25 Jahre WWW: Ein Rückblick auf die neuere Geschichte des Internets
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Das World Wide Web ist 25 Jahre alt geworden. Wir schauen in diesem kurzen Rückblick auf die wichtigsten chronologischen Eckpfeiler dieser 25 Jahre. Im März 1989 schrieb Tim Berners-Lee am Kernforschungszentrum CERN ein Papier namens „Informations-Management – Ein Vorschlag“.  Es folgten ein erster Webbrowser und schließlich im August 1991 die erste  von Tim Berners-Lee veröffentlichte Website auf HTML-Basis. Diese bestand zu großen Teilen aus reinem Text und Links und sollte dem Besucher den Zweck des Internets erklären.

Erste HTML-Versionen erlaubten nur einfachste Inhalts-Strukturen: Überschriften (<h1>, <h2>, etc.), Paragraphen (<p>), und Links (<a>). Spätere Versionen ermöglichten dann die Einbindung von Bildern(<img>) und teilweise auch von Tabellen (<table>). Von Webdesign konnte damals auf Grund der beschränkten technischen Möglichkeiten jedoch kaum gesprochen werden.

Erste Standards und Suchmaschinen entstehen

Im Jahr 1994 wurde das World Wide Web Consortium (W3C) am MIT in Cambridge, Massachusetts gegründet. So wurde HTML als Standard für zukünftige Websites festgelegt. Damit wurde verhindert, dass unterschiedlichste Standards Einzug finden, was der Grundidee eines einheitlichen Kommunikations-Netzes geschadet hätte. Im selben Jahr stieg die Zahl der ans Netz angeschlossenen Rechner auf rund drei Millionen.

Im folgenden Jahr wurden bereits die IP-Adressen knapp und so wurde im Jahr 1995 das heute noch aktuelle IPv6-Protokoll eingeführt. Im selben Jahr wurde die Internet-Suchmaschine Yahoo offiziell gegründet. Der heutige Branchenführer Google folgte im Jahr 1998.

Die Entwicklung von Flash und der gleichzeitige Ausbau von Breitbandverbindungen ermöglichten die Kreation von komplexen und interaktiven Webseiten mit animierten Elementen, welche einen verhältnismäßig hohen Datentransfer erforderten.

Filesharing und freies Wissen

Im Jahr 1999 wurde die Musiktauschbörse Napster gegründet und bot somit erstmals die Möglichkeit im peer-to-peer-Verfahren (P2P) Musik mit anderen Nutzern zu teilen. Dies gilt heute als die Geburtsstunde der Musikpiraterie. Die zum damaligen Zeitpunkt am schnellsten wachsende Online-Community der Welt hatte kurz vor der Abschaltung im Jahr 2001 etwa 80 Millionen Nutzer. Im selben Jahr wurde die freie Internet-Enzyklopädie Wikipedia gegründet. Sie gilt als Vorreiter für den Ansatz des freien Wissens, welcher heute als ein Eckpfeiler des Internets gilt.

Communities, Social Networks und die weltweite Vernetzung

Im Jahr 2003 folgte mit MySpace die nächste große Community, welche zwischenzeitlich um bis zu 230.000 Mitglieder pro Tag stieg. Ursprünglich als Online-Datenspeicher gedacht, entwickelte sich der Fokus schnell in eine musikalische Richtung. So konnten sich Fans und Künstler über das Netzwerk präsentieren und austauschen.

Im Jahr 2004 erschien mit Facebook ein weiteres soziales Netzwerk auf der Bildfläche, welches heute zu den Internet-Giganten zählt. Mit mehr als einer Milliarde Nutzern ist es eine der fünft meist besuchten Seiten weltweit.  Die Video-Plattform YouTube wird im Jahr 2005 gegründet und ermöglicht dank Breitbandverbindungen das Streaming von Kurzvideos. Im Jahr 2009 verzeichnete YouTube über eine Milliarde Videoaufrufe pro Tag, im Jahr 2010 waren es bereits zwei Milliarden Aufrufe.

Im Jahr 2006 folgte mit dem Kurznachrichten-Dienst Twitter eine Micro-Blogging-Plattform, welche heute zu den aktuellsten Newskanälen zählt. Der Ausbau der mobilen Datennetze und die Einführung der Smartphones begünstigte das Wachstum des Twitter und brachte darüber hinaus weltweit noch mehr Menschen online. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern war durch den Ausbau der Funknetze sogenanntes Leapfrogging möglich. Dabei werden technische Innovationsstufen übersprungen und so gingen dort viele Nutzer nicht mit einem stationären PC sondern mit einem Mobiltelefon erstmalig online. Emails sind mit der Zeit zu einem führenden Kommunikationskanal geworden. Im Jahr 2007 erreichte die Quote versandter Spam-Emails jedoch bereits 90 Prozent, 2010 war sie auf 95 Prozent gestiegen.

technische Innovationen und Trends

Mit der Einführung des HTML5-Standards vergrößern sich erneut die Möglichkeiten zur Darstellung und Interaktion im World Wide Web. Neue Trends wie Augmented Reality oder das Internet of Things stecken noch in den Kinderschuhen, werden aber die Möglichkeiten des Word Wide Web noch weiter steigern. Wir dürfen gespannt sein, wie dieser Artikel in weiteren 25 Jahren ergänzt werden muss und wünschen bis dahin: Alles Gute zum Geburtstag, World Wide Web!

Aufmacherbild: World wide web internet concept, opened Earth globe von Shutterstock / Urheberrecht ramcreations

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