Amazon führt neues Zahlungssystem ein
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Amazon.com hat für den US-Markt ein neues Zahlungssystem eingeführt. Ab sofort können Nutzer mit der virtuellen Währung Coins im App Store des Online-Versandhauses und über den Kindle Fire einkaufen. 

Amazon gab am Montag genauere Einzelheiten zu dem Projekt bekannt. Für Entwickler ändert sich dabei nichts, denn sie erhalten weiterhin 70 Prozent der Einnahmen und Amazon übernimmt die Umrechnung von Coins auf Dollar selbst. Das Unternehmen beschreibt die Einführung von Coins als weiteren Schritt zu einem umfassenden Ökosystem, das alle Aspekte der Entwickelung, Bezahlung und Vermarktung von Apps und Spielen beinhaltet. Einer der Hauptgründe für die Einführung einer neuen Währung dürfte dabei allerdings ohne Zweifel die Kundenbindung sein, da erworbene Coins allein auf Amazon eingesetzt werden können.

Zum Launch des Bezahlsystems können Nutzer 100 Coins für einen Dollar kaufen, 500 Münzen kosten 4,80 Dollar und 10.000 Coins gibt es mit einem Rabatt von 10 Prozent für 90 Dollar. Derzeit kann man die Währung nur im App Store und für In-App-Käufe nutzen. Kindle-Besitzer dürfen sich über ein kleines Willkommensgeschenk von 500 Coins freuen, auch wenn die Freude hierüber bisher eher verhalten auszufallen scheint. Danny Sullivan vom Daggle-Blog postete beispielsweise auf Twitter, dass er sich über 5 Dollar mehr gefreut hätte, als über eine 500-Coins-Gutschrift.

Amazon just emailed me that I have 500 Amazon coins worth $5. I’d rather just have the $5. techmeme.com/130513/p19#a13…

— Danny Sullivan (@dannysullivan) 13. Mai 2013

 

Auch Digital Navigator glaubt kaum an den Erfolg des Systems: „Sollte dies auch nur ein Fünkchen Erfolg haben, esse ich meinen Hut/meine Wörter/ meinen Hamster etc.“

@dannysullivan yep, If this has any modicum of ’success‘ I’ll eat my hat/words/hamster etc
— Digital Navigator (@DigNavigator) 13. Mai 2013

 

Die Nutzer mögen keine virtuelle Währung

Die Skepsis an den Neuerungen ist dabei durchaus begründet, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Kunden einer virtuellen Währung ablehnend gegenüber stehen. Prominente Beispiele sind Facebook und Microsoft. So sorgte Microsofts Punkte-System auf dem Xbox-Marktplatz für große Kritik unter den Usern, die eine Umrechnung in echte Währungen für unnötig kompliziert hielten. Facebook verabschiedete sich sogar ganz von seiner digitalen Währung und stellte die Credits wieder ein. Amazon plant, das Bezahlsystem in Zukunft auszuweiten. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass das Online-Versandhaus mit dem neuen Modell Erfolg haben wird. Wann und ob der Dienst auch in Deutschland eingeführt wird, ist bisher noch nicht bekannt.

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