Amazon Prime Air – Paketzustellung per Drohne eine Luftnummer?
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Es hört sich an wie Science-Fiction. Doch was Amazons Forschungsabteilung unter dem Projektnamen Amazon Prime Air entwickelt hat, ist tatsächlich ernst gemeint. In vier bis fünf Jahren könnten Pakete des weltweit größten Online-Händlers per Drohne ausgeliefert werden.

Amazon will also die Luftpost revolutionieren. Das Ziel: Pakete sollen in höchstens 30 Minuten in den Händen des Kunden liegen. Das Transportmittel: unbemannte Flugkörper, gemeinhin auch als Drohnen bekannt.

Amazon hofft, dass in den USA die Federal Aviation Administration (FAA) bis 2015 entsprechende Regulierungen erlässt, die es dem Online-Händler ermöglichen, eine Paketzustellung per Drohne durchzuführen.

In einem Interview der CBS-Sendung „60 Minutes“ erläuterte Amazon-Chef Jeff Bezos weitere Details zum Prime Air Projekt. So sei die Strecke, die die Drohnen zurücklegen können, auf 10 Meilen (rund 16 Kilometer) begrenzt. Ihren Weg finden die achtmotorigen Flugkörper per GPS, eine manuelle Steuerung der Octocopter durch Personal soll nicht notwendig sein. Wer allerdings glaubt, sich in einigen Jahren Fernseher oder Drucker nach Hause fliegen zu lassen, wird enttäuscht: Das Gewicht der Pakete ist auf 2,5 Kilo begrenzt. Allerdings seien laut Bezos nur 14 Prozent aller Amazon-Bestellungen schwerer.

Amazon Prime AirPaketzustellung per Drohne? Laut Amazon könnte dies schon 2015 Realität sein (© Amazon).

Wie bereits erwähnt: Amazon Prime Air ist ein Projekt wie aus einem Science-Fiction-Film – das derzeit noch viele Fragen offen lässt. Wie steht es neben der öffentlichen Sicherheit, wie um die Sicherheit der transportierten Gegenstände? Wird der Begriff Luftpiraterie in Zukunft eine ganz neue Bedeutung bekommen? Wird es Kriminelle geben, die sich Amazon Prime Air Pakete aus der Luft fischen?

Vielleicht werden die Drohnen an Weihnachten ja in eine Santa Claus Karosserie gesteckt, um Geschenke tatsächlich durch den Kamin zu liefern …

Man darf gespannt sein, ob Amazon es mit Prime Air wirklich ernst meint und das Projekt durchzieht. Viele Branchenbeobachter halten das für ausgeschlossen und sprechen von einer Marketing-Luftnummer. Tech-Blogger Sascha Pallenberg sieht beispielsweise vor allem die geringe Reichweite als großes Problem, das das Konzept gerade in Ballungszentren „zu einem Ding der Unmöglichkeit macht“. Doch als noch viel schwieriger dürfte sich die Logistik hinter der Drohnenzustellung entpuppen, denn wenn Hunderte oder gar Tausende Drohnen über einer Großstadt unterwegs sind, wird es eng im Luftraum. Und kommt am Boden jemals jemand durch eine herabstürzende Drohne zu Schaden, dürfte das ein schnelles Ende für Amazon Prime Air bedeuten.

 

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