3D-Druck – können wir bald echte Pizza drucken?
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Immer wieder wird über die beeindruckenden Möglichkeiten von 3D-Druckern berichtet, die von Skulpturen über Modellautos bis hin zu funktionsfähigen Kameralinsen nahezu alles duplizieren können. Doch all dies ist kalter Kaffee angesichts der neuesten Meldung aus den USA: Angeblich arbeitet die NASA an einem 3D-Drucker, der Nahrung produzieren kann.

The Week zufolge stellt die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA 125.000 Dollar zur Erforschung eines 3D-Druckers bereit, der in der Lage sein soll, Pizza und andere Lebensmittel zu drucken. Die NASA erhofft sich von dem Projekt eine Nahrungsquelle für längere Aufenthalte im All zu entwickeln, da der Drucker zur Produktion lediglich die Grundbausteine unserer Nahrung in Pulverform benötigt und diese dann zu einer hoffentlich appetitlichen Speise zusammenmixt.

Auch System and Materials Research arbeitet an diesem Projekt, will sich jedoch nicht mit einfachen Marsmissionen zufrieden geben, sondern hat ein größeres Ziel vor Augen: Das Ende des Welthungers. Motivation ist hier nicht zuletzt die Preisentwicklung für Nahrungsmittel. Auf lange Sicht würden diese immer weiter ansteigen, sodass selbst durchschnittliche Konsumenten auf billigere Alternativen umsteigen müssten. Denn wenn die Weltbevölkerung weiter ansteigt, wird es irgendwann kaum mehr möglich sein, die Menschen durch vergleichsweise ineffiziente Nahrungsmittel, die viel Platz beim Anbau oder der Aufzucht benötigen, zu ernähren. Mithilfe des Druckers könnten dann auch andere Energielieferanten wie Algen, Wasserlinsen oder Insekten verarbeitet werden, die als verarbeitetes Produkt wie bekannte Lebensmittel aussehen würden.

Viele Ökonomen glauben nicht, dass unser derzeitiges System 12 Milliarden Menschen versorgen können wird. Daher müssen wir unsere Einstellung dazu ändern, was wir unter Nahrungsmitteln verstehen, sagte Contractor gegenüber Quartz und schließt sich selbst in dieser Prognose mit ein.

Die Vorteile des 3D-Druckers wären, dass die einzelnen Zutaten ein Haltbarkeitsdatum von 30 Jahren und mehr haben und wesentlich platzsparender gelagert werden können als herkömmliche Astronautennahrung. Ebenfalls würden weniger Nahrungsmittel entsorgt werden müssen, da jeder sich die benötigte Menge individuell herstellen könnte.

Zunächst wollen sich die Forscher an die Entwicklung einer Drucker-Pizza machen, da Pizza vergleichsweise leicht herzustellen sei. Zunächst wird dazu der Teig gedruckt und gebacken, danach folgt eine Art Tomatensoße sowie eine Protein-Schicht. Bereits jetzt haben die Forscher ein Video ins Netz gestellt, auf dem man die Herstellung von Schokolade sieht. Allerdings kann man nicht erkennen, ob das Produkt tatsächlich essbar ist.

Die Software soll dabei als Open Source frei zugänglich sei, sodass es vorstellbar ist, dass es in Zukunft Online-Rezepte zum Download geben wird. Statt sich eine Pizza liefern zu lassen, könnte die Pizzeria die Anweisungen an den Drucker per E-Mail verschicken und wir bräuchten sie nur noch mitsamt des gemischten Salats ausdrucken zu lassen.

Einer der Vorteile des Druckers sei es, so Contractor, dass die Inhalte der Nahrung direkt auf die jeweilige Person abgestimmt werden könnten. Die Inhaltsstoffe können dabei sowohl aus tierischer oder pflanzlicher Quellen stammen, wie auch die Forschung des niederländischen ThinkTanks TNO belegt.

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