Adblock Plus Nutzer um 129 Prozent gestiegen: Schuld daran sind deutsche Online-Verlage
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Die Macher von Adblock Plus, einer Browser-Erweiterung, die Firefox, Chrome und Co. von lästiger Werbung befreit, haben via Twitter einen regen Nutzer- sowie Spendenanstieg mitgeteilt. Schuld daran ist eine an die eigenen Seitenbesucher gerichtete Bitte (speziell von Spiegel Online), den Adblocker zu deaktivieren, um deren Werbeeinnahmen nicht zu schmälern.

Trotz des liebgemeinten, ehrlichen Versuchs der Kollegen vom Spiegel, den aufgeklärten User davon zu überzeugen, dass auch Online-Content bezahlt werden muss – und zwar durch Werbung – ist ein Paradebeispiel des Streisand-Effekts (benannt nach Barbra Streisand) eingetreten. Im konkreten Fall heißt das, dass durch die Aktion, die Seitenbesucher davon zu überzeugen, den Adblocker auf bestimmten Seiten zu deaktivieren, das Thema in Umlauf kam und nun auch Nutzer, die den Werbeblocker bisher nicht kannten, darauf aufmerksam wurden und ihn installierten. Das primäre Ziel wurde also nicht nur verfehlt, sondern sogar das Gegenteil erreicht.

Woher kommt der Begriff Barbra-Streisand-Effekt?

Die polarisierende Berühmtheit und Sängerin Barbra Streisand verklagte im Jahr 2003 erfolglos die Webseitenbetreiber von pictopia.com, weil die eine Luftaufnahme ihres Hauses bereitstellten und sie doch lieber für die Öffentlichkeit unentdeckt bleiben wollte. Die Klage hatte allerdings zur Folge, dass das Thema publik wurde und nun jeder wusste, wo die liebe Barbra wohnt. Dumm gelaufen!

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