what we want them to do.

Doch wo fängt man an, um Web Components zu einer rosigeren Zukunft zu verhelfen? Zunächst benötigt man eine gemeinsame Basis, auf der man aufbauen kann – und das meint, Web Components in einem Browser nutzen zu können, ohne sie erst über ein Flag „freizuschalten“ zu müssen. Ansonsten dürften Web Components noch schneller zu einem zu komplexen Standard werden, der von niemandem implementiert wird.

Was in der Theorie einfach klingt, ist es in der Praxis allerdings nicht. So bedarf es dafür erstmal eines Konsens zwischen den verschiedenen Browser-Herstellern. Der könnte jedoch schwierig zu erreichen sein – auch wenn es in der Vergangenheit durchaus erfolgreiche Zusammenarbeiten bei der Implementierung von Web-Standards wie HTML5 gab. Dazu sagt Heilmann:

Maybe there is a chance for harmony amongst competitors for the sake of an extensible and modularised web that is not dependent on ES6 availability across browsers. We’re probably better off with implementing one sci-fi idea at a time.

Es muss sich also dringend etwas tun, wenn die Implementierung der Web-Components-Spezifikation gelingen soll, denn sonst könnten sie schnell zugunsten der verschiedenen Libraries in der Versenkung verschwinden.

Aufmacherbild: Set of components to used in electrical installation von Shutterstock / Urheberrecht: Flegere

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