Web Design Trends gibt es im Übermaß, aber verderbt euch nicht den Magen daran

Webentwickler im Wunderland
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Design folgt immer irgendwelchen Trends und Hypes – da macht Web Design auch keine Ausnahme. Und schließlich gibt es auch allzu viele Möglichkeiten, Webseiten aufwendig und beeindruckend zu gestalten. Doch bei all den Plug-ins und Libraries, Fonts und Typografien, CSS- und HTML-Spielereien sollte man nicht wie ein Kind im Süßigkeitenladen das Maß aller Dinge verlieren. Web-Design-Techniken sind Eye Candy, von dem sich jeder User gerne beeindrucken lässt – sofern sie wohl dosiert genutzt werden.

Wir wollen euch hier mal einige vielleicht zukunftsweisende Techniken ans Herz legen, die für sich alleine schon viel her machen und morgen nicht gleich wieder out sein werden, so dass ihr geich mit dem Redesign starten müsst.

Parallax Scrolling

Parallax Scrolling hat etwa ab 2009 den Sprung von Computerspielen auf Websites geschafft und ist spätestens seit 2013 einer der Trends im Web Design. Dabei werden mehrere Ebenen durch Scrollen unterschiedlich schnell bewegt, was einerseits einen dreidimensionalen Effekt hervorruft und gleichzeitig sehr dynamisch wirkt.

Doch vorsichtig: Parallax Scrolling eignet sich nicht für jede Website. Es ist eine Technik, die visuell schon durchaus vom eigentlichen Content ablenken kann, man sollte es also nicht damit übertreiben und so Gefahr laufen, dass die eigentliche Message hinter einem berauschenden UI untergeht. Durchaus erprobt ist die Technik aber bereits, was Websites angeht, die einem Storytelling-Prinzip folgen, denn dann kann man über Parallax Scrolling den User quasi an die Hand nehmen und durch die Geschichte der eigenen Website führen. Ganz aus den Vollen der Möglichkeiten wurde etwa bei der speziellen Promo-Seite zum Film „Life of Pi“ geschöpft, bei der man über das Scrollen die Reise des Protagonisten nachvollziehen kann und zudem viele Hintergrundinfos zum Film bekommt.

 Screenshot: http://journey.lifeofpimovie.com/#!/

Parallax Scrolling wird übrigens gerne in Kombination mit einem Single Page Design verwendet. Wichtig ist beim Single Page Design, dass der Content einen (und nur einen!) roten Faden hat und der User auf dem „Weg“ alle wichtigen Informationen erhält – wie man sich aber denken kann: Das ist weniger eine Option für Seiten, die viele Inhalte vermitteln wollen. Gleichzeitig gilt die Rechnung: Single Page = wenig Content = mutmaßlich schlechtere SEO. Eine kostenlose JS-Library zum Umsetzen einen Parallax-Scrolling-Design ist zum Beispiel Jarallax

Präsente Navigation für umfangreichen Content

Wenn eine Website mit vielen Informationen aufwartet, in denen ein User sich bestenfalls nicht verirren soll, empfiehlt sich einerseits ein fixierter Header-Bar. So bleibt die Navigation immer präsent, egal wie tief der User in den Content eintaucht. Diverse Techniken ermöglichen es auch, dass der Header während des Scrollens ausgeblendet wird und wieder erscheint sobald der User wieder hochscrollt, also offenbar mit dem aktuellen Content fertig ist. Hierzu dient etwa das JS-Widget Headroom.js. Nützlich ist das vor allem für viel Content auf kleinen Screens, auf denen der Platz begrenzt ist.

Flat Design ist schick

Flat Design wird immer prominenter und stellt sich ganz in den Dienste des Contents: Nichts was ablenkt und kein Schnickschnack, dafür klare Linien und ein zurückhaltendes Layout. Das bedeutet nicht, dass man sich mit Flat Design nicht kreativ austoben könnte, aber auch hier gilt eben weniger ist mehr: Eine durchdachte Farbgebung und ein schicker Font reichen manchmal schon – und brauchen höchstwahrscheinlich auch weniger lang zum Laden.

Flach aber gar nicht langweilig Screenshot: http://fontwalk.de/

Alles hübsch, aber falsch geschrieben?!

Einen interessanten Aspekt zum Thema Web Design hat kürzlich Georgina Laidlaw von sitepoint.com angesprochen. Da habt ihr also nach allen Regeln der Ästhethik und Usability eure Seite designt- fein gemacht – aber eure Grammatik lässt ziemlich zu wünschen übrig? Welchen Eindruck macht das wohl auf einen User, wenn auf einem Button in feinstem Flat Design „Drückst du Knopf“ stünde? Nun, das Flat Design wäre ihm vermutlich ziemlich egal, im besten Fall hättet ihr nur ein paar hämische Lacher auf eurer Seite, im schlechtesten wirkt eure Seite durch sprachliche Ungereimtheiten schlichtweg unseriös. Sicherlich ist mein Beispiel etwas übertrieben, aber allein das Fehlen eines Artikels, wie der, die oder das, kann euren Content schon stümperhaft wirken lassen – und dann zählt auch kein Design mehr. Und gerade im Englischen gibt es so einige grammatikalische Stolperfallen, die man beachten sollte. Also macht nicht auf der Zielgraden schlapp: Auch der Content gehört zu eurer Präsentation und welchen Eindruck er auf den User macht, sollte mit auf eurer Agenda stehen.

Aufmacherbild: colorful candy von Shutterstock / Urheberrecht:Vorobyeva

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