Worauf kommt es in künftigen Content Management Systemen wirklich an?
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Wenn man dem Content Manager Seth Gottlieb nach seinen 15 Jahren Branchenerfahrung glauben will, dann ist die Zielsetzung für CMS-Entwickler, ihre Systeme an möglichst viele Kunden zu verteilen, gar

Wenn man dem Content Manager Seth Gottlieb nach seinen 15 Jahren Branchenerfahrung glauben will, dann ist die Zielsetzung für CMS-Entwickler, ihre Systeme an möglichst viele Kunden zu verteilen, gar nicht optimal. Im Gegenteil. Die Kreuzzug-artige Ausrichtung auf größtmögliche Verbreitung eines einzelnen CMS verwischt die Spezialisierung und verhindert damit das Zuschneiden eines Produktes auf eine qualitätiv wirklich hochwertige Plattform, wie Gottlieb den Industrieberater Gerry McGovern zitiert. McGovern geht so weit, zu sagen, dass eine zu starke Vereinfachung solcher Systeme (über simplere Editoren) dazu führe, dass weniger gut ausgebildetes Personal an den Systemen arbeitet, das Content geringerer Qualität liefert, der nicht mehr langfristig gepflegt oder aufgefrischt wird.

Dies, so setzt Gottlieb fort, soll keinesfalls bedeuten, dass man aufhören soll, neue Usability-Features zu etablieren oder auf größere Verbreitung zu setzen. Doch solle man den Fokus der Verbreitung neu ausrichten. Hier prägt er die Begriffe der horizontalen und der vertikalen Adoption. Während die horizontale Adoption auf Ausbreitung ausgerichtet ist und ein „Rezept zum Versagen“ darstellt, möchte er mit der vertikalen Adoption ein Konzept vorstellen, das die neuen Cutting-Edge-Features eines modernen CMS für Kundenbindung an die Menschen heranträgt, die das System bedienen. Es darf hierbei nicht mehr im Mittelpunkt stehen, wie einfach eine Website zu editieren ist, sondern, wie einfach es dem User gemacht wird, sämtliche Funktionen zu Marketing, Inhalt, Performance und Zusammenarbeit auszuschöpfen. Man sollte sich dabei nicht davor fürchten, dass der Slogan „Das könnte selbst Ihr CEO bedienen“ nicht mehr zutrifft.

Wie genau diese neue Form der Adoption umgesetzt werden soll, ist dabei die „Eine-Milliarde-Dollar-Frage“, wie Gottlieb einräumt. Freilich gehört ein groß angelegtes Training dazu, bis die so erschaffenen Content-Experten sämtliche verfügbaren Features nutzen. Doch viel lässt sich schon mit einem intuitiven User Interface lösen, das alle relevanten Features präsentiert, und sie nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert. Außerdem muss ein solcher Feature-Katalog ständig aufgefrischt werden. Freilich verweist Gottlieb hier im eigenen Interesse auf von ihm entwickelte und vermarktete Strategien. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass es langfristig erfolgreicher ist, wenn ein Content Management System kontinuierlich beobachtet, weiterentwickelt und verbessert wird, damit es auch langfristig konkurrenzfähig bleibt. Der Kollege McGovern geht so weit, zu sagen, dass ein zu simples System sogar schaden kann.

When it comes to content, people are far more important than software. It’s much better to have five highly skilled content professionals than hundreds of content amateurs and a fancy content management system. When it comes to content, volume is more likely to destroy value rather than create it.

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