Aboboxen auf dem absteigenden Ast?
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Der Hype der Abo-Boxen begann mit der US amerikanischen Birch Box. Das Konzept ist einfach: Für einen festen Abopreis gibt es monatlich eine kleine Überraschungsbox aus Beauty Produkten und dazu passenden Gimmicks. Birch Box hat sowohl eine Box für Frauen, als auch eine für Männer im Angebot. Es dauerte nicht lange und in Deutschland kam die Glossy Box auf den Markt, deren Modell an das von Birch Box aufbaut und zusätzlich eine Young-Version anbietet. Auch die Drogeriekette DM monatlich eine Box mit DM Lieblingen aus.

Nicht tragfähig

Das Modell war erfolgreich und auch die Bertelsmann-Tocher Direct Group Germay entwickelte gleich vier verschiedene Themenboxen: Mamibox, PinkBox, LuxuryBox und MyJewelStars. Obgleich es von allen Seiten nur positive Reaktionen gab, blieb die ab November 2012 verfügbare Mamibox nicht wirtschaftlich tragfähig und wurde nun geschlossen, nachdem die letzte Box im Juni versandt wurde.

Auf der Website findet sich das passende Zitat:

Es ist besser den Abschied zu nehmen, wenn viele Menschen och sagen „schade“. (Hildegard Hamm-Bücher)

Aber auch die anderen drei Aboboxen PinkBox, LuxuryBox und MyJewelStars sind negativ betroffen. Bertelsman veröffentlichte im Juni die Bekanngabe, dass diese Abomodelle Schritt für Schritt beendet werden.

Das die Wirtschaftlichkeit allein mit Abogeschäfte nicht zu gewährleisten ist, spüren auch andere Aboservices. Bereits im Herbst letzten Jahres begannen die Hersteller von speziellen Lernboxen für Kinder, wie die Exploribox, Wummelkiste und Tollabox zusätzliche Shops einzurichten, in denen einzelne Boxen, spezielle Editionen oder Boxen vergangener Monate ohne Abo bestellt werden können. Auch zusätzliche Gimmicks, wie Kuscheltiere oder Einzelspiele sind dort zu finden.

Auch positive Beispiele

Obgleich ein Abonement für die Unternehmen lukrativ ist und permanentes Einkommen generiert, so ist es doch für viele Menschen ein abschreckendes Modell. Gründe hierfür sind neben der Unsicherheit über die Qualität der nächsten Box, das bestehen bleibende Interesse der Kinder ebenfalls finanzielle Möglichkeiten, die sich bei vielen Personen heutzutage schnell ändern können. Um ein Abo abzuschließen, muss in vielen Fällen ein konkreter Anreiz gegenüber der Einzelbestellung vorhanden sein, seien es sichtbare Preisnachlässe wie bei der Glossybox oder der Luxus der flexiblen Paketzustellung.

Es gibt jedoch auch positive Beispiele. Die Tollabox kann nicht nur auf Facebook mehr als 50.000 Fans verzeichnen, sondern erhielt bei einer Crowdfunding Kampagne im letzten Jahr 600.000 Euro. Damit ist sie weitaus erfolgreicher als die anderen Kinderboxen. Auch die DM Lieblinge haben zugelegt und können nun 4 Mal pro Jahr ein Gewinnspiel für 3-Monats-Abos anbieten.

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