Urheberrecht

Ab Dienstag keine Google News in Spanien
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Am 16. Dezember 2014 wird der Nachrichten-Dienst Google News in Spanien eingestampft.

Spanien ohne Google News

Google reagiert damit auf das „Google-Gesetz“, das besagt, dass Betreiber von Suchmaschinen eine Gebühr an Verlage zahlen müssen, sobald sie Snippets aus deren Werken anzeigen.
Im Google-Blog erklärt Richard Gingras, Head of Google News, dass Google in seinem Nachrichtendienst keine Werbung ausspiele und deshalb auch keine Einnahmen daraus erwirtschafte. Das Festhalten an Google News wäre damit nicht rentabel:

This new legislation requires every Spanish publication to charge services like Google News for showing even the smallest snippet from their publications, whether they want to or not. As Google News itself makes no money (we do not show any advertising on the site) this new approach is simply not sustainable. So it’s with real sadness that on 16 December (before the new law comes into effect in January) we’ll remove Spanish publishers from Google News, and close Google News in Spain.

Machtspiel in Belgien

Das Google-Gesetz wird in Spanien ab dem 1. Januar 2015 in Kraft treten. Einen Vorgeschmack darauf, wie es sich anfühlt, auf diese Dienste verzichten zu müssen, haben unsere belgischen Nachbarn im Juli 2011 erlebt. Der Konzern warf belgische Verlage kurzerhand aus seinem Suchindex und machte deren Inhalte damit für Internet-Nutzer unauffindbar – weiße Seiten, wo vorher noch der Internetauftritt der Zeitung war.
Grund dafür war ein vorausgegangener Gerichtsprozess. Belgische Verleger hatten geklagt, weil Google ihre Inhalte in seiner News-Übersicht angezeigt hatte – ohne sie dafür zu entlohnen. Das Gericht gab den Verlegern Recht und verdonnerte den Internetriesen zu einer Strafzahlung in Höhe von 25.000 Euro für jeden Artikel, der im Nachrichtenteil des Suchmaschinendienstes angezeigt wurde.

Binnen kürzester Zeit erschienen die Artikel jedoch wieder in Google-News, man hatte sich außergerichtlich geeinigt und wahrscheinlich hatte man auf Verlegerseite auch kalte Füße bekommen. Denn wer im Internet nicht auffindbar ist, der hat keine Leser, wer keine Leser hat, hat auch bald keine Werbeeinnahmen – Klappe zu, Affe tot. Ob spanische Verleger lange Zeit ganz ohne den Nachritendienst leben können, bleibt fraglich – wir werden es sehen.

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