WordPress und der Feature-Vulkan
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Großmächte können mit Ihrem Waffenarsenal die Welt zerstören. Sogar mehrfach, wenn es ihnen beliebt. Die Isländer haben mit Eyjafjallajökull einen Vulkan mit ganz viel Asche und WordPress-Nutzer

Großmächte können mit Ihrem Waffenarsenal die Welt zerstören. Sogar mehrfach, wenn es ihnen beliebt. Die Isländer haben mit Eyjafjallajökull einen Vulkan mit ganz viel Asche und WordPress-Nutzer ein Blog-System mit ganz vielen Features. Zumindest letztere stehen jetzt anscheinend kurz vor dem Feature-Overkill.

Even without menus, we’re not ready for RC, which means we would be pressing our luck to release on May 1, so Jane Wells vor ein paar Tagen zum aktuellen Stand der Dinge. Da war der 16. April noch als Datum für die ersten Release Candidates vorgesehen – bereits über zwei Wochen hinter der ursprünglichen Planung. Sieht man sich die Roadmap jetzt an, dann steht dort der 1. Mai; hinter dem Final Release am 15. Mai steht gar ein großes Fragezeichen. Doch was ist passiert?

Angefangen hat alles vor einigen Tagen mit der Zusammenfassung des Team-Meetings vom 15. April. Darin war zu lesen, dass es um den angepeilten Release von WordPress 3.0 nicht sonderlich gut steht. Das von vielen sehnlich erwartetet Menues-Feature bereitet den Entwicklern große Kopfzerbrechen – ein Performance-Killer vor dem Herrn. Darüber hinaus wurden viele Bugs gemeldet, die beinahe alle neu eingeführten Features betreffen: die custom post types, multisites, etc. Man stünde nun vor der Wahl, zumindest die Menues über Bord zu werfen, um den anvisierten Termin einzuhalten. Doch daraus wurde wie bereits erwähnt nichts. Nun hat sich auch noch Matt persönlich im DevBlog zu Wort gemeldet:

Deadlines are not arbitrary, they’re a promise we make to ourselves and our users that helps us rein in the endless possibilities of things that could be a part of every release. We aspire to release 3 major versions a year because through trial and error we’ve found that to be a good balance between getting cool stuff in each release and but not too much that we end up breaking more than we add.Matt Mullenweg, 2010

In der Vergangenheit habe man so gearbeitet, dass man ein Release immer und immer wieder verschoben hat, um „nur noch dieses eine Feature“ unterzubringen; doch das habe auch niemanden weitergeholfen. Es gilt also der gute, alte Grundsatz it’s done when it’s done. Was eindeutig gegen die selbst auferlegte Linie verstößt.

Es stellt sich also die Frage, ab wann man anfangen sollte, einen Schlussstrich zu ziehen. Natürlich gab es einen Feature Freeze, doch die angesprochenen Menues haben es erst sehr kurzfristig in die Roadmap zu Version 3.0 geschafft. Dazu kommen die vielen anderen Aufgaben, die sich die Entwickler aufgebürdet haben. Man denke nur an den MU-Merge, in dem WordPRess MU mit WordPress „verheiratet“ werden soll.

Nun heißt es also Augen zu und durch. Schadensbegrenzung wird kaum nötig sein, das Projekt hat im Moment genügend Kudos gesammelt, um nicht all zu viel Schelte für den Verzug zu bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Start reibungsloser von statten geht wie seinerzeit bei Version 2.8.

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