Keynote von Karen McGrane

webinale & International PHP Conference 2016 sind eröffnet
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Die International PHP Conference und webinale 2016 sind eröffnet. In den kommenden drei Tagen haben digitale Professionals, Trendsetter und Macher im World Wide Web die Möglichkeit, ihr Wissen auf den aktuellsten Stand zu bringen und kreative Inspirationen fürs Arbeiten im und fürs Web mitzunehmen.

Sebastian Meyen, CCO des Veranstalters Software und Support Media, begrüßte im Berliner Maritim Pro Arte Hotel die Teilnehmer zur zehnten Ausgabe der „holistic web conference“ webinale. Ab heute dreht sich im Herzen der Hauptstadt drei Tage lang alles um aktuelle Trends in den Bereichen Design, Technologie und Business. Mehr als 80 Sessions stehen auf dem Programm – gehalten von rund 90 international erfahrenen Webexperten und Speakern.

Traditionell findet zeitgleich zur webinale natürlich auch die International PHP Conference statt. Die Teilnehmer dürfen sich also auf ein spannendes Crossover-Konferenzerlebnis freuen. Besonders im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Data & Monitoring, digitale Marketing-Trends, User Experience Design sowie Webdesign und Optimization.

In seiner Begrüßung betonte Sebastian Meyen das Hauptziel des Konferenzpakets: Making awesome digital stuff! Sprich: mit digitalen Tools und Kanälen innovative Digitalprodukte zu erschaffen, Produkte die begeistern und überzeugen.

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Sebastian Meyen, CCO von Software & Support Media, während der Eröffnung der webinael/IPC 2016 in Berlin (© S&S Media).

Digitale Transformation

Durch die tiefgreifende digitale Disruption sind Langzeitplanungen heutzutage kaum noch möglich. Und das Internet sollte dabei nicht als zusätzlicher Kanal begriffen werden, sondern vielmehr als das Betriebssystem fürs digitale Business.

Eine der größten Herausforderung liege darin, die digitale Transformation auch als Kickoff für eine neue Form des Arbeitens zu begreifen. Dabei geht es nicht darum, seine Mitarbeiter einfach nur zu managen, sondern sie zu führen und in die Lage zu versetzen, die bestmöglichen Produkte zu erschaffen. Experimentieren, die richtige Verwendung und Bewertung von Daten, die Konzentration auf eine optimale User Experience und die Fokussierung auf den Kunden und nicht die Prozesse sind die wichtigsten Aspekte dieser neuen Form des Arbeitens. Gerade von Startups lässt sich in diesem Bereich viel lernen.

Doch über allem thront die „company culture“. Sind die genannten Aspekte nicht verinnerlicht, ist es schwer zu positiven Ergebnissen zu kommen. Eine existierende Kultur inklusive festgefahrener Strukturen zu ändern, ist eine schwierige Aufgabe – aber unbedingt notwendig.

Content adaptiver gestalten?

In ihrer Eröffnungs-Keynote „Adaptive Content, Context, and Controversy“ griff auch Karen McGrane (Bond Art + Science) einen Kulturwandel auf. Oder besser gesagt: die von vielen propagierte Ablösung von Responsive Design durch Adaptive Design.

„We got to move beyond responsive“ – ein Satz, den Karen McGrane in ihren Consulting-Projekten oft zu hören bekommt. Denn Adaptive Designs ist eines der Buzzwords der Stunde. Für manche ist es ein komplexer, lang angelegter Prozess, um Content für flexible Wiederverwendung und dynamisches Targeting zu strukturieren. Für andere ist es ein Ansatz, der dabei hilft sicherzustellen, dass jeder überall genau das sieht, was der Publisher will.

Responsive vs Adaptive vs Mobile

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Responsive, Adaptive und der dritten im Bunde, die es ja auch noch gibt: die mobile Website. Und wann ist adaptiver Content tatsächlich notwendig und wann bringt der den meisten Nutzen?

Die Prinzipien, Eigenschaften und Auswirkungen von Responsive Design und mobilen Websites dürften den meisten hinlänglich bekannt sein. Beim Adaptive Design, anders als das clientseitige Responsive Design ein serverseitiger Ansatz, geht es grundsätzlich um „serving something different“. Je nach Gerät, Kontext oder Person wird dem Nutzer eine entsprechend angepasste Seit ausgeliefert. Beim Gerät berücksichtigt man die verschiedenen Betriebssysteme und/oder Screengrößen, beim Kontext die Informationen, die die Gerätesensoren liefern, und bei der Person, dem Nutzer, könnten Aspekte wie Alter, Geschlecht und Sprache Berücksichtigung im Webdesign finden.

  • Responsive Design:
    – gleiche URL
    – gleiches Design
    – gleicher Content
  • Adaptive Design:
    – gleiche URL
    – anderes Design
    – anderer Content
  • mobile Website:
    – andere URL
    – anderes Design
    – anderer Content

Doch die daraus entstehende Serie von Designs oder Seitenlayouts mit fester Größe, die je nach berücksichtigtem Aspekt auf der Seite erscheinen, mögen vielleicht im Bereich der iOS-Devices noch zu managen sein. Doch darüber hinaus macht die Fragmentierung (nicht nur von Android-Geräten) im Web den Ansatz oft wenig praktikabel und kostenintensiv.

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Karen McGrane während ihrer Keynote auf der webinale/IPC 2016 in Berlin (© S&S Media).

Das Ausliefern von unterschiedlichen Seite für Desktop und Mobile kann natürlich unter gewissen Umständen sinnvoll sein. Doch in den meisten Fällen ist es nach Karen McGranes Erfahrungen nur notwendig ein anderes Feature der Seite auszuspielen – beispielsweise einen unterschiedlichen Audio-Player für mobile und Desktop auf einer Musikseite.

Responsive is still king!

Deswegen gilt für Karen McGrane folgende Regel: Wenn das zu lösende Problem voll und ganz ein Layoutproblem ist (der Content also auf die Screengröße des Nutzers angepasst werden muss), sollte man dieses Problem immer mit Responsive Design lösen.

Und wann ist es nun besser, den Server zu involvieren und auf Adaptive Design zu setzen? Insbesondere der Ansatz des Contextual Targeting und die damit verbundenen, vermeintlichen Benefits lassen die Herzen von Publishern höher schlagen. Statt auf das Gerät zu adaptieren, wird der Kontext des Nutzer berücksichtigt. Mithilfe der Infos der Gerätesensoren (Zeit, Ort, Geschwindigkeit, Luftdruck, Temperatur) schließt man auf den vermeintlichen Kontext des Nutzers. Das funktioniert oft mehr schlecht als recht. Was Publisher und Marketeers jedoch nicht davon abhält, sich die kühnsten Targeting-Träume auszumalen.

Kontextuelles Targeting

Doch Untersuchungen zeigen immer wieder: kontextuelles Targeting ist weder sonderlich relevant, noch besonders notwendig. Denn ganz oft treffen die Nutzer die gleiche Entscheidung – egal in welchem Kontext sie sich gerade befinden. Deshalb rät Karen McGrane von auf dem Gerät basierenden Vermutung ab. Das Device darf kein Stellvertreter für den Nutzerkontext sein. In 95 Prozent der Fälle ist es deshalb besser, mit Responsive Design Probleme zu lösen. Hier kommt darüber hinaus zum Tragen, dass Adaptive-Design-Lösungen kein Wundermittel sind, sondern komplex und kostspielig.

Allerdings sollte man die Ansätze nicht gegeneinander ausspielen. Adaptive und Responsive Design funktionieren zusammen, sie können koexistieren. Auf jeden Fall sind sie keine Kontrahenten.

Ein abschließendes Zitat von Livia Labate bringt es auf Punkt: Es ist wichtig, dass man akzeptiert, dass die meisten Aktivitäten universeller Natur sind, auch wenn es durchaus gerätespezifische Bedingungen und Bedürfnisse gibt. Die Web Experience durch einen responsiven Ansatz zu vereinheitlichen, deckt die breite Palette grundsätzlicher Szenarien ab und versetzt den Designer in die Lage, besser mit den jeweiligen Gerätespezifikationen umzugehen.

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