Alte und neue Trends aus der Games Branche – Deutsche Gamestage & Quo Vadis in Berlin
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Auf der Quo Vadis in Berlin treffen sich namenhafte Persönlichkeiten aus der europäischen Gaming Industrie. Die Sessions warten mit geballten Profiwissen und interessanten Fakten über die Branche auf.

Die Games Branche ist durch den technologischen Fortschritt seit Jahren in ständigem Wandel. Als typische Schwarzmalereien werden hauptsächlich ein Sterben von Indie-Entwicklern, das Marketing-Dilemma durch den immensen Wettbewerb und der Trend zu großen Publishern thematisiert. Diese Negativ-Trends sind für Branchenkenner nicht unbekannt. Allerdings wird meist heißer gekocht als gegessen.

Das Mobile Gaming mittels Smartphone oder Tablet gilt nach wie vor als der Wachstumstreiber. Laut einer Studie von Gartner wird der Mobile Markt bis 2017 weiter wachsen, wobei die Desktopnutzung auf der anderen Seite zu Gunsten von Tablets und Hybriden zurück geht. 

Nur wie besteht man im mobilen Markt und in den Massen an Apps? Und welche Möglichkeiten haben kleine Studios, um in die TOP 25 im App Store zu gelangen – eine Position, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gute bis sehr gute Nutzerzahlen verspricht?

Man ist sich allgemein einig, dass das Marketing von Mobile Games besonders im Free-to-Play-Segment (F2P) „noch schlimmer“ werden wird. Die Empfehlung ist, dass sich vor allem kleine Studios in eigenen App-Netzwerken zusammen schließen, um gegen große Konkurrenten wie AdMob oder ähnliche zu bestehen. Denn mittlerweile sind auch die CPC-Preise (Cost-per-Click) für Mobile Advertising extrem angezogen. Advertising via Search und Display erfordern immer höhere Marketing-Budgets. Indies müssen sich folglich gegenseitig unterstützen, um überhaupt gegen etablierte Publisher im App Store eine Chance zu haben.

Smartphones dominieren deutschen Markt

Der deutsche Games Markt wird aktuell von den Smartphones mit einem Anteil von 24 Prozent angeführt. Darauf folgen die Desktop-Computer mit 13 Prozent. Tablets und Handhelds liegen bei einem Marktanteil von elf Prozent, während Konsolen lediglich einen Anteil von drei Prozent ausmachen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass nach Meinung einiger Branchenkenner, Konzepte wie die offene, Android-basierte Konsole Ouya, aber auch Nintendos Wii U für technologische Totgeburten gehalten werden, da sie bei Markteinführung bereits Hardware-technisch veraltet sind.

Für ein erfolgreiches Marketing sollten mehrere Kanäle und vor allem Targeting Optionen, wie Placement, OS/Version, Device, Location, Interessen, aber auch neue zukünftige Geräte oder Netzwerkanbieter hinzugezogen werden. Für gute Cross-Promotions und ein effektives Targeting von F2P-Games wird der Einsatz eines Live-OPs-Marketingteams nötig, um auf Nutzerverhalten dynamisch und schnell reagieren zu können. 

Der allgemeine Anspruch der User an die Qualität der Games geht weiter in Richtung AAA, selbst bei F2P, wodurch Entwicklungskosten weiter steigen und eine erfolgreiche Game Production immer stärker zum Glückspiel mutiert. Die aktuellen Trends in der Branche nehmen somit direkten Einfluss auf die Produktionen und sind außerdem abhängig von Faktoren wie Teamgröße und -zusammensetzung, Technologie bzw. Fragmentierung sowie der Einsatz von Engines und Middleware.

Für kleine Studios und Indie-Startups wird es also noch schwieriger, sich geschickt zu positionieren, um tatsächlich Geld zu verdienen. Denn vor allem die Gegebenheiten der Distributionswege verändern sich ständig. So sollte und muss sich jeder Producer vor Projektstart fragen: Was passiert gerade da draußen am Markt? Und was wünschen sich die Nutzer?

Denn der aus dem Bereich Social Media bekannter Satz „it’s all about the user“ sollte  als der Leitsatz bei der Entwicklung von Computerspielen gelten. Ein Game Design, das Spaß macht und auch auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht, wird seine Fans finden. Wer für sich selbst und am Markt vorbei produziert, wird immer das Nachsehen haben. Networking, Research, Cross-Promotion und eine offene Kommunikation mit Usern sind das A und O, um am Markt bestehen zu können.

Quelle Aufmacherbild: http://www.die-entwicklerkonferenz.de/de/presse/downloads

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