WordPress: Der Zustand des Codes ist kritisch
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Mehr als jede sechste Internetseite basiert auf WordPress, und wer mit dem Aufsetzen von Internet-Auftritten sein Geld verdient, der muss wenigstens mal einen Blick in den Code des CMS geworfen haben.

Mehr als jede sechste Internetseite basiert auf WordPress, und wer mit dem Aufsetzen von Internet-Auftritten sein Geld verdient, der muss wenigstens mal einen Blick in den Code des CMS geworfen haben. Der Londoner Web-Entwickler James Shakespeare musste dies wohl öfter tun als ihm lieb ist. Denn in seinem aktuellen Blog-Post und Appell rechnet er mit der Bad Practice ab, die sich unter der polierten Haube des Content Management Systems verbirgt.

Während sich außerhalb der Welt von WordPress objektorientierte Frameworks etabliert haben, Architekturen wie MVC zum guten Ton gehören und Wiederverwendbarkeit und Wartbarkeit immer besser umgesetzt werden können, liege dem CMS all dies fern, wie Shakespeare entrüstet fortsetzt.

Doch anstatt einfach aufzugeben, und nach Alternativen zu rufen, macht der Blogger konstruktive Vorschläge an Automattic, dem Unternehmen hinter WordPress. Er schlägt vor, funktionelle Komponenten des WordPress-Frameworks (wenn man es so nennen will) schrittweise in ein moderneres MVC-Framework zu überführen. Dadurch würde es nicht seinen Plattform-Charakter verlieren.

If WordPress is going to continue to power the world’s highest traffic websites then it’s in the interest of a vast number of developers to refactor it into a logical, scaleable, easily inheritable platform. As I see it, the solution would be to migrate the functional aspects of WordPress to a PHP MVC framework, much like Drupal has recently done by incorporating Symfony 2.

In der Diskussion auf Y-Combinator meldet sich auch der (scheinbar allgegenwärtige) Symfony2-CMF-Entwickler Lukas Smith zu Wort. Er merkt an, dass er in etlichen Jahren Konferenzerfahrung noch keinem WordPress-Core-Entwickler begegnet sei. Und auch bei Bemühungen, PHP als sprachliche Basis von Web-Projekten voranzutreiben, sei WordPress weder auf GitHub oder in der Framework Interoperability Group in Erscheinung getreten. Automattic dürfe sich nicht auf der Poleposition ausruhen, die WordPress eingenommen hat.

Und falls sich so fundierte, entrüstete Blog-Posts wie der von Shakespeare häufen sollten, könnte WordPress schon bald ins Hintertreffen geraten. Denn in etlichen weiteren Kommentaren in dem untypisch stark frequentierten Thread tauschen die User Tipps zu alternativen Content Management Systemen aus. Ob diese jemals die Größe von WordPress erreichen werden, sei dahingestellt. Es ist aber abzusehen, dass mit der Zahl Good-Practice-bewanderter PHP-Entwickler auch die Zahl derjenigen steigen wird, die WordPress in seiner jetzigen Daseinsform nicht länger empfehlen werden.

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