Amazon Cloud Drive: Der Online-Riese holt aus gegen Dropbox, Apple und Co.
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Neben den bekannten Platzhirschen des mobilen Segments Apple und Google wird ein Dritter meist namentlich nicht genannt: Amazon. Dabei konkurriert Amazon im Moment mit so gut wie allen Online-Riesen nach und nach an verschiedenen Fronten. Apple ist beispielsweise die Distributionsplattform Amazons ein Dorn im Auge, da das Angebot durchaus mit dem von iTunes mithalten kann und teilweise sogar überlegen ist. Google sieht seine Nexus-Geräte direkter Gefahr ausgesetzt durch die Kindle-Fire-Geräte mit autarker Amazon-Plattform – trotz Android-basiertem Betriebssystem.

Damit nicht genug, verbessert Amazon nun auch sein Cloud-Angebot mit synchronisierten Ordnern, die dann die eigenen Daten auf mehreren Geräten verfügbar machen. So gesehen steht Amazons Cloud Service dem von SkyDrive und dem so beliebten wie bekannten Dropbox in nichts mehr nach.

Wie immer zeigen sich bei der Feature-Ausweitung aber regionale Unterschiede, denn bisher konnte das Sync Feature nur im US-Angebot festgestellt werden. Dennoch sollte es nicht allzu lange dauern, da sich, egal ob Nutzer aus Deutschland oder Übersee, beide desselben Programms bedienen.

clouddrive

Bisher nur im Browser verfügbar: Amazons Clouddrive

  

Schlechte Synchronisation, noch fehlende mobile Integration

Was Amazon dann noch fehlt, sind Eigenschaften, bei denen Apple immer noch die Nase vorn hat: Die einfache Synchronisation gekaufter Medien zwischen mehreren Geräten. Kauft man per iPhone etwa eine Serie aus dem iTunes Store, ist diese auch auf iPod Touch, iPad, Apple TV oder anderen iPhones verfügbar – und zwar ohne weiteres Zutun. Amazon scheitert derweil noch an einer guten mobilen Integration des eigenen Service. Es gibt zum einen zu viele Apps: die Kindle App zum Lesen, die Amazon Mobile App zum Einkaufen, die Cloudplayer App (Amazon mp3 bei Android) zum Musikhören und für Clouddrive gibts noch gar keine. Hier muss noch immer der Browser herhalten, um die abgelegten Daten anzuzeigen. Zwar möchte man keine aufgeblähte Allrounder-App, eine bessere Verknüpfung wäre hier und da aber gegeben – zum Beispiel eine Shop-Anbindung im Cloudplayer.

Die beliebtesten Amazon Apps

Dreht Amazon jedoch weiter an der Design- und Feature-Schraube, könnten sie schon bald allen davon laufen. Vor allem weil so gut wie jeder, der schon mal online etwas bestellt hat, einen Amazon Account hat. Ergo hat jeder automatisch Zugriff auf kostenlosen Cloudspeicher, Cloudplayer sowie weitere nützliche Features, während man sich für Dropbox, iTunes Match und Co. bewusst anmelden muss. Wenn Amazon also ein wenig die Werbetrommel rührt, um seine kostenlosen Services besser bekanntzumachen, könnte der Buchhändler bald noch gefährlicher werden, als er es ohnehin schon ist.    

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