Pflichtangaben auf WordPress-Sites

Rechtliches: Was muss man bei WordPress-Seiten beachten?
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Ein mittels WordPress (WP) realisierter Blog unterscheidet sich nicht maßgeblich von anderen Websites, jedenfalls nicht aus juristischer Sicht. Es gibt jedoch einige Besonderheiten der WordPress-Software, weshalb ein WP-Blogger im Vergleich zum Betreiber einer „klassischen“ Website zusätzliche Aspekte zu beachten hat. Das gilt sowohl für einen auf WordPress.com gehosteten Blog wie auch für den Fall, dass WP auf einem eigenen Server installiert wird.

Alle nicht nur rein privaten Internetseiten müssen ein Impressum bereitstellen. Das gilt dem Grunde nach für alle geschäftsmäßigen Auftritte im World Wide Web, von der virtuellen Visitenkarte über Webshops bis hin zu Profilen in den sozialen Medien sowie auch Blogs, Vlogs und Podcasts. Die Grenze der reinen Privatheit ist jedenfalls dann überschritten, wenn ein Unternehmen bzw. dessen Waren und/oder Dienstleistungen beworben oder gar veräußert werden. Aber auch dann, wenn die Inhalte zwar rein privater Natur sind, gelten Onlinepräsenzen als geschäftsmäßig, wenn auf ihnen Werbeanzeigen (z. B. Google AdSense) oder Banner von Partnerprogrammen eingebunden sind. Letztlich zählt nicht die vom Betreiber gewählte Ausrichtung, sondern der objektive Gesamteindruck. Daher kann beispielsweise auch ein privates Facebook-Profil als geschäftsmäßig einzustufen sein, wenn der Betreiber ausschließlich oder zumindest überwiegend etwas über eigene Waren/Dienstleistungen postet. Es kommt hierbei nicht darauf an, ob mit dem Internetauftritt tatsächlich Geld verdient wird; die reine Möglichkeit der Umsatzerzielung reicht insoweit aus. Im Einzelfall ist die Abgrenzung privat – geschäftsmäßig mitunter nicht ganz so einfach vorzunehmen, im Zweifel sollte daher stets ein Impressum bereitgestellt werden.

Grundlagen Impressum

Die Gestaltung des Impressum-Menüpunkts ist vom Gesetzgeber vorgegeben. Grundsätzlich muss der Menüpunkt

  • leicht erkennbar,
  • unmittelbar erreichbar und
  • ständig verfügbar sein.

Die leichte Erkennbarkeit bezieht sich auf die Benennung des Menüpunkts. Ohne in die (juristische) Tiefe gehen zu wollen, ist der Begriff „Impressum“ das, was man mit „Best Practice“ bezeichnet – also die Ideallösung. Denn unter der Alternative „Kontakt“ finden sich zumeist reine Kontaktformulare oder spezielle Servicekontaktdaten. Begriffe wie „Pflichtangaben“ oder „Anbieterkennzeichnung“ sind im Grunde zwar korrekt, allerdings für juristische Laien nicht zwingend eindeutig und zudem auch recht sperrig.

Die unmittelbare Erreichbarkeit herzustellen, ist gerade mit WordPress oder auch anderen Content-Management-Systemen (CMS) eigentlich kein Problem mehr. Sind Menüpunkte einmal im System angelegt, dann tauchen sie auch auf jeder bestehenden und zukünftigen Unterseite auf. In manchen Fällen wird ein Impressum-Menüpunkt sogar bereits standardmäßig angeboten. Wichtig ist allerdings, dass nicht mehr als zwei Mausklicks nötig sein dürfen, um zu den Impressumsinhalten zu gelangen. Ein „Verstecken“ des Impressums in der dritten Unternavigationsebene ist daher tabu. Für einen „Sammelmenüpunkt“, wie etwa „AGB/Rechtsinfos/Impressum/Datenschutz“, gilt das Gleiche.

Die ständige Verfügbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass gleich in jeder temporären Nichterreichbarkeit der Webpräsenz ein Rechtsverstoß zu sehen ist. Es ist vielmehr wichtig, dass das Impressum als fester Bestandteil der Sitestruktur bestehen bleibt, auch wenn sich unter Umständen andere Menüpunkte oder das Layout ändern.

Unter dem Strich ist somit die Platzierung des „Impressum“-Menüpunkts in der Hauptnavigationsebene oder auch im Website-Footer bzw. -Header üblich und ratsam.

Impressumpflichtangaben

Folgende Informationen sind im Impressum verpflichtend:

  • Jeweils ausgeschriebener Vor- und Nachname des Sitebetreibers, bei Unternehmen deren Name inklusive Rechtsformangabe (also z. B. GmbH, AG, Ltd. usw.)
  • Bei Unternehmen zusätzlich Vor- und Nachname sowie Anschrift der vertretungsberechtigten Person(en)
  • Ladungsfähige Anschrift, d. h. Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Wohnort (eine Postfachadresse allein ist nicht ausreichend!)
  • Kontaktdaten, also zumindest eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse (die Angabe einer Faxnummer ist möglich, aber keine Pflicht)
  • Im Fall einer Eintragung z. B. im Vereins- oder im Handelsregisters die Registernummer sowie das Registergericht
  • Bei redaktionell gestalteten Angeboten die inhaltlich verantwortliche Person mit ausgeschriebenem Vor- und Nachnamen sowie ihrer Anschrift (es muss sich um eine natürliche Person handeln, es darf hierbei kein Unternehmen genannt werden)
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (falls vorhanden)
  • Wirtschafts-Identifikationsnummer (falls bereits zugeteilt)

Vertretungsberechtigte Organe von Unternehmen werden abhängig von der jeweiligen Gesellschaftsform unterschiedlich betitelt. Um nicht dem Vorwurf der Irreführung ausgesetzt zu sein, sollte daher auch stets die korrekte, einschlägige Bezeichnung angegeben werden:

  • GbR & oHG: vertretungsberechtigte(r) Gesellschafter
  • GmbH & UG (haftungsbeschränkt): Geschäftsführer
  • KG: Komplementär
  • GmbH & Co. KG: Komplementär-GmbH, diese vertreten durch den Geschäftsführer
  • AG & e. V.: Vorstandsvorstandsvorsitzender

Wird der Blog von einem Arzt, einem Architekten, einem Rechtsanwalt oder einem anderen Mitglied eines reglementierten Berufsstands betrieben, so kommen die folgenden Pflichtinformationen hinzu:

  • Angabe der Berufsbezeichnung und dem Land, in dem sie erteilt wurde
  • Zuständige Aufsichtsbehörde bzw. Kammer nebst Anschrift und Kontaktdaten
  • Hinweis auf das einschlägige Berufsrecht plus Link auf eine Fundstelle der Gesetzestexte im Internet

Hier kann man nachschauen, ob ein Beruf in einem europäischen Land bestimmten Reglementierungen unterworfen ist.

Zu all diesen Pflichtangaben können auch noch andere Informationen hinzukommen, deren Nennung zwar verpflichtend, aber nicht unbedingt im Rahmen des Impressums vorzunehmen ist. Dazu gehören u. a.

  • Urhebernachweise oder auch
  • Angaben gem. Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV)

Bei E-Commerce-Angeboten zusätzlich auch noch

  • der Hinweis auf so genannte OS-Plattform der Europäischen Kommission und
  • Angabe von Servicezeiten inklusive der entsprechenden Kontaktdaten

Darüber hinaus können auch noch weitere, freiwillige Informationen in das Impressum aufgenommen werden, wie etwa Konto-/SEPA-Daten oder Öffnungszeiten.

Übrigens: Die finanzamtbezogene Steuernummer muss nicht im Impressum genannt werden, nur die eventuell vorhandene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Die Pflichtangaben sind auf jeden Fall als Text und nicht als Grafik im Impressum einzubinden. Denn andernfalls könnte nicht gewährleistet werden, dass die Informationen auf jedem Endgerät, mit jeder Bildschirmauflösung bzw. mit jeder Browsereinstellung korrekt dargestellt werden können. Fehler gehen im Zweifel zu Lasten des Blogbetreibers.

Grundlagen Datenschutzrecht

Auch das Datenschutzrecht ist von Betreibern geschäftsmäßiger Blogs zu beachten. Es dient dem Schutz persönlicher Daten von natürlichen Personen; reine Unternehmensdaten werden davon nicht umfasst. Kennt man die grundlegenden Begrifflichkeiten und Grundsätze, erschließen sich auch zwanglos die entscheidenden Ansätze sowie die Zielrichtung des Datenschutzrechts.

Zentraler Ausgangspunkt des Datenschutzrechts ist der Begriff der „personenbezogenen Daten“ von Betroffenen. Dabei handelt es sich um Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person. Dazu zählen u. a.:

  • persönliche Daten (Name, Anschrift, Kontaktdaten, Geburtsdatum …)
  • Finanzdaten (Bankverbindung, Gehaltsabrechnung …)
  • biometrische Daten (Fingerabdruck, DNA-Probe …)
  • erkennbare Abbildung auf einem Foto oder Video
  • Gesundheitsdaten (Krankmeldung, Diagnose, Überweisung …)
  • IP-Adresse

Darüber hinaus existieren besondere Arten von personenbezogenen Daten, nämlich Angaben über rassische bzw. ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder philosophische Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Gesundheit oder das Sexualleben.

Erhoben werden diese Daten von einer so genannten „verantwortlichen Stelle“, also von einer Person, Behörde oder einem Unternehmen, die die Daten für sich selbst erhebt, verarbeitet oder nutzt oder damit andere beauftragt.

Zudem sind die folgenden Grundsätze im Datenschutzrecht zwingend zu beachten:

  • Zweckbindung: Jede Erhebung, Speicherung bzw. Verarbeitung von personenbezogenen Daten muss einem bestimmten, vorher festgelegten Zweck dienen. Wird dieser Zweck später geändert, so stellt dies einen neuen (erneut einwilligungsbedürftigen) Eingriff dar.
  • Datensparsamkeit: Es sollen nur solche Daten erhoben, gespeichert bzw. verarbeitet werden, die für den konkreten Zweck unbedingt notwendig sind.
  • Datenvermeidung: Auf die Erhebung, Speicherung bzw. Verarbeitung personenbezogener Daten soll soweit wie möglich verzichtet werden. Zudem sind personenbezogene Daten, soweit möglich, zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren.
  • Verbot mit Erlaubnisvorbehalt: Die Erhebung, Speicherung bzw. Verarbeitung personenbezogener Daten ist nur zulässig, soweit das Gesetz es erlaubt oder der Betroffene eingewilligt hat.

Gerade die strengen Vorgaben des Verbots mit Erlaubnisvorbehalt machen deutlich, wie hoch der Datenschutzstandard hierzulande ist. Im Zweifel benötigt man also stets die Einwilligung der Betroffenen, sofern es keinen gesetzlichen Ausnahmetatbestand gibt. Ein solcher besteht z. B. im Rahmen der Bestellung in einem Webshop, nämlich zur Erfüllung vertraglicher Pflichten. Denn ohne die Anschrift und die Zahlungsdaten vom Kunden kann der Verkäufer die Ware schlichtweg nicht liefern.

Nutzung Social-Plug-ins

Mit den so genannten Social Plug-ins, also den Tweet- oder Like-Buttons, gelingt eine direkte Verbindung zu den jeweiligen sozialen Netzwerken. Mit ihrer Hilfe kann per Mausklick beispielsweise ein bestimmtes Blogposting bei Facebook geteilt oder via Twitter verbreitet werden. Dabei wird allerdings u. a. die IP-Adresse der Nutzer und somit ein personenbezogenes Datum übertragen. Daher müssen Blogs, auf denen Social-Plug-ins angeboten werden, bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um die Einbindung datenschutzkonform zu realisieren. In erster Linie bietet sich hierzu der Einsatz einer so genannten 2-Klick-Lösung an. Diese funktioniert nach dem folgenden Prinzip:

  • Einbindung von Platzhaltergrafiken ohne Funktionalität
  • Informationen über die Social-Plug-ins bzw. die 2-Klick-Lösung als Mouse-over-Text
  • Einblendung der eigentlichen Social-Plug-ins nach erstem Mausklick
  • Aktivieren der Funktionen der Social-Plug-ins erst nach zweitem Mausklick
  • Ausdrücklicher Hinweis auf die Social-Plug-ins bzw. die 2-Klick-Lösung in der Datenschutzerklärung

Technische Lösungen zur Umsetzung einer solchen 2-Klick-Lösung gibt es mittlerweile von verschiedenen Anbietern. Für WP und andere CMS-Software existieren entsprechende Erweiterungen, wie etwa der Shariff Wrapper. Der Heise-Verlag hat den Code einer eigenen 2-Klick-Lösung früher kostenfrei zum Download bereitgestellt, ist inzwischen allerdings zu einer anderen Variante übergegangen (c’t Shariff). Eine der vorhandenen Lösungen sollte auf jeden Fall genutzt werden, da eine „nackte“ Einbindung von Social-Plug-ins als Verstoß gegen das Datenschutzrecht gewertet wird und entsprechende Abmahnungen oder gar Bußgelder nach sich ziehen kann. Denn ein Verstoß gegen Datenschutzvorschriften kann zugleich auch ein Wettbewerbsrechtsverstoß sein und dementsprechend seitens der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde verfolgt werden.

Nutzung Statistiktools

Der Einsatz von Tools zur Analyse der Besucheraktivitäten im eigenen Blog kann durchaus sinnvoll sein. Viele greifen zu Google Analytics, es gibt aber auch noch Alternativen, wie etwa Piwik, etracker oder Adobe Analytics (früher: Omniture). Die Nutzung solcher Software weist juristische Tücken auf, insbesondere wegen der Übertragung bzw. Verarbeitung der IP-Adresse von Websitebesuchern. Zur korrekten Umsetzung sollten grundsätzlich folgende Schritte nachvollzogen werden:

Modifikation des Codes: Die Software muss so konfiguriert werden, dass IP-Adressen nicht komplett erhoben werden. Ist dies mit einem bestimmten Tool nicht möglich, muss eine Alternative her.

Möglichkeit zum Widerspruch: Websitebesucher müssen die Möglichkeit bekommen, ihren Widerspruch gegen die Datenerfassung zu erheben, etwa per Link zum Deaktivierungs-Add-on für den Browser oder durch das Setzen eines Opt-out-Cookies.

Pflicht zur Information: In der Datenschutzerklärung muss ein ausdrücklicher Hinweis über die eingesetzte Analysesoftware, deren Hersteller, ihre Funktionsweise sowie die durch sie erhobenen Daten erfolgen.

Abschluss eines Vertrags: Es muss ein Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung mit dem Anbieter der Analysesoftware abgeschlossen werden, und zwar in Schriftform.

Nur dann, wenn alle dieser Punkte umgesetzt werden, kann Analysesoftware rechtssicher eingesetzt werden. War dies bislang nicht der Fall, so sind die Altdaten komplett zu löschen. Im Zweifel muss der Account beim Hersteller der Analysesoftware gelöscht und ein neuer angelegt werden.

Neben Google Analytics u. Co. gibt es aber auch spezielle WP-Statistiksoftware, wie etwa das Stats-Plug-in, welches inzwischen integraler Bestandteil des Jetpack-Pakets ist. Diesbezüglich kann nur die zusätzliche Verwendung des Plug-ins DoNotTrack empfohlen werden.

Nutzung Cookies

Es gibt heutzutage viele Gründe, weshalb auf Websites Cookies zum Einsatz kommen. Einen nicht ganz unwesentlichen Beitrag hat sicherlich Google mit seinen Diensten, wie etwa AdSense, DoubleClick for Publishers oder auch DoubleClick Ad Exchange, geleistet. 2015 hat Google eine Richtlinie für die Nutzer seiner Dienste veröffentlicht und diese aufgefordert, bis zum 30.09.2015 die Vorgaben der EU-Cookie-Richtlinie umzusetzen. Auch wenn gerade für deutsche Blogbetreiber hierzu eigentlich keine Pflicht besteht, da hierzulande die erwähnte Richtlinie bislang nicht in nationales Recht umgesetzt wurde, sollten auch deutsche Blogger sich den Google-Vorgaben beugen. Auch wenn sie keinen Verstoß gegen geltendes Recht begehen, so riskieren sie doch einen Verstoß gegen die Google-Richtlinie und damit im schlimmsten Fall die Sperrung oder gar Kündigung ihres Accounts.

Für WP-Nutzer gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihren Pflichten nachzukommen. Google stellt unter www.cookiechoices.org eine eigene Website bereit, auf der zahlreiche Infos, Tipps und weiterführende Links zu finden sind. Unter anderem findet sich dort auch ein Link auf das Cookie Consent Kit der Europäischen Kommission. Es gibt aber natürlich noch einige andere hilfreiche WP-Plug-ins:

  • Cookie Info WP
  • WeePie Cookie Allow
  • CookieCuttr
  • Cookie Law Info
  • Cookie Notice

Bei Licht betrachtet ist den meisten deutschen WP-Nutzern der Einsatz eines Cookie-Layers z. B. mithilfe der genannten Plug-ins zu empfehlen. Außerdem müssen Hinweise auf die Cookies natürlich auch in die Datenschutzerklärung aufgenommen werden.

Bei der Umsetzung der Cookiehinweise kann entweder eine Einzel- oder eine Gesamtlösung zum Einsatz kommen. Bei der erstgenannten Variante wird im Rahmen des Cookielayers auf die Datenschutzerklärung verwiesen, in welcher dann über die einzelnen Tools aufgeklärt und ein separater Opt-out-Schalter angeboten wird. Die Gesamtlösung bietet hingegen bereits im Cookielayer einen Schalter, mit dem sich alle Cookies ausschalten lassen. Eine solche Gesamtlösung wäre wohl Best Practice, insbesondere im Hinblick auf verschiedene Endgeräte oder auch für die Nutzung in Apps.

Umsetzung Datenschutzerklärung

Ein nicht nur rein privat ausgerichteter Blog muss eine Datenschutzerklärung enthalten; hierbei gelten dem Grunde nach die gleichen Maßstäbe wie in puncto Impressum. Gleich vorweg: Die Informationen zum Datenschutz haben im Impressum nichts zu suchen. Zum einen ist dieser Bereich in den meisten Fällen ohnehin schon gut gefüllt, und zum anderen muss man als durchschnittlicher Blogbesucher damit nicht im Rahmen des Impressums rechnen. Als Best Practice ist hier ein eigenständiger Menüpunkt in der Hauptnavigation oder in Kopf- bzw. Fußzeile der Website zu empfehlen.

Der Menüpunkt sollte eindeutig bezeichnet werden, etwa mit Datenschutz, Datenschutzhinweise oder Datenschutzerklärung. Er sollte auch von jeder Einzelseite aus gleichermaßen gut erreichbar sein und nicht erst umständlich gesucht werden müssen.

Das deutsche Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat ein Muster für einfach und übersichtlich gestaltete Datenschutzhinweise im Internet veröffentlicht. Demzufolge soll eine Datenschutzerklärung als so genannter One-Pager realisiert werden. Dies soll jedoch nicht die eigentliche Datenschutzerklärung ersetzen, sondern diese als eine Art Zusammenfassung ergänzen. Eine Pflicht zur Nutzung eines solchen One-Pagers besteht nicht.

Es gibt verschiedene, typische Bestandteile von Websites, die im Rahmen der Datenschutzerklärung Erwähnung finden müssen. Dazu gehören insbesondere:

  • Hinweis auf die generelle Beachtung der Datenschutzvorschriften
  • Erhebung/Verarbeitung/Nutzung (welche Arten von Daten werden wozu verarbeitet?)
  • Übermittlung (welche Daten werden wozu an wen übertragen?)
  • Serverlogs
  • Kontaktformular
  • Newsletter
  • Nutzerregistrierung/Log-in-Bereich
  • Kommentarfunktion
  • Analysesoftware
  • Cookies
  • Social-Plug-ins
  • Werbemaßnahmen (Google AdSense, Amazon-Partnerprogramm, Google Remarketing o. Ä.)
  • sonstige Dienste (z. B. Instagram, Pinterest, Tumblr …)
  • eingebettete Fremdinhalte, wie etwa YouTube-Videos, Google Maps, Stock-Fotos, RSS-Feeds, Instagram, Pinterest usw.
  • CMS-Plug-ins (z. B. Jetpack oder Word-Press.com Stats )
  • Hinweis auf Auskunftsrecht
  • Anspruch auf Löschung bzw. Korrektur
  • Ansprechpartner für den Bereich Datenschutz mit Name, Anschrift und Kontaktdaten

Diese Auflistung ist nicht abschließend, sie umfasst lediglich die für den Bloggeralltag typischen Aspekte.

Praxistipp

Das Impressum für den Blog der Mustermann GmbH könnte wie folgt gestaltet werden:

ImpressumVerantwortlich im Sinne des Telemedienrechts für die Domain www.mustermann-gmbh.de sowie für die Facebook-Seite http://facebook.com/mustermann-gmbh, das Twitter-Profil http://twitter.com/MustermannGmbH und für die Xing-Präsenz http://xing.com/profile/Mustermann_GmbH:

Mustermann GmbH
Geschäftsführer: Max Mustermann
Musterstr. 123
12345 Musterhausen
Telefon: 020-12345678
Telefax: 020-12345679
E-Mail: info@mustermann-gmbh.de

Handelsregistereintrag: AG Musterhausen, HRB 123456

Umsatzsteuer-Identifikationsnr.: DE 123456789

Inhaltlich Verantwortlicher: Moritz Mustermann (Anschrift s. o.)

Informationen zur Onlinestreitbeilegung: Die EU‐Kommission stellt eine Internetplattform zur Onlinebeilegung von Streitigkeiten (sog. OS‐Plattform) bereit. Diese OS-Plattform dient als Anlaufstelle zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten im Zusammenhang mit vertraglichen Verpflichtungen aus Online‐Kaufverträgen. Die OS‐Plattform ist unter folgendem Link erreichbar: http://ec.europa.eu/consumers/odr. Unsere E-Mail-Adresse finden Sie oben bei unseren Kontaktdaten.

Service/Reklamationen: Unseren Service erreichen Sie von Montag bis Freitag jeweils im Zeitraum 9.00 bis 18.00 Uhr unter der Telefonnr. 020-12345670 sowie per E-Mail unter service@mustermann-gmbh.de.

Urhebernachweise: © Philipp Fotograf/Fotolia.com

Das Impressum eines Einzelbloggers ist dagegen nicht ganz so umfangreich. Es könnte wie folgt aussehen:

Impressum

Verantwortlich im Sinne des Telemedienrechts für die Domain www.muster-blogger.de sowie für die Facebook-Seite facebook.com/muster-blogger und das Twitter-Profil twitter.com/MusterBlogger:

Max Muster-Blogger
Musterstr. 123
12345 Musterhausen
Telefon: 020-12345678
E-Mail: info@muster-blogger.de

Inhaltlich Verantwortlicher: Max Muster-Blogger (Anschrift s. o.)

Urhebernachweise: © Kurt Knipser/Fotolia.com

Beide Impressumsmuster beinhalten jeweils einen Rückverweis auf die entsprechenden Profile in den sozialen Medien. Dies dient der Klarstellung, damit bei Facebook, Twitter, LinkedIn u. Co. nicht auch noch die kompletten Pflichtangaben eingebunden werden müssen, sondern jeweils die Angabe eines sprechenden Links auf das Websiteimpressum ausreicht. Ideal wäre hierfür etwa der Hinweis „Hier gehts zum Impressum“, der mit dem URL der Impressumssite verknüpft wird.

Links&Literatur

[1] Homepage des Autors: http://www.ra-rohrlich.de
[2] Blog des Autors zum Thema Onlinerecht für Webmaster: http://www.webmaster-onlinerecht.de
[3] Blog des Autors zum Thema Onlinerechte von Verbrauchern: http://www.verbraucherrechte-online.de
[4] Weitergehende Infos zum Thema E-Commerce: http://www.rechtssicher.info
[5] Videotrainings des Autors: https://www.video2brain.com/de/trainer/michael-rohrlich

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