Peinliche Fotos, Statements und persönliche Informationen

5 Tipps: Datenspuren im Netz löschen und vermeiden
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Ob als Privatperson oder Unternehmer – Im Netz kursieren manchmal Informationen, die man lieber für sich behalten möchte. Wir geben fünf Tipps, wie ihr Altlasten löscht und in Zukunft weniger Spuren hinterlasst. Durch einen bewussteren Umgang mit Suchmaschine, Browser und Social Media können zudem zukünftig private Informationen besser geschützt werden.

Mit jedem Klick hinterlassen wir eine kleine Spur im World Wide Web. Wer Script-Blocker, das TOR-Netzwerk oder VPN-Dienste als Browser-Plugin wie Zenmate nutzt, muss auf viele Angebote im Netz verzichten oder eine schlechtere Darstellung und Performance hinnehmen. Um völlig unerkannt im Netz zu bleiben, ist der Verzicht auf Google- oder Bing-Dienste, Social Media á la Facebook und Twitter sowie E-Commerce-Seiten wie Ebay oder Amazon unerlässlich. Aber wer will das schon? Letztlich ist es gar nicht notwendig, völlig inkognito durchs Netz zu surfen, solange man das Internet im legalen Rahmen nutzt. Trotzdem vertrauen wir täglich Seitenbetreibern und Unternehmen zu viele persönlichen Informationen an. Ein bewusstere Handhabung ist dabei aus vielerlei Gründen sinnvoll.

Triftige Gründe für umsichtigeren Umgang mit Informationen

Wer schon in Jugendzeiten in Foren, per Messenger oder auf ominösen Seiten unterwegs war, wird womöglich noch heute seine Datenspuren im Netz wiederfinden. Aus heutiger Sicht unangenehme Einträge, peinliche Partyfotos oder zu persönliche Informationen sind bei genauerer Recherche über den Nicknamen und schlimmstenfalls über den echten Namen noch immer aufzuspüren. Nicht nur, dass diese Informationen einem selbst peinlich sind, auch der Arbeitgeber oder Kunden könnten sich unter Umständen über die ein oder andere Äußerungen oder Vorliebe wundern – das gilt für Privatpersonen wie für Unternehmen. Daneben fühlen sich viele von Werbebannern und subtilen Anzeigen im Netz verfolgt, nur weil man zuvor bestimmte Suchbegriffe bei Google eingegeben hat oder Seiten bei Facebook liked.

5 Tipps für mehr Privatsphäre im Internet

1. Registrierungen, Blogs und Comments löschen: Wer noch weiß, wo er mal unterwegs war und unangenehme Comments, Fotos oder Informationen hinterlassen hat, kann sich direkt an die Betreiber der Seite wenden. Das ist manchmal einfacher gesagt, als getan, um die betreffende Person auch über das Impressum der Seite aufzuspüren. Ein schneller Weg, den richtigen Ansprechpartner zu finden, bietet die Datenbank für IP-Adressen und Domains Whois.com. Es lohnt sich, den Betreiber freundlich anzuschreiben und das Problem zu schildern, weshalb die Löschung bestimmter Inhalte notwendig erscheint. Hier ist eigenes Engagement gefragt.

2. Reputationsdienstleister: Der einfachste aber auch kostspieligste Weg, sein digitales Image aufzufrischen, sind Online-Agenturen, auch Reputationsdienstleister genannt, wie DeleteMe oder Deinguterruf.de, die akribisch Informationen von Datensammelseiten löschen und die Netzidentität auffrischen. Das ist kostspielig und muss einem bei DeleteMe für ein Jahr lang 129 US-Dollar wert sein. Dafür bekommt man alle drei Monate einen persönlichen Report, welche Informationen entfernt wurden.

3. Google und Co.: Was die wenigsten wissen, ist, dass die Suchmaschine selbst einen Dienst anbietet, um Suchanfragen, kritische Informationen oder Bilder über die eigene Person aus der Suchanzeige und Datenbank zu löschen. Hierfür kann man sich direkt an die Webmaster richten. Wer jedoch Google-Dienste nutzt, braucht sich nicht wundern, dass das Unternehmen jedes Detail über seine User im Guten wie im Schlechten weiß. Neben der beliebtesten Suchmaschine gibt es Alternativen wie Duckduckgo oder Ixquick, die versprechen, die persönlichen Suchanfragen nicht zu verfolgen und an Werbetreibende zu verkaufen. Am besten ist es, nicht ausschließlich auf einen Anbieter zu vertrauen, sondern unterschiedliche Suchmaschinen oder Kartendienste zu nutzen.

4. Seriöse E-Mail-Provider: Seit dem NSA-Skandal ist jedem bewusst, dass Geheimdienste mitlesen; das kann einem bis auf Weiteres egal sein, solange man sauber bleibt. Dass aber auch Unternehmen mitlesen und Keywords sondieren, um etwa gezielt Werbeinformationen zu verkaufen, muss wirklich nicht sein. Kostenlose Dienste für Gmail, GMX, Freenet oder Web.de sind bis zu einem bestimmten Datenvolumen und Dienstleistungspaket kostenlos, weil sie ihr Geld mitunter durch User-Informationen verdienen. Wer Privatsphäre, eine bessere Verschlüsselung und mehr Service will, sollte zu seriöseren Diensten wie etwa Posteo oder aikQ wechseln. Das kostet zwar Geld, aber lohnt sich vor allem dann, wenn Mails auch geschäftlich genutzt werden.

5. Verzicht und bewusstes Surfen: Ständig geortet, getrackt und von Firmen durchleuchtet zu werden, ist vor allem mit dem Smartphone kaum vermeidbar. Android User haben zumindest die Chance, sich bei PrivacyGrade zu informieren, welche Informationen von bestimmten Apps erfasst und verarbeitet werden. Auf der Seite zeigt sich schnell, von welchen Apps man am besten ganz die Finger lassen sollte. Im Web ist nicht nur der Verzicht auf die eingleisige Verwendung eines einzelnen Suchdienstes sinnvoll, sondern auch der fahrlässige Umgang mit Coockies zu überdenken. Bei der Wahl des Browsers sollten auch gleich die Sicherheitseinstellungen mit überprüft werden. Dass Firefox oder Opera etwa mehr um Privatsphäre-Einstellungen gibt als Chrome, ist dabei wohl kaum verwunderlich.

 

Aufmacherbild: Portrait of a young woman pulling her long brown hair across her face. Female is unrecognizable via Shutterstock, Urheberrecht: Steve Cukrov 

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